VfB Stuttgart

Der VfB zu Gast bei Werder Bremen: Auf die Reifeprüfung folgt der erste kleine Stresstest

Pellegrino Matarazzo
VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (li.) ist mit seiner Mannschaft am Sonntag im Bremer Weserstadion zu Gast. © Danny Galm

Das Lob aus dem Mund von Europas Trainer des Jahres ging selbstredend auch den Verantwortlichen des VfB Stuttgart runter wie Öl. „Das Spiel war hart umkämpft und Stuttgart hat es sehr gut gemacht“, sagte Bayern-Coach Hansi Flick nach dem mühsamen, aber letztlich verdienten 3:1-Sieg seiner Mannschaft im Schwabenland. „Als Aufsteiger spielen sie einen sehr attraktiven und guten Fußball. Sie haben es uns heute schwer gemacht.“

Ausbaufähig: Zuletzt lediglich vier von 15 möglichen Punkten

Die drei Punkte nahm die Ergebnismaschine aus München dennoch gerne mit nach Hause an die Säbener Straße. Womit wir zum Problem für den VfB kommen: Nur alleine von Lob und Anerkennung können die Stuttgarter auf Dauer nicht leben.

Im Nachgang an die Partie gegen den Rekordmeister gab es von vielen Seiten anerkennende Worte für den couragierten Auftritt der jungen Mannschaft von Pellegrino Matarazzo gegen den Triple-Sieger aus der Vorsaison. Die Stuttgarter Zeitung attestierte den „Jungen Wilden“ gar eine bestandene Reifeprüfung. Zur Analyse der Gesamtsituation gehört aber auch der nüchterne Blick auf die Punktausbeute der letzten fünf Spiele - und die ist mit vier von 15 möglichen Zählern ausbaufähig.

Vor allem mit Blick auf die Partien gegen die Kellerkinder aus Köln (1:1) und Schalke (1:1) sowie der verspielten Zwei-Tore-Führung gegen Frankfurt (2:2) knirschen Sportdirektor Sven Mislintat und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger wohl noch immer mit den Zähnen. Auch gegen die coronagebeutelte TSG Hoffenheim (3:3) war nach einem starken Auftritt in Durchgang eins mehr möglich.

Duell der Tabellennachbarn im Weserstadion

So kommt es, dass die Schwaben am Sonntag (ab 15.30 Uhr im ZVW-Liveticker) im Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn SV Werder Bremen einen ersten kleinen Stresstest zu absolvieren haben.

Die Bremer warten seit mittlerweile sechs Spielen auf einen Dreier und wollen vor den Spielen gegen Leipzig (12.12.) und Dortmund (15.12.) dringend etwas Zählbares aufs Punktekonto bringen, um nicht in Richtung Tabellenkeller zu rutschen. Ähnlich sieht es beim VfB aus: Der Jahresendspurt gegen den BVB (12.12.), Union Berlin (15.12.) und den VfL Wolfsburg (20.12.) hat es in sich.   

Und schon am Sonntagnachmittag im Weserstadion könnte es ungemütlich werden. Das Team von Florian Kohfeldt schrammte in der vergangenen Saison haarscharf an der 2. Liga vorbei. Erst in der Relegation gegen Heidenheim wurde der Klassenverbleib unter Dach und Fach gebracht.

Der SVW fokussiert sich auf die Defensivarbeit

Nach den 69 Gegentoren in der Spielzeit 19/20 sollen die Schotten am Osterdeich in diesem Jahr nun besser dichthalten.

Soll heißen: Der SVW fokussiert sich aufs Verteidigen - bislang allerdings eher mäßig erfolgreich (siehe Infobox) -  und überlässt dem gegnerischen Team gerne Ball und Spielkontrolle. Genau damit hatte der VfB in der Aufstiegssaison jedoch mitunter große Probleme.

Vorsorglich trainierten die Stuttgarter deshalb unter der Woche in diversen Spielformen das Spiel gegen eine engmaschige Defensive - damit der Bremer Abwehrriegel geknackt wird und der Aufsteiger neben Lob und Anerkennung für seinen mutigen Spielstil endlich auch einmal wieder drei Punkte einfahren kann.

Daten und Zahlen zum Spiel

  • 105: Am Sonntag duellieren sich der VfB und SV Werder Bremen zum 105. Mal in der Bundesliga. Für den Club aus Cannstatt gab es in der 1. Liga keinen häufigeren Gegner als den SV Werder. 
  • 57: Für den SV Werder Bremen ist die aktuelle Saison die 57. im Fußball-Oberhaus und die 40. in Serie. Kein anderer Verein hat mehr Bundesligajahre aufzuweisen. Lediglich die Saison 1980/1981 bestritten die Norddeutschen in der zweiten Liga und schafften damals den direkten Wiederaufstieg.
  • 11: Vor dem direkten Duell am Sonntag haben sowohl der VfB als auch der SV Werder elf Punkte auf dem Konto – auch die Zahl der Gegentore ist identisch (15). Der VfB rangiert nur wegen der mehr geschossenen Tore (17, Bremen 13) und damit dem besseren Torverhältnis einen Platz vor dem SVW auf Rang zehn.
  • 1: Die Bremer haben in ihren bisherigen vier Heimspielen immer exakt einen Treffer erzielt – 1:4 gegen Hertha BSC, 1:0 gegen Bielefeld, 1:1 gegen Hoffenheim und 1:1 Köln.