VfB Stuttgart

Führungskrise beim VfB Stuttgart: Warum Präsident Claus Vogt jetzt die Staatsanwaltschaft einschaltet

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Präsident Claus Vogt teilte in einem Schreiben am Donnerstagabend mit, dass er die Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeschaltet habe. © Pressefoto Baumann

Die Führungskrise beim Traditionsverein aus Bad Cannstatt beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart: Präsident Claus Vogt hat am Mittwochnachmittag (03.02.) über den Kölner Strafrechtler Björn Gercke der Anklagebehörde in der Landeshauptstadt mitgeteilt, dass „der Verdacht eines Geheimnisverrats beim VfB Stuttgart im Raume steht“. Einmal mehr geht es dabei um die Aufklärung der Daten-Affäre. Denn: Auch der Esecon-Abschlussbericht wurde geleakt.

Seit Dienstag (02.02.) liegt der Abschlussbericht der Berliner Ermittler vor, zwei Tage später wurde dieser laut Claus Vogt an „die dafür verantwortliche Koordinierungsgruppe“ weitergeleitet. Inzwischen ist auch klar, dass der Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink ein Bußgeldverfahren eingeleitet hat und weitere Nachforschungen anstellen wird.

Aber warum kommt jetzt auch noch die Staatsanwaltschaft ins Spiel? Die Antwort liefert Claus Vogt in einer Mitteilung vom Donnerstagabend (04.02.): „wegen versch. Medienanfragen […], welche ausschließlich das Ziel und die Absicht verfolgen mich zu beschädigen“. Er wolle mit diesem Schritt „auf die im Raum stehenden und abwegigen Unterstellungen“ reagieren und so „jeglichen Zweifeln am rechtmäßigen Verhalten“ entgegentreten.

Der Spiegel zitiert aus dem Esecon-Abschlussbericht

Neben dem Esecon-Zwischenbericht aus dem November 2020 wurde auch der Abschlussbericht an ein Medium durchgestochen. Am Freitagvormittag (05.02.) erschien ein langer Artikel im Hamburger Nachrichtenmagazin Spiegel („Wie der VfB Stuttgart seine Mitglieder verriet“). In dem Text wird mehrfach aus dem „streng vertraulichen Papier“ zitiert - und die Präsidiumsmitglieder Bernd Gaiser und Rainer Mutschler sowie die Vorstände Stefan Heim (Finanzen) und Jochen Röttgermann (Marketing) stehen dabei in keinem guten Licht da.

Derweil hat man sich im Aufsichtsrat nach übereinstimmenden Medienberichten geeinigt, welche Kanzlei die weitere juristische Bearbeitung des Esecon-Dossiers übernehmen soll. Demnach hat sich die Mehrheit gegen den Vorsitzenden Vogt durchgesetzt und die Großkanzlei Gleiss Lutz beauftragt. Auch diese Entscheidung fiel - wie eigentlich jeder Schritt in der aktuellen Krise - nach einem heftigem Streit.