Meinung

Es gibt nur eine Lösung für Katja Müller: Bitte treten Sie zurück!

Kopie von Katja Müller
Die Kaisersbacher Bürgermeisterin Katja Müller. © Rainer Stütz

Rums. Es hat geknallt. Bürgermeisterin Katja Müller aus Kaisersbach wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung öffentlich angezählt. Um in der Boxersprache zu bleiben, eigentlich ausgeknockt. Mehrere Bürger äußerten ihren Unmut deutlich. Herr Fezer vom Busunternehmen Eisemann bezichtigte die Bürgermeisterin sogar der Lüge, die nicht entkräftet wurde. Auch der Gemeinderat war bedient. Und Mitarbeiter, die neben Frau Müller an den Tischen der Verwaltung saßen, wollten am liebsten in den Boden versinken.

"Die Kritik ist berechtigt, ich kann Ihnen nichts Positives sagen"

Was ist vorgefallen? Nachdem in der vorletzten Sitzung Bernhard Lang sein Anliegen offen darlegte, dass beim Thema Stützmauer auf seinem Grundstück immer noch nichts unternommen wurde, obwohl mehrfach von Frau Müller versprochen, wollte er dieses Mal wissen, wie die neue Sachlage aussieht. Denn eine persönliche Rückmeldung von der Bürgermeisterin bekam er nicht. Katja Müller antwortete: „Die Kritik ist berechtigt, ich kann Ihnen nichts Positives sagen. Ich muss mir Ihre Vorwürfe vorhalten lassen. Wir versuchen, den Nachweis zu erbringen. Ich weiß, es ist bisher nichts passiert, ich weiß es.“ Mit diesen Aussagen musste sich der Bürger zufriedengeben. Ein erster Offenbarungseid, dass seit Monaten eine Bürgermeisterin ihrer Aufgaben nicht mehr Herr wird.

"Ich bin als Zugpferd nicht mehr stark genug"

Noch deutlicher wurde Ralf Fezer vom Kaisersbacher Busunternehmen Eisemann. Er fragte: „Warum werden wir ausgebremst? Seit 2017 werde ich vertröstet und belogen. Wir können auf Sie, Frau Müller, nicht mehr bauen. Seit Wochen versuche ich anzurufen, aber Sie lassen sich verleugnen. Es kann so nicht weitergehen. Der Termin für den 16. Januar 2021 im Landratsamt war gelogen, das Landratsamt wusste gar nichts von einem Termin. Die Frist für die Förderung Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum ist auch abgelaufen, weil Sie nichts gemacht haben. Diese Lügen sind nicht mehr hinnehmbar. Es geht bei uns um den Bau einer neuen Halle. Wir zahlen unsere Gewerbesteuern immer, aber Sie können nichts für uns tun? Warum?“

Umweltgutachten wurden bereits in Auftrag gegeben, deren Frist läuft auch bald ab, solange die Bürgermeisterin nichts macht. „Ich will eine Lösung haben. Normal ist es nicht meine Art, öffentlich Theater zu machen. Aber es geht nicht mehr anders, da direkte Gespräche auch nichts nutzten. Ich hoffe auf die Unterstützung des Gemeinderats, denn unser Betriebshof ist zu klein nach 40 Jahren und nicht mehr zeitgemäß. Ich hoffe, Frau Müller, Sie bewegen sich endlich. Sie sind das Zugpferd der Verwaltung in unserer Gemeinde“, äußerte sich Herr Fezer. Die Bürgermeisterin antwortete nur: „Ich bin als Zugpferd nicht stark genug.“ Daraufhin meinte Herr Fezer: „Was sollen wir dann tun?“ Schweigen.

Die Liste an Projekten, die nicht vorankommen, ist lang

Der zweite Offenbarungseid, und vor allem der deutlichste. Denn wenn eine Bürgermeisterin öffentlich zugibt, dass sie nicht mehr stark genug sei, um die Verwaltung anzuführen, dann kann es nur eine Lösung geben: Bitte treten Sie zurück, Frau Müller! Diese beiden Aussagen von Bürgern in der jüngsten Vergangenheit sind nämlich nur die Spitze des Eisbergs an nicht erfüllten Aufgaben. Die Liste ist lang an Projekten, in denen Frau Müller auch immer wieder sich öffentlich entschuldigte, aber nach den Entschuldigungen kaum Taten folgten. Geschweige denn Ergebnisse. Schulhaus Ebni, fehlende Transparenz beim Vorhaben des Schwabenpark-Ausbaus mit den Bürgern, fehlendes Verkehrsschild für den Schwabenpark, Breitbandversorgung, Funkmasten, Hängepartie beim Neubaugebiet und vieles mehr.

Die Liste ist lang. Und leider auch nicht erst seit ein paar Monaten, denn schon vor einem Jahr war es der Gemeinderat, der deutlich wurde und an die Öffentlichkeit ging. Damals wurde vor allem moniert, dass in vielen Bereichen keine Entscheidungen getroffen werden und die Zusammenarbeit zwischen dem Rat und der Verwaltung, besonders der Bürgermeisterin, schwierig sei. Gebessert hat sich kaum etwas, wie Gemeinderätin Brigitta Braun-Calka bestätigte: „Wir arbeiten sehr viel als Gemeinderat und versuchen so, die wichtigsten Dinge am Laufen zu halten. Aber wir sind auch nicht glücklich.“ Bereits im Mai 2020 erklärte Katja Müller: „Die Kritik an der mangelnden Aufgabenerledigung ist berechtigt.“ Sie gibt zu, dass sie Schwierigkeiten hat, und dies seit Herbst 2017 auch gesundheitlich als Überlastungssyndrom zu spüren bekam. Katja Müller ist unter fachlicher Begleitung dabei, die Dinge aufzuarbeiten. „Das geht aber nicht von heute auf morgen“, so Müller damals.

Müller nimmt die Kritik einfach hin

Was ist der Grund, dass sich Katja Müller immer wieder von Bürgern, oder Gemeinderäten, öffentlich kritisieren lässt, ohne sich zu wehren? Die Antwort lautet: Bürger und Gemeinderäte haben recht. Aber diese Erkenntnis bringt nichts, solange sich nichts ändert.

Katja Müller nimmt diese Kritik, die im letzten Jahr immer größer wurde, von außen betrachtet einfach hin. Gefühlsregungen waren auch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung nicht zu sehen. Weder Wut noch Enttäuschung oder andere empathische Reaktionen. Lediglich knappe Sätze, die die Bürger mit ihren Fragen ebenfalls ratlos und vor allem ergebnislos zurücklassen.

Im Herbst dieses Jahres steht die Bürgermeisterwahl an in Kaisersbach. Katja Müller hat mehrfach betont, dass sie kandidiert. Auch wenn sie weiß, dass die Kritik im Wahlkampf nicht abflachen wird. Aber mal angenommen, außer der amtierenden Bürgermeisterin gibt es keine oder keinen Gegenkandidaten. Was passiert dann? Es ist schwer vorstellbar, dass der Gemeinderat auf dieser Grundlage weitermacht. Daher kann die Lösung nur lauten: freiwilliger Rückzug. Ein einfaches „Weiter so“ ist nicht mehr drin.

Rums. Es hat geknallt. Bürgermeisterin Katja Müller aus Kaisersbach wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung öffentlich angezählt. Um in der Boxersprache zu bleiben, eigentlich ausgeknockt. Mehrere Bürger äußerten ihren Unmut deutlich. Herr Fezer vom Busunternehmen Eisemann bezichtigte die Bürgermeisterin sogar der Lüge, die nicht entkräftet wurde. Auch der Gemeinderat war bedient. Und Mitarbeiter, die neben Frau Müller an den Tischen der Verwaltung saßen, wollten am liebsten in den

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper