VfB Stuttgart

Fan-Proteste beim Spitzenspiel gegen Bielefeld?

VfB Stuttgart - Erzgebirge Aue 08.02.2020_6
Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie vom VfB-Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Mit Spannung erwarten Fans und Funktionäre aber auch Spieler und Verantwortliche das kommende Fußball-Wochenende. Im Konflikt zwischen dem DFB und den Fankurven hat sich am Freitag auch die größte Stuttgarter Ultra-Gruppierung, das Commando Cannstatt 97, zu Wort gemeldet. In einer gemeinsamen Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands wurden die aus ihrer Sicht zentralen Standpunkte („Kollektivstrafen abschaffen“ und „die wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs bekämpfen!“) nochmals bekräftigt.

Ultras nehmen Unterbrechungen und Abbrüche in Kauf

Im Hinblick auf das kommende Montagabendspiel der Schwaben gegen Arminia Bielefeld (20.30 Uhr/ZVW-Liveticker) werde man „die Praxis vom letzten Spieltag“, als die Bundesliga-Partie zwischen Hoffenheim und Bayern München nach Beleidigungen gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp kurz vor dem Abbruch stand, „nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weitere Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.“Angesprochen auf mögliche Fan-Proteste in der Stuttgarter Arena hielt sich Cheftrainer Pellegrino Matarazzo auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag bedeckt. Während Sportdirektor Sven Mislintat bereits klar Position bezogen hat („Dass wir als Mannschaft dann den Platz verlassen, ist vorstellbar“), sagte Matarazzo lediglich: „Es ist klar, dass wir intern Besprechungen geführt haben.“ Er wollte sich dazu aber nicht weiter äußern und hofft, „dass wir einen schönen Fußballabend erleben dürfen.“

Der VfB sei wie gewohnt im regen Austausch mit den Fans, sagte Pressesprecher Tobias Herwerth auf Nachfrage: „Ich kann sagen, dass wir natürlich über verschieden Szenarien nachdenken. Aber ich bitte um Verständnis, dass wir das im Vorfeld nicht öffentlich machen.“


Die Forderungen 

Die Fangruppierungen fordern vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Abschaffung von Kollektivstrafen und die „sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse“, heißt es in der Stellungnahme. Das DFB-Sportgericht hatte die BVB-Fans wegen fortgesetzter Schmäh- und Hassplakate gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp für die nächsten zwei Jahre von den Bundesligaspielen in Sinsheim ausgeschlossen.

Neben der Wiedereinführung von Kollektivstrafen werfen die Fan- und Ultragruppen dem DFB zudem Zensur vor, weil es zuletzt auch wegen Plakaten ohne beleidigenden Inhalt zu Spielunterbrechungen gekommen war. „Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB“, hieß es. Unter dem neuen Präsidenten Fritz Keller habe sich „nichts zum Positiven verändert“. Dem DFB wird vorgeworfen, kein „ernsthaftes Interesse an einem Dialog“ zu haben.