VfB Stuttgart

Einzelkritiken: Platzverweis für Didavi, Massimos fataler Doppelfehler

Fußball  2.Bundesliga Holstein Kiel vs. VfB Stuttgart
Wollte nach dem Spiel am liebsten im Boden versinken: Roberto Massimo. © Pressefoto Baumann

Im Aufstiegskampf gerät der VfB Stuttgart zunehmend unter Druck. Die Schwaben von Trainer Pellegrino Matarazzo verloren am Sonntag mit dem 2:3 (0:1) bei Holstein Kiel auch das zweite Spiel des Neuanfangs nach der Zwangspause. Emmanuel Iyoha (7. Minute) sowie Jannik Dehm (78.) und Lion Lauberbach (79.) per Doppelschlag machten am Sonntag den zweiten Sieg der Kieler über den Zweitliga-Favoriten in dieser Saison perfekt. Für die eine Stunde in Unterzahl spielenden Schwaben trafen Nicólas González per Foulelfmeter (59.) und Silas Wamangituka (86.). Die VfB-Profis in der Einzelkritik:

Gregor Kobel: Klebte vor dem 0:1 zu lange auf der Linie und öffnete Iyoha so die lange Ecke (7.), gute Faustabwehr gegen einen frechen Abschluss von Reese (37.) und ein Riesen-Reflex gegen den Volley-Abschluss von Mühling (60.). Vor dem 1:2 noch mit einer klasse Parade, vor dem dritten Gegentreffer dann im Niemandsland - Note: 4

Pascal Stenzel: Hatte einige Probleme mit dem flinken Reese und in einigen Szenen funktionierte die Absprache mit Keeper Kobel nicht. Trat nach Didavis Platzverweis die Stuttgarter Ecken – mit überschaubarem Erfolg - Note: 4

Holger Badstuber: Bei seiner Rückkehr in die Startelf mit einem soliden Auftritt. Zweikampfstark in der Defensive (75 Prozent gewonnene Duelle) und sicher im Spielaufbau (92 Prozent Passquote). Die VfB-Abwehr konnte er dennoch nicht stabilisieren - Note: 3 

Marcin Kaminski: Übernahm den linken Part in der neuformierten Stuttgarter Viererkette und war direkt zu langsam gegen Iyoha (7.). Ansonsten spielte der Pole einen soliden Stiefel, ohne wirklich entscheidend zur Stabilität der Stuttgarter Hintermannschaft beizutragen - Note: 3,5

Wataru Endo: Viele Ballaktionen im Zentrum, zwei unpräzise Abschlüsse in Durchgang eins (34./43.), feine Vorarbeit für Wamangituka (86.). Unter dem Strich ein ordentlicher Auftritt, aber die Konterabsicherung im Zusammenspiel mit Karazor funktionierte nicht gut - Note: 3,5

Atakan Karazor: An alter Wirkungsstätte – von 2017 bis 2019 trug der 1,90 Meter Schlaks das KSV-Trikot – gemeinsam mit Endo auf der Doppelsechs. Sah nach 26 Minuten seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison und wird der Mannschaft daher im Spitzenspiel gegen den HSV fehlen. Auch sonst ein durchwachsenes Spiel. Zwar passsicher (91 Prozent Passquote), dafür aber schwach in den direkten Duellen (Zweikampfquote 25 Prozent) - Note: 4,5

Clinton Mola: Der 19-jährige Winterneuzugang durfte nach zwei Kurzzeit-Einsätzen gegen Aue und Bochum zum ersten Mal von Beginn an ran, startete sehr nervös und leistete sich einige unnötige Fouls. Offensiv trat der junge Engländer so gut wie nicht in Erscheinung, gruselige Zweikampfquote (18 Prozent). Ein schwaches Startelf-Debüt - Note: 5 

Daniel Didavi: Der Stuttgarter Kapitän bekam in der Zentrale ordentlich auf die Socken und kam daher kaum zur Entfaltung. Holte sich dann kurz vor dem Pausenpfiff innerhalb von drei Minuten zwei Gelbe Karten ab – und wurde vorzeitig zum Duschen geschickt. Fehlt dem Team somit auch am Donnerstag gegen den HSV. Mit der Binde am Arm und der Erfahrung von 151 Bundesliga-Spielen in den Knochen darf dem Mittelfeldspieler so etwas nicht passieren - Note: 6

Philipp Förster: Beackerte fleißig die rechte Außenbahn und brachte einige Flanken gut in den Kieler Strafraum. Lieferte zudem vier Torschussvorlagen und zog selbst zweimal ab. Unter dem Strich kommt aber nach wie vor zu wenig - Note: 3,5

Nicolas Gonzalez: Unsaubere Ballannahme (10.), gewohnt umtriebig, aber auch gewohnt ineffektiv. Immerhin mit einem sicher verwandelten Strafstoß (59.). Saisontor Nummer acht für den jungen Argentinier - Note: 4

Mario Gomez: Vergab wie schon in der Vorwoche gegen Wiesbaden die erste dicke VfB-Chance (6.), im direkten Gegenzug erzielte Kiel das 1:0. Auch in der 24. Minute brachte der Oldie dem Ball aus guter Position nicht im KSV-Kasten unter. Es bleibt dabei: die VfB-Offensive braucht schlichtweg zu viele Gelegenheiten - Note: 5

Hamadi Al Ghaddioui (ab der 46. Minute für Mario Gomez):  Kam wie schon gegen Wiesbaden für den harmlosen Gomez ins Spiel und holte direkt einen Elfmeter raus, den Gonzalez sicher verwandelte (59.). Tauchte dann aber ab - Note: 4

Orel Mangala (ab der 64. Minute für Atakan Karazor): Ersetzte den gelbvorbelasteten Karazor auf der Sechsersposition vor der Abwehr, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden - Note: - 

Silas Wamangituka (ab der 76. Minute für Nicolas Gonzalez): Kam, sah und überwand Kiels Keeper Gelios mit einem klugen Lupfer - Note: -

Roberto Massimo (ab der 76. Minute für Clinton Mola): Sein Doppelfehler nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung besiegelte die nächste VfB-Pleite: Fataler Ballverlust vor dem 1:2 und katastrophaler Fehlpass vor dem 1:3. Musste nach dem Abpfiff minutenlang von seinem Torhüter getröstet werden - Note:

Marc Oliver Kempf (ab der 89. Minute für Pascal Stenzel): Ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form