VfB Stuttgart

Einzelkritiken zum 3:3 des VfB bei der TSG Hoffenheim: Vorne Spektakel, hinten anfällig

Fußball Bundesliga  TSG 1899 Hoffenheim vs. VfB Stuttgart
War bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung einer der besten Stuttgarter: VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez. © Pressefoto Baumann

Beim wilden 3:3 (1:2) zwischen der TSG Hoffenheim und dem VfB Stuttgart machten die Spektakel-Fußballer aus Bad Cannstatt ihrem neuen Spitznamen alle Ehre. Christoph Baumgartner brachte die coronagebeutelten Kraichgauer im leeren Sinsheimer Stadion zunächst in Führung (16. Minute). Dann trafen Nicolás González (18.) und Silas Wamangituka (27.) für die Schwaben, ehe Ryan Sessegnon (48.) ausglich. Der kroatische Topstürmer Kramaric verwandelte bei seinem Comeback einen Foulelfmeter zum 3:2 (71.). Marc Oliver Kempf glich in der Nachspielzeit aus (90.+3).

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Gregor Kobel: Chancenlos beim ersten Gegentor, den zweiten Hoffenheimer Treffer bekam der Schweizer aus kurzer Distanz durch die Beine. Zunächst eine gute Parade gegen Kramaric (61.), vom Elfmeterpunkt aus dann aber vom Kroaten überwunden. Ein undankbarer Nachmittag für den Goalie - Note: 4

Marc Oliver Kempf: Aufmerksames Stellungsspiel, aber auch einige haarsträubende Fehlpässe im Spielaufbau. In der Nachspielzeit dann der gefeierte Mann, der den Ball aus der Drehung zum 3:3-Endstand in die Maschen jagte - Note: 3,5

Waldemar Anton: Bei seinem Startelf-Comeback direkt im Brennpunkt. Unfreiwilliger Doppelpass mit dem TSG-Torschützen vor dem 0:1, guter Block gegen Baumgartner wenig später (24.). In Hälfte zwei dann mehr und mehr unter Druck - und mit einem fatalen Foul an Grillitsch. Den fälligen Elfer verwandelte Kramaric sicher - Note: 5

Pascal Stenzel: Einige Ungenauigkeiten in der Anfangsphase, biss sich aber über gewonnen Zweikämpfe in die Partie. Dann aber ein grober Stellungsfehler vor dem 2:2 (48.). Vor der Schlussphase wurde er vom Platz genommen - Note: 4,5

Tanguy Coulibaly: Mutig, aber häufig ohne Durchschlagskraft, zudem fahrig im Rückwärtsgang - Note: 4

Orel Mangala: Sah im Zweikampf gegen Baumgartner vor dem 0:1 schlecht aus (16.), ackerte dafür fleißig in der Zentrale, konnte dem Stuttgarter Spiel aber nicht zur nötigen Balance zwischen Defensive und Offensive verhelfen. Vor allem im zweiten Durchgang zu unauffällig - Note: 4

Wataru Endo: Wurde von der TSG früh in die Zange genommen und bekam die zahlreichen Löcher im VfB-Mittelfeld nicht gestopft. Abgefälschter Abschluss konnte von Baumann geklärt werden (73.). Ungewöhnlich mäßige Zweikampfquote (58 Prozent) - Note: 3,5

Silas Wamangituka: Diese Woche vornehmlich über links und dort für die TSG-Defensive in Durchgang eins kaum zu packen. Drückte den Ball nach zwei Aluminumtreffern zum 2:1 über die Linie (27.) und scheiterte noch einmal an TSG-Keeper Baumann (39.). In den zweiten 45 Minuten war vom Kongolesen dann allerdings kaum noch etwas zu sehen - Note: 3,5

Daniel Didavi: Der Routinier vergab zwei Chancen aus spitzem Winkel (5./15.) und lieferte einige guter Impulse für die flinken Flügelflitzer. Mit dem hohen Tempo der Partie hatte der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler aber in einigen Szenen seine Probleme - Note: 3,5

Gonzalo Castro: Gewohnt ball- und passsicher und auch durch seine Körpersprache der Leader der jungen Mannschaft. Scheiterte in der 69. Minute aus spitzem Winkel an TSG-Keeper Baumann. Im zweiten Durchgang tauchte er dann etwas ab - Note: 3

Nicolas Gonzalez: Auch in Sinsheim sprühte der Argentinier nur so vor Spielfreude. Tolles Solo durch die Hoffenheimer Defensive und ein klasse Abschluss zum 1:1 (18.), indirekte Vorarbeit durch einen Latten-Kopfball zum 2:1 (27.). Im Anschluss musste der Wirbelwind verletzt ausgewechselt werden. Ein Hoffenheimer Abwehrspieler war unglücklich auf das linke Knie von Gonzalez gefallen - Note: 2

Einwechselspieler

Sasa Kalajdzic (ab der 32. Minute für Nicolas Gonzalez): War bei Akpoguma weitestgehend in guten Händen und konnte kaum Akzente setzen. Bis auf das gewonnene Kopfballduell vor dem späten Ausgleich durch Kempf tat er sich schwer, ackerte aber als Ballsicherer und Abschirmer - Note: 3

Borna Sosa (ab der 59. Minute für Tanguy Coulibaly): Kam in die Partie, um die wackelige Stuttgarter Abwehr zu stabilisieren und mit seinen Hereingaben den baumlangen Kalajdzic zu füttern, was beides nur von mäßigem Erfolg gekrönt war - Note: 4

Mateo Klimowicz (ab der 59. Minute für Daniel Didavi): Kein eigener Abschluss, keine Torschussvorlage, immerhin kämpfte der kleine Argentinier wacker- Note: 4

Philipp Förster (ab der 75. Minute für Pascal Stenzel): Brachte durch sein sicheres Passspiel etwas mehr Struktur ins VfB-Spiel - Note -

Philipp Klement (ab der 75. Minute für Gonzalo Castro): Konnte das. Offensivspiel nicht noch einmal beleben - Note: -

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form