VfB Stuttgart

DFB-Pokal als Schwäbische Königsklasse: VfB hat «Bock» auf Gladbach

Pellegrino Matarazzo steht am Spielfeldrand
Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht am Spielfeldrand. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Was den Reiz des DFB-Pokals ausmacht, erlebte Pellegrino Matarazzo erstmals vor fast 16 Jahren. Als damals 27 Jahre alter Mittelfeldspieler trat er im Sommer 2005 mit der SG Wattenscheid 09 in der ersten Runde als klarer Außenseiter gegen den einstigen Champions-League-Teilnehmer Werder Bremen an. Eine mögliche Überraschung gegen den Favoriten trieb Matarazzo und seine Mitspieler an, es war eins der wenigen großen Spiele in der Karriere des heutigen Trainers des VfB Stuttgart. Doch obwohl Wattenscheid letztlich mit 1:3 verlor, ist Matarazzo dieses Erlebnis in Erinnerung geblieben.

DFB-Pokal als schwäbische Königsklasse

«Das war sicherlich ein Moment, wo ich das Gefühl hatte, das ist ein toller Wettbewerb», sagte der 43-Jährige am Dienstag. Es sollte die einzige Pokalpartie seiner Spielerlaufbahn bleiben. Als Trainer des schwäbischen Fußball-Bundesligisten strebt er nun nach mehr. Wenn Matarazzo mit dem VfB am Mittwochabend (ab 20.45 Uhr im ZVW-Liveticker) Borussia Mönchengladbach zum Achtelfinal-Duell empfängt, dann wird der Coach wieder diesen «besonderen Reiz» verspüren, wie er sagte. Mit wenigen Schritten könne man in diesem Wettbewerb in einen «extrem spannenden Bereich» kommen. Anders ausgedrückt: Drei Siege fehlen den Stuttgartern noch bis zum Finale in Berlin.

Nach dem überraschenden Zweitrunden-K.o. des FC Bayern München scheint die Chance in diesem Jahr größer als sonst. Der VfB hat nicht nur im Dezember beim furiosen 5:1 bei Borussia Dortmund bewiesen, dass er den Großen an guten Tagen erhebliche Probleme bereiten kann. Die Gladbacher reisen nun ebenfalls als Champions-League-Teilnehmer nach Bad Cannstatt. Von der Königsklasse ist der VfB selbst zwar noch weit entfernt. Macht aber nichts, dachten sich Matarazzo und Sportdirektor Sven Mislintat. Sie funktionierten halt den Pokal-Wettbewerb zur schwäbischen Königsklasse um.

In der Bundesliga trennten sich die beiden Teams mit 2:2

«Das ist ein super Wettbewerb. Rino hat es mal gesagt: Das sind unsere Champions-League-Spiele. Wir freuen uns total drauf, sind Herausforderer, wollen alles investieren und weiterkommen», sagte Mislintat. «Ich sage jetzt nicht, dass wir den Cup gewinnen wollen. Aber je weiter wir kommen, und wenn wir es hinbekämen, dieses Erlebnis für diese junge Mannschaft zu haben, wäre das etwas richtig Cooles.» Gerade mal zweieinhalb Wochen ist es her, dass der VfB den Gladbachern in der Liga immerhin ein 2:2 abgetrotzt hat - wenn auch erst nach einem Last-Minute-Treffer dank eines äußerst schmeichelhaften Elfmeterpfiffs in der Nachspielzeit.

Zwischen den beiden offensivstarken Teams dürfte es nun nicht weniger unterhaltsam zugehen. Wer anstelle des verletzten Gonzalo Castro die Kapitänsbinde trägt, wollte Matarazzo nicht verraten. Ebenso wenig, ob Ersatztorhüter Fabian Bredlow wie schon beim Zweitrunden-Erfolg gegen Freiburg erneut im Tor stehen wird. Der Coach versprach aber immerhin: «Wir haben richtig Bock auf dieses Spiel.»