VfB Stuttgart

Einzelkritiken zum Sieg gegen Hamburg: Deutliche Leistungssteigerung nach Katastrophen-Halbzeit

Fußball  2. Bundesliga  VfB Stuttgart vs. Hamburger SV
Legte Joker Gonzalo Castro in der Nachspielzeit den Siegtreffer auf: Flügelstürmer Nicolas Gonzalez. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat das Verfolger-Duell der 2. Fußball-Bundesliga gewonnen. Die Schwaben setzten sich gegen den Hamburger SV nach einer Katastrophen-Halbzeit und einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 durch und eroberten sich mit dem ersten Sieg nach der Corona-Pause Platz zwei hinter Tabellenführer Arminia Bielefeld zurück. Die Hamburger rutschten auf Rang drei ab. Der Finne Joel Pohjanpalo (16.) und Aaron Hunt (45.+2) per Handelfmeter hatten die Gäste aus dem Norden in Front gebracht. Nach der Pause trafen Wataru Endo (47.) und Nicolas Gonzalez (60.) mit einem Foulelfmeter für die Schwaben. Gonzalo Castro sorgte dann in der Nachspielzeit mit seinem Tor für den VfB-Sieg. Die Stuttgarter Profis in der Einzelkritik unserer Redaktion:

Gregor Kobel: Ohne Probleme gegen einen Harnik-Kopfball (10.), aufmerksam gegen einen verunglückten Hunt-Schuss (15.). Chancenlos bei beiden Gegentreffern. Ein undankbarer Abend für den Schweizer Keeper - Note: 3

Clinton Mola: Trotz eines schwachen Auftritts in Kiel durfte der junge Engländer auch im Spitzenspiel die linke Außenbahn verteidigen. Fing sich nach nervösem Beginn und spielte dann eine solide zweite Hälfte - Note: 3

Marcin Kaminski: Der Pole glänzte durch sein sicheres Passspiel (Quote 94 Prozent) und steigerte seine Zweikampfquote vor allem in den zweiten 45 Minuten auf ordentliche 67 Prozent. Dennoch hat der spielstarke Innenverteidiger noch deutlich Luft nach oben - Note: 4

Holger Badstuber: Ein Schwerer Patzer blieb ohne Folgen (19.), holte sich kurz vor dem Pausenpfiff seine fünfte Gelbe Karte ab und hat somit am Sonntagnachmittag frei. Ansonsten ordentlich und gewohnt emotional - Note: 3

Pascal Stenzel: Maue Zweikampfquote (40 Prozent) und ein Handspiel in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, das zum 2:0 für den HSV führte. Doch in Halbzeit zwei drehte der Rechtsverteidiger auf. Eine Vorlage (47. Minute für Endo) und ein Pfostentreffer (88.) stehen zu Buche - Note: 3

Orel Mangala: Wie alle seine Teamkollegen spielte auch der junge Belgier eine unterirdische erste Halbzeit, konnte sich aber dank einer deutlichen Leistungssteigerung ins Spiel beißen und seine Ex-Kollegen aus der Hansestadt ein wenig ärgern - Note: 3

Wataru Endo: Der 1,78 Meter große Japaner brachte den VfB mit seinem Kopfballtreffer kurz nach dem Wiederanpfiff zurück ins Spiel - und in der Rückschau auf die Siegerstraße. Gewohnt laufstark (11,67 Kilometer) und passsicher (88 Prozent). Aber auch seine Performance im ersten Durchgang war gruselig - Note: 3

Nicolas Gonzalez: Verlängerte unglücklich eine Hunt-Ecke vor dem 0:1 (16.) und zeigte viele schwache Dribblings - das letztlich entscheidende Eins-gegen-eins-Duell in der Nachspielzeit konnte der Argentinier aber für sich entscheiden und Castro den Siegtreffer auflegen. Auch beim Elfmeter zum 2:2 blieb er cool - Note: 2,5

Philipp Förster: In Durchgang eins komplett abgemeldet. Dann ging nach der Pause etwas mehr. Die Zweikampfquote (25 Prozent) schwach, die Passquote (84 Prozent) ordentlich, die Durchsetzungsstärke in den direkten Duellen ausbaufähig - Note: 4

Silas Wamangituka: Rückte für den gesperrten Daniel Didavi in die erste Elf und kam zunächst über den linken Flügel, von wo aus er keine Impulse setzen konnte. Für die zweite Halbzeit wechselte er die Seite mit Gonzalez - und das Spiel des VfB bekam eine andere Statik - Note: 4

Hamadi Al Ghaddioui: Erhielt den Vorzug vor dem zuletzt formschwachen Mario Gomez und machte gegen seinen Bewacher Van Drongelen so gut wie keinen Stich. Werbung in eigener Sache konnte er so nicht betreiben - Note: 5

Darko Churlinov (ab der 79. Minute für Al Ghaddioui): Brachte nach seiner Einwechslung durch seine Explosivität frischen Schwung - Note: -

Sasa Kalajdzic (ab der 79. Minute für Wamangituka): Sein erstes Pflichtspiel für den VfB und dann direkt ein emotionaler Last-Minute-Sieg im Topspiel - Note: -

Gonzalo Castro (ab der 82. Minute für Mangala): Drückte den Ball in der 94. Minute nach der starken Vorarbeit von Gonzalez über die Linie und so wurde der Routinier zum vielumjubelten Matchwinner - Note: -

Marc Oliver Kempf (ab der 94. Minute für Gonzalez): ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form