VfB Stuttgart

Erschreckend harmlos

Fußball VfB Stuttgart vs. FC Schalke 04_0
Auch VfB-Stürmer Mario Gomez fand keine Lücke im kompakten Schalker Abwehrverbund. © Danny Galm

Stuttgart.
Mit einem gellenden Pfeifkonzert empfing die Cannstatter Kurve die Mannschaft des VfB Stuttgart nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Schalke 04. Dem katastrophalen Auftritt in Mainz (2:3) folgte jetzt in der heimischen Arena der nächste Rückschlag.

Warum der VfB Stuttgart gegen den FC Schalke 04 verloren hat, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

VfB-Trainer Hannes Wolf veränderte seine Startelf im Vergleich zum letzten Wochenende auf vier Positionen: Marcin Kaminski, Chadrac Akolo, Jacob Bruun Larsen und Dzenis Burnic ersetzten Holger Badstuber, Anastasios Donis, Dennis Aogo und Santiago Ascacibar. 

Im 3-4-2-1-System verteidigte Emiliano Insua hinten links, Burnic übernahm die Rolle neben Gentner auf der Doppelsechs und Neuzugang Jacob Brunn Larsen spielte bei seinem VfB-Debüt auf der Rechtsverteidigerposition. Kaminski ersetzte den verletzten Badstuber und bildete zusammen mit Pavard und Baumgartl die Dreierkette.

Spielidee und Taktik

Durch die Umstellung auf eine Dreierkette, erhoffte sich VfB-Coach Wolf mehr Stabilität in der Defensive. In der Schaltzentrale gewährte Wolf Dzenis Burnic den Vorzug vor dem kampfstarken Santiago Ascacibar. Ziel war es so, aus der Zentrale mehr Impulse für die Offensive zu geben. Über die pfeilschnellen Außenbahnspieler sollte Torjäger Mario Gomez besser in Szene gesetzt werden.

Spielverlauf kompakt

  • 14. Minute: Mit der ersten gefährlichen Aktion gehen die Gäste in Führung. Schalkes Innenverteidiger Naldo nutzt seine 1, 98 Meter Körperlänge und köpft einen Caligiuri-Freistoß unhaltbar für VfB-Keeper Zieler in die Maschen.
  • 19. Minute: Vom Elfmeterpunkt aus erhöhen die Schalker auf 2:0. Amine Harit verwandelt sicher, nachdem VfB-Neuzugang Larsen wenige Augenblicke zuvor Leon Goretzka unbeholfen im Strafraum zu Fall gebracht hatte.  
  • 42. Minute: Franco di Santo enteilt Timo Baumgartl, ist alleine vor Zieler und lupft die Kugel ans Außennetz.
  • 46. Minute: Gomez verpasst per Kopf den Anschlusstreffer. Eine Özcan-Ecke drückt der Angreifer wuchtig in Richtung Schalker Tor. Max Meyer klärt auf der Linie.
  • 51. Minute: Der eingewechselte „Tassos“ Donis legt sich den Ball vorbei an Bastian Ozcipka und zieht aus spitzem Winkel ab. Der Schuss des Griechen geht allerdings deutlich am Tor vorbei.
  • 55. Minute: Harit passt flach und scharf vors Stuttgarter Tor, wo Leon Goretzka vergeblich versucht, VfB-Keeper Zieler mit einem Absatzkick zu überwinden.
  • 59. Minute: Erneut verpasst Mario Gomez mit dem Kopf den Anschlusstreffer. Dieses Mal kann Schalkes Torhüter Ralf Fährmann mit einer Hand klären.
  • 65. Minute: Schalke verpasst die Entscheidung! Harit und Konoplyanka laufen alleine auf Zieler zu, Harit legt quer und der Ukrainer schiebt die Kugel unbedrängt am leeren Tor vorbei.
  • 74. Minute: Burgstaller luchst Baumgartl im eigenen Sechzehner den Ball ab und visiert die kurze Ecke an, doch Zieler taucht pfeilschnell ab und bereinigt die  Situation.
  • 79. Minute: Erneut verpassen die Gäste die Vorentscheidung. Burgstaller nimmt eine Konoplyanka-Hereingabe direkt und Zieler muss sein ganzes Können aufbringen, um den Ball über die Latte zu lenken. Die nachfolgende Ecke bringt direkt wieder Gefahr für den ehemaligen Nationalkeeper. Dieses Mal fischt er einen Naldo-Kopfball aus dem Winkel.

Spielentscheider

Der Aufsteiger spielte vor allem in Hälfte eins erschreckend harmlos und schoss erst in der Nachspielzeit der ersten 45 Minuten das ersten Mal aufs Schalker Tor. Aus der Kabine kamen die Hausherren dann mit etwas mehr Schwung. Gefährlich wurde es für die Knappen allerdings nur nach Standards.

Aus dem Spiel entwickelten die Schwaben keine Torgefahr. Zwar stimmten in der zweiten Halbzeit Einstellung und Körpersprache, doch unterm Strich waren die Stuttgarter an diesem Samstag viel zu harmlos, um dem FC Schalke 04 ernsthaft gefährlich zu werden. 

Auf den Punkt gebracht

Schalkes Trainer Domenico Tedesco war mit der Anfangsphase der Partie hochzufrieden: „Wir haben direkt gut in die Partie gefunden. Wir wollten Ball und Gegner bewegen. Das ist uns gut gelungen. Die zwei Tore haben uns Sicherheit gegeben." In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft dann allerdings verpasst, das vorentscheidende dritte Tor zu erzielen.

Seinem Gegenüber Hannes Wolf vermisste bei seiner Mannschaft Aggressivität und Mut. „Wir wollten aggressiv nach vorne verteidigen - das ist uns nicht gelungen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann viel riskiert und hatten ein paar Momente, wo wir nochmal hätten zurück kommen können", erklärte der Stuttgarter Cheftrainer.

Sportvorstand Michael Reschke gab seinem Trainer nach dem Abfiff Rückendeckung: "Ich gehe fest davon aus, dass Hannes Wolf in Wolfsburg auf der Bank sitzt." Reschke weiter: "Wir werden uns morgen alle zusammensetzen, und dann zählt nur eins: Wie bereiten wir uns optimal auf Wolfsburg vor? Das ist das Wesentliche, und das werden wir gemeinsam machen."Das Spiel in der Autostadt habe "eine überragende Bedeutung".

Ausblick

Der VfB Stuttgart muss am nächsten Samstag zum Kellerduell nach Wolfsburg. Anpfiff in der Volkswagen-Arena ist um 15.30 Uhr. Die Schalker dürfen am 21. Spieltag in der heimischen Veltins-Arena ran und erwarten dort den SV Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr).


VfB Stuttgart – FC Schalke 04 0:2 (0:2)

Stuttgart: Zieler - Kaminski, Pavard, Baumgartl - Larsen (46. Donis), Insua - Gentner, Burnic - Özcan (46. Ginczek), Akolo (67. Ascacibar) - Gomez

Bank: Meyer (Tor), Ailton, Aogo, Beck, Thommy

Trainer: Hannes Wolf

Gelsenkirchen: Fährmann - Kehrer, Naldo, Nastasic - Caligiuri, Meyer, Oczipka - Goretzka (56. Stambouli), Harit - Konoplyanka (78. Schöpf), di Santo (65. Burgstaller)

Bank: Nübel (Tor), Bentaleb, Pjaca, Embolo

Trainer: Domenico Tedesco

Tore: 0:1 Naldo (14.), 0:2 Harit (19./FE)

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 55.096