VfB Stuttgart

Der VfB stößt an finanzielle Grenzen

Fußball Bundesliga VfB Stuttgart vs. Bayer 04 Leverkusen_0
VfB-Sportvorstand Michael Reschke: „Mit einem größeren Investoren-Pool hätten wir diesen Spieler verpflichten können." © Danny Galm

Stuttgart.
Im Sommer Jonny Castro, jetzt im Winter Maxi Romero: Bereits zum zweiten Mal wurde VfB-Sportvorstand Michael Reschke im Werben um ein Top-Talent von der Konkurrenz ausgestochen – weil die Schwaben trotz der Ausgliederung finanziell noch nicht mithalten können. 

Der VfB ging über die Schmerzgrenze hinaus

„Das ist die Realität, so sind nun einmal unsere finanziellen Voraussetzungen“, sagte Reschke gegenüber der Sportbild. „Mit einem größeren Investoren-Pool hätten wir diesen Spieler verpflichten können, aber aktuell verbieten sich eben Träumereien.“

Das Talent aus Buenos Aires hatte noch am Freitag in einem Interview seinen Wechsel zum VfB als perfekt vermeldet. Eine Bestätigung von Seiten des Vereins gab es aber weder vor, während noch nach der Partie gegen Leverkusen.

Nach einigem Hin und Her beendeten die Stuttgarter den Poker um den 18-jährigen Stürmer dann am Samstag endgültig. Dabei ging der VfB in den Verhandlungen mit Vélez Sarsfield bis über die finanzielle Schmerzgrenze hinaus.

Eindhoven sticht Stuttgart aus

„Leider hat man uns - obwohl die Gespräche mit Spieler, Berater und Klub sehr weit fortgeschritten waren - klar gemacht, dass unser Angebot deutlich unter dem von Eindhoven liegt“, erläuterte Reschke in der Sportbild die Gründe für das Scheitern des Transfers. Der niederländische Erstligist PSV Eindhoven hat die Stuttgarter mit einem Angebot in Höhe von 12 Millionen Euro ausgestochen und bekommt nun wohl den Zuschlag.

Dabei ist für den Sportvorstand klar: Hätte der VfB einen größeren Investoren-Pool, wäre Romero in Stuttgart gelandet. Dass Verhandlungen am Geld scheitern, ist für den ehemaligen Kaderplaner des FC Bayern München eine neue Erfahrung. Frustriert sei er deswegen aber keineswegs.

Die finanziellen Rahmenbedingungen im Schwabenland waren dem Rheinländer bei seinem Wechsel von München nach Stuttgart durchaus bewusst. „Aber deshalb müssen wir mit dem aktuellen Tabellenplatz eben auch sehr zufrieden sei“, so Reschke.

Bis Mitte 2018 soll ein zweiter Investor kommen

In der diesjährigen Winter-Transferperiode (vom 01. bis zum 31. Januar) wird der Stuttgarter Sportvorstand noch mit den beschränkten finanziellen Rahmenbedingungen leben und arbeiten müssen. Handlungsbedarf gibt es. In der Offensive drückt der Schuh. In 15 Saisonspielen traf der VfB Stuttgart lediglich 13 Mal ins gegnerische Gehäuse. Nur der SV Werder Bremen ist noch harmloser (zwölf Tore).

Im Sommer 2018 könnte sich dann auch der finanzielle Handlungsspielraum erweitern. Bis Mitte nächsten Jahres soll ein zweiter Investor einsteigen. Bisher hat nur die Daimler AG für 11,75 Prozent an der VfB-AG 41,5 Millionen Euro bezahlt. Laut Finanzplan will der Verein 2018 und 2019 weitere Anteile verkaufen - und so seinem Sportvorstand mehr Handlungsspielraum verschaffen.