VfB Stuttgart

Die Stuttgarter Profis in der Einzelkritik: Bayer Leverkusen wirbelt den VfB gehörig durcheinander

Fußball Bundesliga   Bayer 04 Leverkusen vs. VfB Stuttgart
Hängende Köpfe beim VfB Stuttgart nach der klaren Niederlage in Leverkusen. © Pressefoto Baumann

Mit einem Torfestival gegen den VfB Stuttgart hat Bayer Leverkusen vier Tage nach dem peinlichen Pokal-Aus bei Viertligist Rot-Weiss Essen eindrucksvoll Wiedergutmachung betrieben. Die Werkself bezwang ihren Lieblingsgegner aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt am Samstag mit 5:2 (2:0) und wirbelte die Defensive der Schwaben dabei gehörig durcheinander. Allerdings hatte Bayer auch Glück, dass es statt des 3:1 keinen Handelfmeter für Stuttgart gab. Es war der 37. Bundesliga-Sieg gegen die Stuttgarter, gegen keinen anderen Rivalen gewann Leverkusen öfter.

Matchwinner waren Ex-Nationalspieler Demirbay, der die ersten beiden Treffer (18./31.) erzielte, und Moussa Diaby, der drei Treffer vorbereitete. Auch die von Leon Bailey (56.) und Florian Wirtz (68.), der als erster Spieler unter 18 Jahren schon fünf Bundesliga-Tore hat. Der aus Leicester geholte Demarai Gray setzte beim Debüt zehn Minuten nach der Einwechslung den Schlusspunkt (84.). Sasa Kalajdzic schoss beide VfB-Tore (50./78.).

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Gregor Kobel: Die etatmäßige Nummer eins kehrte wie erwartet zwischen die Pfosten zurück und der Schweizer bewahrte den VfB direkt mit einem tollen Reflex vor einem frühen Rückstand (2.). Vor dem 0:1 zunächst noch mit einer guten Parade gegen Diaby (18.). Chancenlos trotz Tunnel beim 0:2 (31.). Gut mitgespielt gegen Diaby (55.) und nur Augenblicke später erneut überwunden (56.). Keine Chance auch beim vierten und fünften Bayer-Treffer (68./84.). Noch einmal bockstark gegen Schick (80.) - Note: 2

Marc Oliver Kempf: Musste gegen die pfeilschnellen Flügelspieler der Werkself Schwerstarbeit verrichten. Vor dem 0:1 kam er den entscheidenden Schritt zu spät, ansonsten aber solide. Musste aus taktischen Gründen zur Pause runter - Note: 3,5

Waldemar Anton: Sollte eigentlich der Ruhepol in der schwäbischen Dreierreihe sein. Immer wieder versuchte er, die Brandherde in der VfB-Abwehr zu löschen. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Holte nur 33 Prozent seiner direkten Duelle - Note: 4,5

Konstantinos Mavropanos: Einige Fehlpässe im Spielaufbau, immer wieder ungestüme Zweikampfführung und unglücklicher Tunnel kurz vor dem 0:1 (18.). Zudem schlechtes Stellungsspiel vor dem 0:2 (31.) und insgesamt mit immensen Problemen gegen Schick - Note: 5

Orel Mangala: Das wichtige Scharnier zwischen Defensive und Offensive war gegen Leverkusen zunächst vor allem am eigenen Sechzehner gefordert. Allerdings konnte der Belgier nur selten Druck von der Hintermannschaft nehmen. Im Umschaltspiel fehlte wie bei vielen VfB-Profis an diesem Samstag die nötige Präzision - Note: 4

Wataru Endo: Führte die Mannschaft in Abwesenheit des verletzten Gonzalo Castro erneut als Kapitän aufs Feld. Der Japaner überzeugte in der Zentrale zu Beginn als resoluter Ausputzer und kluger Taktgeber, aber auch er konnte den Spielfluss der Werkself kaum einbremsen. Rückte in der zweiten Hälfte in die Dreierkette zurück, aber auch diese Umstellung brachte nicht die gewünschte Stabilität - Note: 4

Roberto Massimo: Offensiv harmlos, im Rückwärtsgang gegen Diaby nicht immer auf der Höhe. Unnötiger Ballverlust vor dem 0:2 (29.). Ein gebrauchter Nachmittag - Note: 4,5

Silas Wamangituka: Kam in Halbzeit eins vornehmlich über den linken Flügel und dribbelte sich häufig fest. Erster gefährlicher Abschluss nach 24 Minuten. In Durchgang zwei dann häufig über rechts und dort deutlich auffälliger. Frecher Abschluss aus spitzem Winkel (55.), letztlich ging der Kongolese an diesem Spieltag aber leer aus - Note: 4

Philipp Förster: Unauffälliger Auftritt des offensiven Mittelfeldspielers, zudem immer wieder mit leichten Fehlpässen. Verpasste kurz vor dem Halbzeitpfiff aus 16 Metern den Anschlusstreffer (45.). Konnte so seine Chance in der Startelf nicht wirklich nutzen - Note: 4,5

Mateo Klimowicz: Verpasste eine erste Chance aus guter Position (14.) und spielte im Mittelfeld ab und an ein kleines sehenswertes, aber letztlich wirkungsloses Kabinettstückchen, ansonsten kaum ins Spiel eingebunden - und nach 62 Minuten ausgewechselt - Note: 4,5

Nicolas Gonzalez: Häufig in der Sturmspitze unterwegs und nach einem Zusammenprall mit Bayer-Keeper Hradecky ging es für den Argentinier nicht mehr weiter (22.) - Note: ohne Bewertung

Einwechselspieler:

Sasa Kalajdzic (ab der 22. Minute für Nicolas Gonzalez): Brauchte ein wenig, um ins Spiel zu finden. Verkürzte dann aber mit einem technisch feinen Abschluss (50.). Scheiterte nach einem Klement-Freistoß an Bayer-Keeper Hradecky (70.) und war nach Vorarbeit von Thommy erneut zur Stelle (77.) - Note: 2

Erik Thommy (ab der 46. Minute für Roberto Massimo): Sorgte bei seinem Saison-Debüt direkt mit einer Vorlage für Kalajdzic für neue Hoffnung. In der 77. Minute mit der nächste Vorlage für Kalajdzic. Tolles Comeback! - Note: 2

Naouirou Ahamada (ab der 46. Minute für Marc Oliver Kempf): Der 18 Jahre alte Franzose feierte in Leverkusen sein Bundesliga-Debüt und leitete mit einem Ballverlust direkt einen Gegentreffer ein. Bitter. - Note: 4

Philipp Klement (ab der 62. Minute für Mateo Klimowicz): Schlug einige gute Standars, unter dem Strich aber wirkungslos - Note: -

Tanguy Coulibaly (ab der 80. Minute für Philipp Förster): Ohne Bewertung - Note -

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form