VfB Stuttgart

Der VfB wartet 2019 weiter auf einen Sieg

Benjamin Pavard gegen Werder Bremen_0
Innenverteidiger Benjamin Pavard im Zweikampf mit Werders Davy Klaassen. © ZVW/Danny Galm

Bremen. Der VfB Stuttgart wartet im Bundesliga-Abstiegskampf weiter auf einen Sieg: Im Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen gab's am Freitagabend ein 1:1 (1:1). Steven Zuber hatte die Stuttgarter bereits nach 61 Sekunden in Führung geschossen. Werders Mittelfeldspieler Davy Klaassen traf kurz vor dem Halbzeitpfiff zum 1:1. Im Jahr 2019 sind die Schwaben somit weiter ohne Dreier. Trainer Markus Weinzierl darf trotzdem weitermachen.



Im Weserstadion schickte der Stuttgarter Cheftrainer dieselbe Startelf auf den Platz wie zuletzt gegen Leipzig (1:3). Somit musste Kapitän Christian Gentner zum zweiten Mal in Folge auf der Bank Platz nehmen, Gonzalo Castro übernahm im 5-3-2-System erneut die Rolle im zentralen Mittelfeld. „Die Spieler haben gegen Leipzig eine Verbesserung gezeigt und heute brauchen wir noch einmal eine Steigerung“, forderte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger vor dem Anpfiff.

Beim SV Werder feierte der US-Nationalspieler Joshua Sargent sein Startelfdebüt. Kurzfristig musste der Bremer Trainer Florian Kohfeldt auf seinen Routinier Philipp Bargfrede (muskuläre Probleme) verzichten. Für den 29-Jährigen stand der Jugendspieler Jean-Manuel Mbom im Kader der Grün-Weißen. Das ewig junge Schlitzohr Claudio Pizarro blieb zunächst draußen. 

Blitzstart für die Schwaben: Zuber trifft nach 61 Sekunden

Und nach 61 Sekunden rieben sich die mitgereisten rund 2000 VfB-Fans verwundert die Augen. Steven Zuber nutzte nach Zuspiel von Mario Gomez einen Stellungsfehler in der Bremer Defensive, marschierte auf Keeper Jiri Pavlenka zu und schob den Ball aus 16 Metern humorlos in die Maschen. 1:0 für den VfB. Das erste Saisontor der Schwaben in der Anfangsviertelstunde. Die Viererkette und das defensive Mittelfeld der Hausherren im kollektiven Tiefschlaf. Der SV Werder war in der Folge um Spielkontrolle bemüht - fing sich jedoch um ein Haar direkt ein zweites Gegentor. Mario Gomez scheiterte allerdings im Eins-gegen-Eins an Pavlenka (9.).

Der VfB in der Anfangsphase hellwach, gut organisiert und griffig in den Zweikämpfen. Mit der frühen Führung im Rücken zog sich die Weinzierl-Elf phasenweise tief in die eigene Hälfte zurück, überließ den Bremern die Initiative und lauerte auf Konter. Milot Rashica hatte die erste gute Gelegenheit für die Bremer, als er nach einer Viertelstunde am Sechzehnereck Ozan Kabak vernaschte und nur knapp am langen Pfosten vorbeizielte (15.). 

Gomez vergibt das 2:0, Klaassen trifft aus der Distanz

Nach und nach spielten sich die Grün-Weißen nun in die Partie. Mit sicheren Passstafetten bearbeiteten Kruse und Co. die massive VfB-Defensive. Klare Torchancen blieben aber Mangelware. Der junge Kosovare Rashica wurde im letzten Moment von Marc Oliver Kempf geblockt (30.). Auf der Gegenseite verpasste Zuber mit einem Distanzschuss das Werder-Tor (25.).

Kurz vor dem Halbzeitpfiff vergab Mario Gomez dann alleine vor Pavlenka die große Chance auf das 2:0 - und im Gegenzug hämmerte Davy Klaassen den Ball nach einer feinen Drehung zum aus Bremer Sicht schmeichelhaften 1:1 in die Maschen.

Wegen Übelkeit musste Marc Oliver Kempf in der Kabine bleiben. Christian Gentner kam für den Innenverteidiger in die Partie und die Schwaben verteidigten fortan mit einer Vierer- anstatt mit einer Fünferkette. Vom Wiederanpfiff weg übernahmen die Bremer das Kommando. Der VfB agierte inzwischen in einem klassischen 4-4-2-System mit dem eingewechselten Donis in der Spitze. Und auch Markus Weinzierls Gegenüber Florian Kohfeldt reagierte früh in Halbzeit zwei und brachte für den glücklosen Debütanten Sargent den erfahrenen Claudio Pizarro.

VfB-Keeper Zieler rettet spektakulär gegen Sahin und Gebre Selassie

Der SVW hatte in den zweiten 45 Minuten deutlich mehr Spielanteile, doch die Bremer wussten mit ihrem Ballbesitz lange Zeit nur wenig anzufangen. Es dauerte bis zur 71. Minute ehe es zum ersten Mal wirklich gefährlich wurde und VfB-Keeper Ron-Robert Zieler spektakulär mit einer Hand gegen Nuri Sahin retten musste. 

Und der ehemalige Nationalkeeper rückte nun immer mehr in den Brennpunkt. Einen Kopfball von Gebre Selassie krazte der Stuttgarter Torhüter gerade noch von der Line (78.). Die Beine seiner Vorderleute wurde jetzt von Minute zu Minute schwerer und Werder spielte vor fast ausverkaufter Kulisse voll auf Heimsieg - war aber letztlich nicht erfolgreich.


SV Werder Bremen - VfB Stuttgart 1:1 (1:1)

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson - Sahin (72. J. Eggestein) - M. Eggestein, Klaassen (84. Möhwald) - Sargent (61. Pizarro), Rashica - Kruse

Stuttgart: Zieler - Kabak, Pavard, Kempf (46. Gentner) - Beck, Castro, Insua - Ascacibar, Zuber (81. Badstuber) - Esswein, Gomez (58. Donis)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Zuschauer: 41.000

Tore: 0:1 Zuber (2.), 1:1 Klaassen (45.)

Gelbe Karten: Moisander (84.) / Kabak (57.), Zieler (82.), Donis (86.)