Afghanistan

Evakuierung von Botschaftsangehörigen beginnt umgehend

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Außenminister Maas
Heiko Maas bei seinem Statement zur Lage in Afghanistan. Foto: Christoph Soeder/dpa © Christoph Soeder
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Airbus A400M
Ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © Julian Stratenschulte

Berlin (dpa) - Die ersten Angehörigen der deutschen Botschaft in Kabul sollen noch im Laufe des Sonntags aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen werden. Das hat Außenminister Heiko Maas (SPD) am Abend in Berlin angekündigt.

Außerdem würden noch in der Nacht Transportflugzeuge der Bundeswehr aufbrechen, «um bei den notwendigen Evakuierungsarbeiten zu unterstützen und diese dann auch in den kommenden Tagen durchzuführen».

Die Militärmaschinen würden die Menschen zunächst von Kabul aus in ein Nachbarland bringen, sagte Maas weiter. «Für den anschließenden Transport von da nach Deutschland stellen wir auch zivile Flugzeuge zur Verfügung.» Ein «operatives Kernteam» der Botschaft wird Maas zufolge in Kabul am militärisch gesicherten Teil des Flughafens bleiben, um die Arbeitsfähigkeit der Botschaft zu erhalten und um die weiteren Evakuierungsmaßnahmen mitbegleiten zu können.

«Wir setzen jetzt alles daran, unseren Staatsangehörigen und unseren ehemaligen Ortskräften eine Ausreise in den kommenden Tagen zu ermöglichen», sagte Maas. «Die Umstände, unter denen das stattfinden kann, sind aber derzeit schwer vorherzusehen.» Deshalb stehe die Bundesregierung auch in einem engen Austausch mit den USA und anderen internationalen Partnern. «Wir haben uns darauf verständigt, dass wir uns bei den Evakuierungsmaßnahmen in den kommenden Tagen gegenseitig und wechselseitig unterstützen werden.»

Angesichts des Vorrückens der Taliban auf die afghanische Hauptstadt Kabul war das Botschaftspersonal bereits im Laufe des Tages zum Flughafen gebracht worden. «Die Kolleginnen und Kollegen sind jetzt dort, und sie sind dort in Sicherheit», sagte Maas. Der Krisenstab habe bei einer Sitzung am Nachmittag Kontakt gehabt.

US-Botschaft warnt Landsleute

Unterdessen hat die US-Botschaft in Kabul Landsleute angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. «Die Sicherheitslage in Kabul ändert sich schnell, auch auf dem Flughafen. Es gibt Berichte, dass der Flughafen unter Beschuss geraten ist; daher weisen wir US-Bürger an, sich in Sicherheit zu bringen», hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Warnung.

Der sichere Betrieb des Flughafens ist Voraussetzung dafür, dass etliche Staaten, darunter Deutschland, ihr Personal wie geplant schnell ausfliegen können.

Dem Sender CNN zufolge erwägt das US-Militär noch einmal zusätzliche Truppen nach Kabul zu schicken. Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden. Eine offizielle Bestätigung für diese Erwägungen gab es zunächst nicht. Insgesamt sollen bisher 5000 US-Soldaten für die Sicherheit in Kabul und am Flughafen während der Evakuierung sorgen.

© dpa-infocom, dpa:210815-99-852405/3