Meinung

Die Polizei, die Neonazis und die Müll-Satire in der taz: Einige düstere Anmerkungen

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Symbolfoto. © Pixabay (CC0 Public Domain)

Gut, dass es die Polizei gibt! Wer sie auf den Müll wünscht, ist doof (und obendrein unfair zur Müllabfuhr, die einen ehrenwerten Job macht). So viel zur taz. Falls sich aber irgendwer fragen sollte, warum doch immer wieder Leute an der vorbehaltlosen Zuverlässigkeit der Polizei zweifeln – die Antwort lautet leider: Es gibt Gründe.

Die Polizei und das erschütterte Vertrauen: Der Tag, als Oury Jalloh starb

Es hat damit zu tun, dass Oury Jalloh verbrannte, am 7. Januar 2005 in einer Kellerzelle des Polizeireviers Dessau-Roßlau. Er habe sich selber angezündet, hieß es danach. Aber wie soll er das gemacht haben, ein Feuerzeug aus seiner Hose zu holen, ein Loch in die kunstlederne Matratze zu bohren und den Schaumstoff darin zum Entflammen zu bringen, mit gefesselten Händen? Und warum ignorierten Polizisten den anschlagenden Feueralarm und regelten die Gegensprechanlage runter, als sie den Sterbenden schreien hörten?

Die Polizei und der nationalsozialistische Untergrund: Drohungen und Hetze gehen weiter

Es hat damit zu tun, dass Seda Basay-Yildiz ein Fax erhielt. Bekannt wurde sie als Anwältin von Angehörigen Enver Simseks, den der NSU erschossen hatte. Sie sei eine „miese Türkensau“, hieß es in dem Fax, man werde ihre Tochter schlachten. Absender: „NSU 2.0“. Später stellte sich heraus, dass eine Chatgruppe dahintersteckte, in der sechs hessische Polizisten einander Bilder zugeschickt hatten wie dieses: Hitler vor rauchendem Schornstein – „umso größer der Jude, desto wärmer die Bude“.

Es hat damit zu tun, dass Polizisten in der Chatgruppe Nordkreuz Vorkehrungen für den Tag X besprachen, Feindeslisten mit den Namen von Politikern, Journalisten, Künstlern, Aktivisten führten und die Beschaffung von Leichensäcken und Löschkalk planten.

Es hat damit zu tun, dass sowohl in Nordrhein-Westfalen wie in Sachsen-Anhalt Disziplinarverfahren gegen Polizeibeamte liefen, die der Reichsbürgerszene nahestanden; damit, dass Anfang der 2000er Jahre zwei baden-württembergische Polizisten sich dem Ku-Klux-Klan anschlossen; damit, dass 2019 in Bayern eine Chatgruppe aufflog, in der drei Dutzend Polizisten einander rechtsextremistische Videos zuspielten; damit und mit noch manchem mehr.

Die Polizei und der Generalverdacht: Zu viele Einzelfälle

Ein Generalverdacht gegen die Polizei ist unangebracht, die meisten leisten gute und wichtige Arbeit, sie verdienen Dankbarkeit jeden Tag. Dämlich ist die Antifa, wenn sie so tut, als seien die armen Bereitschaftspolizisten, die da am Wochenende wieder mal – eingekeilt zwischen Neonazi-Aufmarsch und Linksprotest – Demo-Dienst schieben müssen, allesamt Kryptofaschisten.

Das Wort „Einzelfall“ aber verliert an beschwichtigender Wirkung, wenn man es zu oft in den Plural setzen muss.

Gut, dass es die Polizei gibt! Wer sie auf den Müll wünscht, ist doof (und obendrein unfair zur Müllabfuhr, die einen ehrenwerten Job macht). So viel zur taz. Falls sich aber irgendwer fragen sollte, warum doch immer wieder Leute an der vorbehaltlosen Zuverlässigkeit der Polizei zweifeln – die Antwort lautet leider: Es gibt Gründe.

Die Polizei und das erschütterte Vertrauen: Der Tag, als Oury Jalloh starb

Es hat damit zu tun, dass Oury Jalloh verbrannte, am 7. Januar 2005 in

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