«Mallorca-Affäre»

Europaminister zeigt Staatssekretär «Stinkefinger»

Stephan Holthoff-Pförtner
«Ich habe die Frotzelei als Spaß unter Kollegen verstanden und ebenso scherzhaft reagiert»: Stephan Holthoff-Pförtner. © Federico Gambarini

Düsseldorf/Berlin (dpa) - Die sogenannte «Mallorca-Affäre» um die zurückgetretene NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sorgt weiter für Gesprächsstoff.

Gestern Nachmittag reagierte Nordrhein-Westfalens Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) am Berliner Flughafen auf eine Frotzelei des Duisburger SPD-Bundestagsabgeordneten Mahmut Özdemir (SPD) in aller Öffentlichkeit mit der «Stinkefinger-Geste.» Der Minister bestätigte den Vorfall der Deutschen Presse-Agentur.

Özedemir - parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium - hatte den selbst in die «Mallorca-Affäre» verwickelten Holthoff-Pförtner nach dem Boarding gefragt, ob der denn im richtigen Flieger sei. Dieser gehe nach Düsseldorf, nicht nach Mallorca. Zuvor hatte das Onlineportal «The Pioneer» darüber berichtet.

Holthoff-Pförtner teilte dazu auf Anfrage mit: «Wer mich kennt, weiß, dass ich das niemals beleidigend meinen würde. Ich habe die Frotzelei als Spaß unter Kollegen verstanden und ebenso scherzhaft reagiert.» Gleichwohl sei ihm später bewusst geworden, dass die Mittelfinger-Geste für Außenstehende, die den Dialog zuvor nicht mitbekommen hätten, «äußerst missverständlich» gewesen sei, räumte der 73-jährige Essener ein.

«Ich habe mich deshalb am Samstagmorgen persönlich bei Mahmut Özdemir gemeldet und ihm versichert, dass ich ihn nicht kränken oder beleidigen wollte. Er wiederum versicherte mir, er habe meine ironisch gemeinte Geste ebenfalls als harmlosen Schlagabtausch verstanden.» Özdemir war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Holthoff-Pförtner ist selbst von der «Mallorca-Affäre» betroffen. Er war anderthalb Wochen nach Beginn der Flutkatastrophe im Juli 2021 auf die Balearen gereist, um dort an einer Geburtstagsfeier für Heinen-Essers Ehemann teilzunehmen. Auch Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) und die damalige Staatssekretärin Serap Güler (CDU) waren bei dem Abend dabei. Alle Beteiligten haben sich inzwischen entschuldigt. Heinen-Esser war unter großem öffentlichen Druck am Donnerstag zurückgetreten.