VfB Stuttgart

Die Stuttgarter Aufholjagd kam zu spät

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Verpasste kurz vor Schluss nur knapp das 3:3: Anastasios Donis. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Der VfB Stuttgart ist mit einer 2:3-Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 in die Rückrunde gestartet und offenbarte auch im neuen Jahr viele altbekannte Probleme. Die Aufholjagd der Schwaben gegen die Mainzer kam letztlich zu spät. Die Weinzierl-Elf verharrt auf dem Relegationsplatz - und muss weiter auf einen Neustart warten.

Wie die 2:3-Niederlage der Stuttgarter zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse

Formation und Aufstellung

Mit den beiden Winterneuzugängen Alexander Esswein und Steven Zuber in der Startelf gingen die Schwaben in ihr erstes Pflichtspiel im Kalenderjahr 2019. Gonzalo Castro verteidigte für den angeschlagenen Andreas Beck hinten rechts, auf der linken Abwehrseite erhielt Borna Sosa zunächst den Vorzug vor Emiliano Insua. In einem 4-1-4-1-System spielte Dennis Aogo auf der Sechs und Marc Oliver Kempf und Timo Baumgartl bildeten das Innenverteidiger-Duo.

Pablo Maffeo, Daniel Didavi und Chadrac Akolo hatten es nicht in den Stuttgarter Kader geschafft. Auch Rekord-Transfer Ozan Kabak fehlte noch im Aufgebot von Markus Weinzierl, weilte aber im Stadion und wird Anfang nächster Woche ins Mannschaftstraining einsteigen.

Spielidee und Taktik

Mit mehr Wucht und Dynamik wollten die Stuttgarter ins neue Jahr starten. Ansätze eines schnörkellosen und vertikalen Umschaltspiels waren zumindest in der Anfangsphase zu sehen, doch die Mainzer übernahmen durch eine robuste Spielweise schnell die Spielkontrolle und kauften der Heimelf in der ersten Halbzeit den Schneid ab. Zwei Wechsel und eine Systemumstellung auf ein 4-2-3-1 waren die Konsequenzen, die Trainer Weinzierl aus dem schwachen Auftritt seiner Elf in den ersten 45. Minuten zog. Das Stuttgarter Spiel wurde in der Folge etwas zielstrebiger und in der turbulenten Schlussphase verpasste der eingewechselte Donis nur haarscharf den Ausgleich.

Spielentscheider 

Letztlich kam die Stuttgarter Aufholjagd zu spät, aber unterm Strich fehlte dem VfB über 90 Minuten eine klare Struktur im Spiel. Den Pausenrückstand verwandelten die Schwaben durch eine Willensleistung und dank Mainzer Unkonzentriertheiten zwar um ein Haar noch in ein 3:3, doch die Weinzierl-Elf offenbarte auch im neuen Jahr zu viele altbekannte Probleme. Die Defensive war zu wackelig, das Aufbauspiel zu fehlerbehaftet und in der Offensive fehlte wie schon in der Hinrunde die Durchschlagskraft. Auch die beiden Neuzugänge Steven Zuber und Alexander Esswein konnten das schwäbische Offensivspiel nicht beleben, beide zeigten ein durchwachsenes Debüt. Auf den VfB wartet in dieser Verfassung ein langer und zäher Abstiegskampf.

Stimmen zum Spiel

Trainer Markus Weinzierl: „Wir waren die ersten zehn Minuten gut im Spiel. Nach dem ersten Gegentor haben wir etwas den Faden verloren und insgesamt keine gute erste Hälfte gespielt. In der Pause haben wir uns viel für den zweiten Durchgang vorgenommen und wollten noch etwas Zählbares mitnehmen. Wir kommen dann noch einmal ran, schaffen es aber nicht noch das dritte Tor zu erzielen, das möglich gewesen wäre und das ich der Mannschaft gegönnt hätte. Heute war es aber eben so, dass wir in der Defensive zu viel zugelassen haben - vor allem die Gegentore waren zu einfach - und in der Offensive die Tore zu spät gemacht haben.“

Steven Zuber: „Wir müssen weiter hart arbeiten. Es sind noch 16 Spiele und da müssen wir jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Ich hatte heute eine große Chance und muss eigentlich ein Tor machen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann mit mehr Schwung gespielt und auch ich hatte mehr Aktionen. Die Stimmung in der Kabine ist positiv. Das müssen wir jetzt auf den Platz bringen. Dann holen wir noch viele viele Punkte.“

Marc Oliver Kempf: „Die ersten zehn Minuten waren gut, dann haben wir den Druck auf den Gegner verloren. Wir verstecken uns zu viel und hatten nicht den Mut, die erste Halbzeit so zu spielen, wie die zweiten 45. Minuten. Auch wenn es nächste Woche in München schwer wird. Jedes Spiel ist eine Chance.“

Ron-Robert Zieler: „Am Ende waren wir noch einmal ganz nah dran. Es ist ganz bitter, aber wir haben zu einfache Gegentore bekommen. Wir müssen ehrlich zu uns sein. Heute wäre ein Sieg extrem wichtig gewesen. Die Enttäuschung überwiegt, aber wir haben gesehen, dass die Mannschaft lebt. Die Rückrunde wird noch lange und hart. Nächste Woche haben wir auswärts in München das schwerste Spiel der Saison, aber es bringt jetzt nichts, Panik zu schieben. Das Spiel muss auch erst einmal gespielt werden.“

Sportvorstand Michael Reschke: „Wir sind am Anfang eigentlich ordentlich ins Spiel gekommen. Danach waren uns die Mainzer deutlich überlegen. Die zweite Halbzeit war dann besser. Insgesamt war es enttäuschend. Die Mainzer waren aggressiver und präsenter. Daran müssen wir uns ein Beispiel nehmen. Das darf uns in dieser Phase in einem Heimspiel eigentlich nicht passieren. Jeder einzelne Spieler und wir alle müssen uns jetzt hinterfragen. Die Rückrunde wird zäh werden. Aber wir sind nach wie vor fest vom Klassenverbleib überzeugt. Dass die Fans nach einem 0:3-Rückstand zu Hause gegen Mainz sauer sind, dafür habe ich vollstes Verständnis.“

Ausblick 19. Spieltag

Freitag, 25. Januar

  • Hertha BSC - FC Schalke 04; 20.30 Uhr

Samstag, 26. Januar

  • Borussia Dortmund - Hannover 96; 15.30 Uhr
  • Bor. Mönchengladbach - FC Augsburg; 15.30 Uhr
  • SC Freiburg - 1899 Hoffenheim; 15.30 Uhr
  • FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg; 15.30 Uhr
  • VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen; 15.30 Uhr
  • Werder Bremen - Eintracht Frankfurt; 18.30 Uhr

Sonntag, 27. Januar

  • Bayern München - VfB Stuttgart; 15.30 Uhr
  • Fortuna Düsseldorf - RB Leipzig; 18 Uhr

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