VfB Stuttgart

„Ein Beweis für die Moral des Teams“: Wie VfB-Trainer Matarazzo das 3:3 bei der TSG Hoffenheim einordnet

Fußball Bundesliga  TSG 1899 Hoffenheim vs. VfB Stuttgart
Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. © Pressefoto Baumann

Die Optimisten unter den VfB-Fans durften sich nach dem 3:3 ihrer Mannschaft bei der TSG Hoffenheim über den Ausbau einer Serie freuen: Sieben Spiele ohne Niederlage reiht der Aufsteiger mittlerweile aneinander. Die Pessimisten halten dagegen und ärgern sich über zuletzt vier Remis in Serie. Auch wenn das Last-Minute-Ausgleichstor von Innenverteidiger Marc Oliver Kempf gegen die TSG die Schwaben am Samstag immerhin zu gefühlten Siegern machte.

Wie bewerten die beteiligten Akteure das wilde Remis in der Sinsheimer ProZero Arena? Die Stimmen zum Spiel:

VfB-Cheftrainer Pellegrino Matarazzo: „Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen und hatten ein paar Chancen in Führung zu gehen. Leider sind wir gleich bei der ersten Chance des Gegners in den Rückstand geraten, der auch ein Stück weit zufällig fiel, weil Christoph Baumgartner einen Doppelpass mit unserem Spieler spielt. Wir haben zu diesem Zeitpunkt sehr gut gespielt und haben auch nach dem 0:1 nicht nachgelassen, sondern weitergemacht wie davor und zwei verdiente Tore erzielt. Vor der Pause hatten wir noch weitere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Wir hatten uns dann vorgenommen, in der zweiten Hälfte genauso dominant aufzutreten. Wir kamen aber mit dem Druck des Gegners nicht klar, haben uns viel zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung geleistet und so das Momentum des Spiels verloren. Dazu kam, dass wir in der zweiten Hälfte nicht die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen haben. Am Ende ist das 3:3 ein Beweis für die Moral des Teams. Wenn man die beiden Hälften betrachtet, ist es ein verdienter Punkt für uns.“

TSG-Coach Sebastian Hoeneß: „Die Art und Weise, wie wir in der zweiten Hälfte aufgetreten sind, macht mich stolz. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich. Aber ich ärgere mich natürlich über den späten Ausgleich. Das 3:3 war ein Genickbrecher für uns. Auch das werden wir wegstecken. Wir haben eine super Reaktion in den zweiten 45 Minuten gezeigt, aus meiner Sicht wäre der Sieg verdient gewesen. Die Mannschaft ist mit der grundsätzlichen Situation gut umgegangen. Das ist nicht selbstverständlich nach den vergangenen Tagen und Wochen.“

VfB-Keeper Gregor Kobel: „Wir sind mit viel Power ins Spiel gegangen und haben in der ersten Hälfte ein super Spiel gemacht. Wir haben vorne früh Druck auf den Gegner ausgeübt und ihn dadurch vor Probleme gestellt. Bei Ballbesitz haben wir sehr sauber agiert und hatten viel weniger Fehlpässe in unserem Spiel als dann in der zweiten Hälfte. Wir sind stark nach vorne durchgekommen und hätten noch das eine oder andere Tor mehr schießen können. Unterm Strich war es eine super erste Halbzeit – die zweite war es aber weniger. Die Hoffenheimer haben da mehr Druck gemacht, vor allem im Mittelfeld und ganz vorne. Sie kamen nach der Pause viel besser ins Spiel und hatten ein paar Chancen. Wir hatten dagegen einfache Ballverluste und hätten es mehr spielerisch lösen sollen. Da ist das Spiel ein bisschen gekippt. Unterm Strich geht es in Ordnung, dass wir am Ende noch zum 3:3 ausgleichen, aber wir müssen auch glücklich darüber sein.“

VfB-Verteidiger Marc Oliver Kempf: „Es ist schön, dass wir zumindest noch einen Punkt entführen konnten. Wir hatten heute einen echt guten Matchplan und hatten den Gegner genau so erwartet, wie er dann aufgetreten ist. Wir haben die Räume, die wir bekommen haben, gut bespielt und uns damit viele gute Möglichkeiten herausgespielt. In der zweiten Hälfte hat der Gegner dann hinten von Fünfer- auf Viererkette umgestellt und ist uns vorne aggressiver angelaufen. Dadurch hatten wir dann auch nicht mehr so den Zugriff und haben zu viele Bälle im Spielaufbau zu einfach verloren. Man hat heute wieder gesehen, dass der Kampfgeist da ist und wir alle bis zuletzt versuchen, doch noch etwas mitzunehmen.“

TSG-Torhüter Oliver Baumann: „Der Frust überwiegt heute. Eine gute Hälfte reicht einfach nicht. Wir hatten in den ersten 45 Minuten keinen Zugriff auf das Spiel. In der zweiten Hälfte haben wir uns gesteigert und sogar mit der Führung belohnt. Wir haben es dann nicht nach Hause gebracht. Das könnte für den weiteren Saisonverlauf gut sein als Lernprozess. Wir bekommen zu einfache Gegentore. Mit drei Gegentreffern wird es schwer, ein Spiel zu gewinnen.“

Der Blick auf die Tabelle