VfB Stuttgart

Ein folgenschwerer Platzverweis

Fußball Bundesliga Hamburger SV vs. VfB Stuttgart_0
Stuttgarts Mittelfeldspieler Dzenis Burnic wurde nach 13. Minuten vom Platz gestellt. © Danny Galm

Hamburg.
Auch im sechsten Auswärtsspiel der Saison gelang dem VfB Stuttgart nicht der lange ersehnte erste Punktgewinn auf fremdem Rasen. Beim Hamburger SV musste sich die Mannschaft von Hannes Wolf am Samstag mit 3:1 (1:0) geschlagen geben.

Profitierten die Stuttgarter in der Vorwoche von einer frühen Roten Karte für Freiburgs Cagler Söyüncü, so waren die Schwaben an diesem Samstag in Hamburg die Leidtragenden einer frühen Hinausstellung: Stuttgarts Mittelfeldspieler Dzenis Burnic wurde nach 13. Minuten von Schiedsrichter Guido Winkmann vom Platz gestellt

Aaron Hunt (20.), Filip Kostic (65.) und Jann-Fiete Arp (69.) trafen für die Hanseaten. Daniel Ginczek hatte vor 54.976Zuschauern im Hamburger Volksparkstadion vom Elfmeterpunkt aus für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (55.).

Die Auswärtsniederlage des VfB Stuttgart in der ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Für den gelbgesperrten Santiago Ascacibar kehrte gegen den Hamburger SV Dennis Aogo zurück in die Startelf. Im 4-2-3-1-System bildete der ehemalige HSV-Spieler zusammen mit Dzenis Burnic die Doppelsechs. Die Viererkette (Insua, Pavard, Baumgartl, Beck) und die Offensivabteilung (Özcan, Akolo, Asano und die einzige Spitze Ginczek) veränderte Hannes Wolf nicht.

Spielidee und Taktik

Mit zwei Siegen und sechs geschossenen Toren im Rücken entwickelt sich beim Aufsteiger langsam ein Gefühl von Vertrauen in die eigene Qualität. „Ein Gefühl, dass wir mit den jungen Leuten trotz der ganzen Ausfälle in der Bundesliga bestehen und Spiele gewinnen können“, sagt Trainer Hannes Wolf. Mit diesem Selbstbewusstsein sollte am Samstagnachmittag in der Hansestadt zum ersten Mal in dieser Saison in der Fremde gepunktet werden.

Spielverlauf kompakt

Im stimmungsvollen Volksparkstadion verpasste Ginczek nach einem starken Vertikalpass von Özcan den frühen Führungstreffer (3.). Auf der Gegenseite vergab Hunt aus spitzem Winkel die erste gute HSV-Chance (9.).  Nach 13 Minuten musste Stuttgarts Mittelfeldspieler Burnic mit Gelb-Rot vom Platz und nur wenige Minuten später schoss Hunt die Hausherren unter gütiger Mithilfe von VfB-Keeper Zieler in Führung (20.). Der HSV spielte mit viel Herz, konnte seine numerische Überlegenheit aber nur selten ausspielen.

Direkt nach dem Wiederanpfiff sprach Schiedsrichter Winkmann nach Rücksprache mit seinem Videoassistenten dem VfB einen Handelfmeter zu, den Ginczek sicher verwandelte (55.). Doch die Freude bei den Gästen währte nur kurz. Zunächst köpfte der ehemalige Stuttgarter Kostic die Hanseaten wieder in Führung (65.), ehe der 17-jährige Arp das Spiel (69.) mit einer feinen Einzelaktion entschied.

Spielentscheider

Daniel Ginczek hätte das Spiel gegen den HSV in eine komplett andere Richtung lenken können, wenn er den VfB in der 3. Minute in Führung geschossen hätte. In der Folge nahm das Unheil für den Aufsteiger seinen Lauf. Dzenis Burnic wurde nach einer strittigen Szene früh vom Platz gestellt (13.), Torhüter Ron-Robert Zieler griff daneben und der HSV führte. Ein folgenschwerer Platzverweis, den VfB-Teammanager Günther Schäfer in der Halbzeitpause sogar als „Skandal“ bezeichnete.

Auf den Punkt gebracht

Für VfB-Trainer Hannes Wolf war die Partie nach dem frühen Platzverweis schon so gut wie gelaufen. „Das war ein entscheidender Moment und keine Gelbe Karte“, ärgerte sich der 36-Jährige nach dem Schlusspfiff. Torhüter Ron-Robert Zieler versuchte am Sky-Mikrofon seinen Blackout zu erklären: „Vielleicht war ich mir im Unterbewusstsein schon sicher, dass ich ihn habe. Mein Fehler. Da brauchen wir nicht darüber reden.“

Hamburgs Trainer Markus Gisdol freute sich über den 500. Bundesliga-Heimsieg für den HSV, wollte die Gelb-Rote Karte für Dzenis Burnic aber nicht als Spielentscheider sehen: „Wir waren schon vor dem Platzverweis gut im Spiel drin. Wir waren immer geduldig und haben verdient gewonnen.“

Schiedsrichter Guido Winkmann räumte nach dem Spiel direkt einen Fehler ein und erklärte die Szene gegenüber Sky wie folgt: „Nach meiner Wahrnehmung auf dem Platz ist der Spieler rücksichtslos eingestiegen. Die Fernsehbilder geben das aber nicht her. Es war ein Fehler von mir und dazu stehe ich.“

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Ausblick

Nach der Länderspielpause geht es für den VfB Stuttgart mit einem Heimspiel gegen Borussia Dortmund weiter. Zum Auftakt des 12. Spieltages empfangen die Schwaben am Freitag, den 17. November (20.30 Uhr/ZVW-Liveticker), die Mannschaft von Peter Bosz.

Für Markus Gisdol und den HSV geht es in zwei Wochen mit einem Auswärtsspiel auf Schalke weiter. Anpfiff in der Gelsenkirchener Veltins-Arena ist am Sonntag, den 19. November, um 15.30 Uhr.


Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:1 (1:0)

Hamburg: Mathenia - Diekmeier, Papadopoulos, Mavraj, Douglas Santos – Ekdal (90. Janjic), Sakai – Ito (68. Waldschmidt), Hunt (82. Hahn), Kostic – Arp

Bank: Mickel (Tor), Walace, Wood, van Drongelen

Trainer: Markus Gisdol

Stuttgart: Zieler - Beck, Baumgartl, Pavard, Insua - Aogo, Burnic - Asano, Akolo (82. Ailton), Özcan (66. Mangala) – Ginczek (76. Terodde)

Bank: Grahl (Tor), Brekalo, Grgic, Ofori

Trainer: Hannes Wolf


Tore: 1:0 Hunt (20.), 1:1 Ginczek (55./HE), 2:1 Kostic (65.), 3:1 Arp (69.)

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Dzenis Burnic (13./wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

Zuschauer: 54.976