VfB Stuttgart

Einzelkritiken zum 2:2 gegen Union Berlin: Daniel Didavi bringt frischen Schwung, Sasa Kalajdzic die späten Tore

Fußball Bundesliga VfB Stuttgart vs. Union Berlin
Belebte das Stuttgarter Offensivspiel nach seiner Einwechslung: Mittelfeldspieler Daniel Didavi. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart kann in dieser Saison zu Hause einfach nicht gewinnen. Der Aufsteiger musste sich im Duell der beiden Überraschungsteams gegen den 1. FC Union Berlin mit einem 2:2 (0:1) zufriedengeben und nutzte die Euphorie aus dem 5:1 in Dortmund nicht für den ersten Heimsieg in der Fußball-Bundesliga.

Die Treffer von Marvin Friedrich (4. Minute) und Taiwo Awoniyi (77.) schienen am Dienstagabend den Unterschied zugunsten der lange effizienten Unioner auszumachen. Doch ein Doppelschlag des in der 80. Minute eingewechselten Sasa Kalajdzic (85./90.) in der turbulenten Schlussphase rettete den Schwaben immerhin einen Punkt. Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte den zweiten Treffer von Kalajdzic zunächst nicht gegeben wegen Handspiels. Nach Videobewies entschied er doch auf Tor.

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Gregor Kobel: Komplett chancenlos bei beiden Kopfball-Gegentreffern (4./77.), klasse Parade gegen einen satten Teuchert-Abschluss (23.) und mit eine super Reaktion in der Nachspielzeit gegen Gogia, die den Schwaben immerhin den einen Punkt sicherte - Note: 2

Marc Oliver Kempf: Starkes Stellungs- und Kopfballspiel, gute Passquote (83 Prozent) und mit einer emotionalen Körpersprache. Die Zweikampfquote (40 Prozent) ist allerdings ausbaufähig - Note: 3

Waldemar Anton: Wurde nach muskulären rechtzeitig fit für die Startelf und hatte immer wieder Probleme mit dem quirligen Becker. Wirkte zunächst in einigen Zweikämpfen etwas behäbig, steigerte sich aber kontinuierlich und holte letztlich bärenstarke 86 Prozent seiner direkten Duelle - Note: 2,5

Konstantinos Mavropanos: Holte sich früh in der Partie eine Gelbe Karte ab (3.), viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten im Aufbauspiel. Immerhin gingen 62 Prozent der Zweikämpfe an den bulligen Griechen - Note: 4

Borna Sosa: Gute Flankenläufe, in Halbzeit eins allerdings nur selten ins Offensivspiel eingebunden. Zur Pause wurde er für den offensiveren Tanguy Coulibaly ausgewechselt - Note: 4

Philipp Förster: Rückte kurzfristig für Orel Mangala in die erste Elf, da sich der Belgier beim Warm-Up verletzt hatte. Der Offensivmann war viel unterwegs und eroberte einige Bälle, aber unter dem Strich kam zu wenig bei rum. Gruselige Zweikampfquote von 25 Prozent - Note: 4

Wataru Endo: In der Anfangsphase ungewöhnlich viele Ungenauigkeiten im Passspiel, biss sich dann aber in die Partie und überzeugte in der Zentrale mit seinem beeindruckenden Kopfballspiel. Das entscheidende Kopfballduell vor dem 0:1 verlor er allerdings an den zwölf Zentimeter größeren Marvin Friedrich. Zudem mit ungewöhnlich durchwachsenen Zweikampfwerten (31 Prozent) - Note: 3,5

Silas Wamangituka: Probierte viel, kam aber nur selten an seinem Gegenspieler vorbei, zudem in Halbzeit eins immer wieder schlampig in der Rückwärtsbewegung. Steigerte sich dann aber in den zweiten 45 Minuten, wenn ihm auch keine wirklich gewinnbringende Aktion gelingen wollte - Note: 4,5

Gonzalo Castro: Nach abgesessener Gelbsperre rückte der Capitano zurück in die erste Elf und fand nur schwer in die Partie. Schlechte Zweikampfwerte, etliche Ballverluste und kaum Impulse fürs Offensivspiel. In Halbzeit zwei verpasste er die große Chance aufs zwischenzeitliche 1:1 (64.), immerhin kämpfte und rackerte er bis zum Schlusspfiff - Note: 4

Mateo Klimowicz: Ein gefährlicher Abschluss (12.), ansonsten war vom kleinen Argentinier im ersten Durchgang aber nur wenig zu sehen. Rackerte wie ein wilder, machte gegen die robusten Köpenicker aber so gut wie keinen Stich - Note: 4,5

Nicolas Gonzalez: Durfte nach seinem erfolgreichen Joker-Einsatz gegen den BVB von Beginn an ran, hatte gegen eisenharte Union-Verteidiger aber einen schweren Stand. Im Pech, als sein artistischer Seitfallzieher kurz nach dem Wiederanpfiff nur an die Querlatte klatschte (48.). Gute Kopballchance (51.) - Note: 4

Einwechselspieler

Tanguy Coulibaly (ab der 46. Minute für Borna Sosa): Brachte mit seiner mutigen Spielweise eine erfrischende Note ins VfB-Spiel, aber auch ihm fehlten an diesem Abend Genauigkeit und Durchschlagskraft - Note: 3,5

Daniel Didavi (ab der 46. Minute für Mateo Klimwicz): Führte sich direkt mit einem tollen Zuspiel auf Gonzalez ein, trat gute Standards und brachte so Schwung ins Stuttgarter Offensivspiel - Note: 2

Pascal Stenzel (ab der 53. Minute für Konstantios Mavropanos): Stabilisierte die Defensive und leitete immer wieder Angriffe mit klugen Vertikalpässen ein. Ließ Awoniyi vor dem 0:2 allerdings viel zu viel Platz - Note: 3

Sasa Kalajdzic (ab der 80. Minute für Marc Oliver Kempf): Wurde mit seinem späten Doppelpack zum Man of the Match: Wuchtete den Ball in der 85. Minute nach einer Klement-Ecke zum 1:2 in die Maschen und wenig später Ausgleich ins Berliner Tor - Note: -

Philipp Klement (ab der 80. Minute für Philipp Förster): War maßgeblich am Punktgewinn beteiligt - Note -

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form