VfB Stuttgart

„Eat. Sleep. Sosa-Flanke. Kalajdzic-Tor. Repeat“: Wie ein neues Traumduo die Herzen der VfB-Fans im Sturm erobert

Fußball Bundesliga 1.FC Köln vs. VfB Stuttgart
Gesucht und gefunden: Stürmer Sasa Kalajdzic (li.) und Außenbahnspieler Borna Sosa (re.). © Pressefoto Baumann

In der aktuellen 11Freunde-Ausgabe findet sich ein ganz wunderbares Format. Auf sechs Seiten huldigen sechs Stürmer mit Liebesbriefen ihren Angriffspartnern respektive Vorlagengebern. Unter dem Titel „Sturm der Liebe“ durfte hier HSV-Legende Charly Dörfel Liebesbekundungen an seinen ehemaligen Kollegen Uwe Seeler schicken („Ich kann voller Stolz sagen, dass ich dir so viele Jahre lang gegen den Kopf schießen durfte“) und Ivan Klasnic in Erinnerung an die letzte Bremer Meisterschaft schwelgen. Am Titelgewinn von 2004 hatten er und der brasilianische „Kugelblitz“ Ailton einen maßgeblichen Anteil: „Auf dem Rasen haben wir uns eben blind verstanden.“

Erinnerungen an das Duo Terodde/Insua

Sollten die Journalisten aus Berlin dieses Format in 20 Jahren noch einmal aufleben lassen, könnten auch zwei Profis des VfB Stuttgart einander in Briefform ihre Zuneigung kundtun. Die Rede ist von Sasa Kalajdzic und Borna Sosa. Der Stürmer aus Wien und sein Flankengeber aus Zagreb zaubern den Stuttgarter Fans aktuell regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht - und wecken Erinnerungen an das Traumduo Emiliano Insua und Simon Terodde, das den VfB in der Saison 2016/17 zurück in die Bundesliga geschossen hatte.

Die Losung von damals („Eat. Sleep. Insua-Flanke. Terodde-Tor. Repeat!“) erfährt gerade entsprechend aktualisiert eine Renaissance. Jüngst in Köln sorgten „Sosa & Sasa“ für einen wichtigen VfB-Sieg. Nach einem Freistoß von Sosa köpfte Kalajdzic den Ball zum entscheidenden 1:0 ins lange Eck. Für den 23 Jahre alten Österreicher war es das fünfte Tor in den vergangenen vier Spielen, schon das fünfte Kopfball-Tor der Saison und insgesamt schon sein zehnter Treffer.

Flanke Borna, Kopfball Sasa - so einfach geht’s

„Borna bringt einfach geile Flanken mit Schmackes, mit sehr viel Effet und Zug, sodass ich nur noch meinen Kopf dranhalten muss. Es freut mich, dass es von Spiel zu Spiel immer besser klappt“, jubelte Kalajdzic anschließend in seinem sympathischen Wiener Schmäh. Auch Trainer Pellegrino Matarazzo grinste auf der Pressekonferenz in seinen Bart: „Flanke Borna, Kopfball Sasa – wir haben ja schon in den vergangenen Wochen gesehen, was das für eine Waffe sein kann.“

Dass der gebürtige Wiener, der im Alter von 18 Jahren noch in der viertklassigen Wiener Stadtliga kickte, mit einer beeindruckenden Mischung aus Technik und Torgefahr die Liga aufmischt, war zu Saisonbeginn alles andere als absehbar. Der Zwei-Meter-Mann hatte sich im Sommer 2019 kurz nach seinem Wechsel vom FC Admira Wacker Mödling zum VfB eine komplizierte Knie-Verletzung zugezogen. Die Aufstiegssaison verpasste er daraufhin fast komplett, erst im Schlussspurt feierte er sein Comeback und deutete sein Potential bereits an.

Dennoch waren die Erwartungen vor dem Bundesliga-Start nicht all zu hoch. Inzwischen wird Kalajdzic vom Boulevard als „Ösi-Riese“ gefeiert und die Herzen der schwäbischen Fans hat er mit seiner offenen Art, seinem verschmitzten Grinsen und nicht zuletzt durch seine Leistungen auf dem Platz im Sturm erobert.

Der Fluch des Erfolgs: Kann der VfB sein Traumduo über den Sommer hinaus halten?

Seinen Anteil an diesem Lauf hat selbstverständlich auch der 23 Jahre alte Abwehrspieler Borna Sosa. Der junge Kroate hat nach drei Jahren in Stuttgart ganz offensichtlich endlich den Durchbruch geschafft und serviert seinem Sturmpartner gerade einen Treffer nach dem anderen auf dem Silbertablett.

Fünf seiner bisher sechs Vorlagen gab Sosa bei seinen letzten sechs Einsätzen, dreimal bereitete er einen Kalajdzic-Treffer vor. In einem Interview mit dem kroatischen Fußballverband sagte Sosa nun: „Der Mann ist zwei Meter groß, wohin soll ich denn flanken, wenn nicht auf seinen Kopf?“

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Der kroatische U-21-Nationalspieler scheint das Etikett des „schlampigen Genies“ endgültig abgelegt zu haben. Kein Wunder also, dass sein Name mittlerweile auch auf dem Einkaufszettel des FC Bayern München stehen soll. Performt das neue Stuttgarter Traumduo weiter auf dem aktuellen Niveau, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch andere europäische Topclubs ein Auge auf den technisch versierten Linksfuß und den spielstarken Stürmer werfen.

Bis dahin dürfen die beiden aus Sicht der VfB-Fans aber gerne noch eine Weile im Trikot mit dem roten Brustring zum Jubel ansetzen. Damit es zumindest in dieser Saison noch ein paar Mal heißt: „Eat. Sleep. Sosa-Flanke. Kalajdzic-Tor. Repeat!“