Kochen & Rezepte

Die neun besten Wildkräuter des Frühlings

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Die Großheppacherin Brigitte Reinhardt ist Kräuterpädagogin aus Leidenschaft. © ZVW/Alexandra Palmizi
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Kräuter
Bärlauch © ALEXANDRA PALMIZI
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Behaartes Schaumkraut © ALEXANDRA PALMIZI
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Brunnenkresse © ALEXANDRA PALMIZI
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Knoblauchsrauke © ALEXANDRA PALMIZI
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Vogelmiere © ALEXANDRA PALMIZI
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Labkraut © ALEXANDRA PALMIZI
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Löwenzahn © ALEXANDRA PALMIZI
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Schafgarbe © ALEXANDRA PALMIZI
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Kräuter
Wilder Schnittlauch © ALEXANDRA PALMIZI

Weinstadt. Sie benötigen keine Verpackung, stammen aus der Region und sorgen beim Sammeln für Bewegung an der frischen Luft: Brigitte Reinhardt aus Großheppach rät dazu, in der heimischen Küche verstärkt auf Wildkräuter zu setzen. Passend zum Frühjahr empfiehlt die Kräuterpädagogin neun essbare Wildpflanzen.

1. Bärlauch

Aus der Zwiebelpflanze mit intensivem Knoblauchgeruch wachsen in der Regel ein bis drei gestielte ovale Blätter und ein kugeliger, weißer Blütenstand. Alle Pflanzenteile sind genießbar. Es ist darauf zu achten, dass sie nicht mit den giftigen Doppelgängern Gefleckter Aronstab, Herbstzeitlose und Maiglöckchen verwechseln werden. „In Laub- und Auenwäldern ist der Bärlauch zu Hause und wurde schon von den Germanen sehr geachtet. Sie glaubten daran, dass der Bär nach dem Winterschlaf sich Kräfte von der Pflanze holt“, erläutert Brigitte Reinhardt. Bärlauch könne roh als Zutat in Kräuterquarks, Dips und Salaten verwendet werden. Nützlich ist er auch bei der Pesto-Herstellung, bei Suppen, Gemüsegerichten, Pfannkuchen und Gebäck.

2. Behaartes Schaumkraut

Es wirkt laut Brigitte Reinhardt entzündungshemmend, verdauungsfördernd, blutreinigend und stoffwechselanregend. Das Behaarte Schaumkraut eignet sich durch seinen Kressegeschmack als Salatzutat, für Kräuterquarks oder pur auf dem Butterbrot. Auch lässt sich ein Schaumkraut-Smoothie herstellen. Zutaten: eine Hand voll Blätter und Blüten des behaarten Schaumkrautes, fünf mittelgroße Löwenzahnblätter, eine halbe Ananas, ein Apfel, fünf Esslöffel Kokosmilch, Wasser oder Eiswürfel. Die Zutaten werden zunächst grob und im Mixgerät entsprechend der Anleitung weiter zerkleinert.

3. Brunnenkresse

Sie wirkt nach Angaben der Kräu- terpädagogin belebend und blutreinigend. Die Wirkungen der Inhaltsstoffe gehen allerdings durch Trocknung größtenteils verloren. Als sekundäre Inhaltsstoffe fungieren Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, die Vitamine A, B1, B2 und C, die Mineralstoffe Eisen, Jod, Phosphor und Calcium. Im Salat, im Kräuterquark oder auf einem Brot schmecken zarte Blätter und Triebspitzen besonders gut. Lecker ist auch eine Brunnenkresse-Suppe.

4. Knoblauchsrauke

Sie wirkt laut Brigitte Reinhardt antibakteriell, wassertreibend, auswurffördernd, schleimlösend und leicht wundheilend. Die Pflanze ist ideal als Würzkraut sowie für Salate, Öl und Dips. „Nur frisch verwenden: Wertvolle Inhaltsstoffe gehen durch Kochen oder Trocknen verloren“, rät die Großheppacherin. Sie empfiehlt zudem ein Rezept für mildes Knoblauchrauken-Öl. Zutaten: 750 Milliliter Oliven- oder Rapsöl sowie eine Hand voll klein geschnittene Knoblauchsrauke (Blätter, Stängel und Blüten). Zubereitung: Kräuter in ein Glas füllen, mit Öl aufgießen und an einem dunklen Ort mindestens eine Woche ziehen lassen. Das Öl mit mildem Knoblauchgeschmack eignet sich als pfiffige Zutat zum Salatdressing oder zum Einreiben von Fleisch und Geflügel vor dem Braten.

5. Vogelmiere

Durch ihre Inhaltsstoffe besitzt die Vogelmiere nach Angaben der Kräuterpädagogin Heilpflanzenqualität. „50 Gramm von ihr decken für uns Menschen den Vitamin-C-Bedarf von einem Tag.“ Die neuen Triebe passen gut in einen Salat oder in einen Smoothie. Für einen Kräuterquark oder als Brotaufstrich müssen sie klein geschnitten werden. „Ihr Geschmack erinnert an rohen Mais. Man kann sie auch wie Spinat kochen oder bei einer Gemüsesuppe dazugeben. Als Tee findet sie eine innere oder äußere Anwendung.“ Als Rezept empfiehlt Brigitte Reinhardt Vogelmieren-Marmorkuchen – und dafür sind folgende Zutaten nötig: eine Tasse Mehl, ein bis eineinhalb Tassen Zucker, ein Päckchen Backpulver, vier Eier, eine Tasse Öl, eine Tasse Mineralwasser und zwei Hand voll Vogelmiere. Zubereitung: Zunächst aus den Zutaten einen Rührteig wie gewohnt herstellen. Dann ein Drittel des Teiges in eine andere Schüssel geben und mit zwei Hand voll Vogelmiere mit dem Zauberstab mischen. Danach in eine ausgefettete Marmorkuchenform zuerst den hellen, dann den grünen Teig füllen. Mit einer Gabel Spiralen wie beim normalen Marmorkuchen ziehen – und schließlich im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad Celsius circa 50 bis 60 Minuten backen.

6. Labkraut

In der Naturheilkunde dient es nach Angaben von Brigitte Reinhardt der Anregung der Nierentätigkeit sowie der Entschlackung über die Niere. Die Triebspitzen finden Verwendung im Smoothie, als Dekoration oder als Zutat im Salat. Für eine Labkrautbowle (ohne Alkohol) sind folgende Zutaten nötig: ein Bund Labkraut, ein Liter Apfelsaft, Saft einer Zitrone, nach Wunsch Mineralwasser und ein Esslöffel Honig. Zubereitung: Labkraut etwas welken lassen, in den Apfelsaft geben und ein bis zwei Stunden ziehen lassen. Dann die Kräuter herausnehmen, Zitronensaft einrühren und nach Geschmack mit Mineralwasser mischen und süßen.

7. Löwenzahn

Bitterstoffe machen ihn laut der Kräuterfachfrau zum Superfood in Sachen Fettverdauung und regulieren gleichzeitig das Sättigungsgefühl. „Sie regen Leber und Galle an. Dies sind die idealen Voraussetzungen für eine Frühjahrskur“, betont die Großheppacherin. Neben sehr viel Eiweiß habe der Löwenzahn achtmal mehr Vitamin C und das Doppelte an Magnesium, Kalium und Phosphor als Kopfsalat. Einzelne Blättchen der inneren Blattrosette seien gesunde Zutaten im Salat, in der Pasta oder als essbare Deko. „Später, wenn man mehr Blättchen ernten kann, ist die Zubereitung von einem Pesto möglich.“

8. Schafgarbe

Als altbewährte Heilpflanze wird sie laut Brigitte Reinhardt zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und zur allgemeinen Kräftigung verwendet. „Wertvolle Bitterstoffe regen die Entgiftung an“, verspricht die Großheppacherin. Die feinen Blätter der Schafgarbe, auch „Augenbraue der Venus“ genannt, kommen in einen Mischsalat oder können frisch oder getrocknet als Tee getrunken werden.

9. Wilder Schnittlauch

Er wirkt laut Brigitte Rein- hardt appetitanregend, verdauungsfördernd, blutdruck- und cholesterinsenkend und stärkt das Immunsystem. „Wilder Schnittlauch ist essbar und nicht giftig.“ In der Küche wird das Kraut als Würzbeigabe für Salate, Pestos, Brotaufstriche oder Omelette verwendet – ganz ähnlich wie der Schnittlauch aus dem Garten oder der gekaufte. „Der Geschmack ist aber viel intensiver.“


Weitere Tipps

Entlang von Straßen oder auf Wegen, auf denen Hundebesitzer oft unterwegs sind, sollte aus nachvollziehbaren Gründen nichts gepflückt werden.

Es sollten laut Brigitte Reinhardt nur Pflanzen gegessen werden, die der Sammler hundertprozentig sicher bestimmen kann.

„Für Anfänger empfiehlt sich zum Kennenlernen eine geführte Wildkräuter-Wanderung“, findet die Großheppacherin. Die Kräuterpädagogin bietet immer wieder Wanderungen an. Bei ihre Touren gibt es auf Nachfrage auch Verkostungen. Wer Interesse hat, kann sich unter 0 71 51/64589 oder hbreinhardt@t-online.de melden.