VfB Stuttgart

Erste Gespräche mit Großaspach und Heidenheim

Testspiel VfB Stuttgart - FC Ingolstadt 0:1 - 31.08.2017_3
Gegen die "Schanzer" verlor die Mannschaft von Hannes Wolf ein Testspiel mit 0:1. © Danny Galm

Stuttgart.
Es geht um die Zukunft der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart. Sportvorstand Michael Reschke will den Übergang vom Jugend- in den Profbereich neu organisieren und spielt mit dem Gedanken, die Reservemannschaft der Schwaben vom Spielbetrieb abzumelden.

Eine Alternative zur eigenen U 23-Mannschaft wäre eine Kooperation mit einem Zweit- oder Drittligisten aus der Region. 

Im Interview mit dem kicker erläuterte der 60-Jährige vor wenigen Tagen seinen Plan mit einem Zweitspielrecht für junge Talente: „Ein zeitlich befristetes Doppelspielrecht kann eine interessante Alternative sein. Wichtig sind dabei klare, verständliche Regularien und eine Beschränkung auf maximal zwei bis drei Spieler pro Klub.“

Zweitspielrecht für Talente im Handball, Basketball und Eishockey.

Dadurch könnten Talente aus dem VfB-Nachwuchs für Klubs in der zweiten oder dritten Liga auflaufen, ohne wechseln zu müssen und innerhalb einer Frist zu ihren Stammverein zurückkehren. Ein solches Zweitspielrecht für Talente gibt es bereits im Handball, Basketball und Eishockey.

Reschke hat seinen Vorschlag inzwischen auch bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingebracht. Die Vereine der ersten und zweiten Liga müssen nun ihre Zustimmung zu Reschkes Pilotprojekt geben. Der Stuttgarter Sportvorstand rechnet damit, dass sein Vorschlag noch in diesem Jahr diskutiert werden wird. 

SGS-Sportchef Koukoutrigas: "Lose Gespräche über eine mögliche Kooperation"

Michael Reschke hat seine Pläne über Ausleihgeschäfte und eine enge partnerschaftliche Zusammenarbeit auch dem Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach und dem Zweitligisten 1. FC Heidenheim vorgestellt.

Dies bestätigt am Dienstag SGS-Sportchef Joannis Koukoutrigas der Backnanger Kreiszeitung. „Es waren lose und freundschaftliche Gespräche über eine mögliche Kooperation, um Spieler weiterzubilden.“

Gedankenaustausch mit der VfB-Delegation

Koukoutrigas tauschte sich mit dem Sportvorstand Reschke sowie Thomas Hitzlsperger (Präsidiumsmitglied) und Joachim Cast (Manager Sportorganisation) aus. Solange beim VfB über die Abmeldung des zweiten Teams keine Entscheidung gefallen sei, gäbe es aus Großaspacher Sicht aber noch keinen Handlungsbedarf.

Auch Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender des 1. FC Heidenheim, habe aus den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen des Bundesligisten „einige Ansätze und Ideen mitgenommen, die für uns in Zukunft interessant sein können.“ Das erklärte Sanwald am Dienstag gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

SG-Sportchef Koukoutrigas stellte zudem klar: „Es gibt sicherlich den einen oder anderen interessanten VfB-Spieler, aber damit will ich mich nicht näher beschäftigen, solange keine Entscheidung beim VfB gefallen ist.“

Entscheidung fällt im Januar

Die Entscheidung über die Neuordnung des Nachwuchsbereichs werde im Januar 2018 fallen, wenn Michael Reschke und Trainer Hannes Wolf mit der Kader-Planung für die kommende Saison beginnen. Dann wird Reschke seinen Fünfjahresplan zur Neuorganisation des Nachwuchsbereiches - und speziell des Übergangs vom Jugend- in den Profibereich – vorstellen.

In diesen Planungen wird die zweite Mannschaft, die aktuell in der Regionalliga Südwest unter der Leitung von Ex-Profi Andreas Hinkel spielt, wohl keine Rolle mehr spielen. Die U 23-Mannschaft als Übergangsstation vom Jugend- in den Profibereich hält Reschke nicht mehr für zeitgemäß.