VfB Stuttgart

Fanclubs plädieren für eine Frauenfußball-Abteilung

Ein Plädoyer für den Frauenfußball_0
Dieter Meinkuss (2. Vorsitzender OFC Weiß-Rote Schwoba Leutenbach 2002 e.V.), Kim Wolf (ehemalige Spielerin der SGM VfR Birkmannsweiler/SSV Steinach) und Benjamin Layer (1. Vorsitzender OFC Weiß-Rote Schwoba Leutenbach 2002 e.V. ) machen sich für eine Frauenfußball-Abteilung beim VfB stark. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Am Sonntag wählen die Mitglieder des VfB Stuttgart einen neuen Präsidenten. Und eine Sache steht jetzt schon fest: Der neue Chef im roten Clubhaus an der Mercedesstraße 109 wird ein Freund des Frauenfußballs sein. Claus Vogt (50) und Christian Riethmüller (44) stehen bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung zur Wahl. Und beide Kandidaten würden sich im Falle ihrer Wahl für die Einrichtung einer Damen-Abteilung am Wasen einsetzen. „Das wäre mir sehr wichtig“, so Osiander-Chef Christian Riethmüller bei einer Infoveranstaltung zu Beginn des Wahlkampfes. Zustimmung gab es auch vom Böblinger Unternehmer Claus Vogt: „Ich bin absoluter Fan und würde mir wünschen, dass der VfB eine Frauenfußball-Abteilung ins Leben ruft.“

Fanclubs plädieren für die Gründung einer Frauenfußball-Abteilung

Ein entsprechender Antrag, auf der Mitgliederversammlung einen Beschluss über die Gründung einer Abteilung für Mädchen- und Frauenfußball zu fassen, wurde allerdings nicht auf die Tagesordnung genommen. Das sei weder „erforderlich noch zielführend“, so die Begründung des Präsidiums. Hinter der Idee stehe man trotzdem. Ein „antragsgemäßer Beschluss“ sei allerdings nicht erforderlich, „um den bereits bestehenden Willen des Präsidiums zu bestärken und auch nicht, um zu demonstrieren, dass die Vereinsmitglieder die Gründung einer solchen Abteilung befürworten.“

Mit dem OFC Weiß-Rote Schwoba Leutenbach 2002, dem OFC Bermuda Schwoiga aus Schwaikheim und den Achtzehn93 dunkelrote Mädels aus Winterbach machen sich nun im Vorfeld der Versammlung drei Fanclubs aus dem Rems-Murr-Kreis für die Gründung einer Frauenfußball-Abteilung stark: „Der Frauenfußball ist ein weißer Fleck auf der Landkarte des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV). Kein Bundesligist, nicht einmal ein Zweitligist weit und breit“, bemängeln die drei Vorsitzenden Benjamin Layer (Leutenbach), Timo Scheufler (Schwaikheim) und Michaela Bürk (Winterbach) in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

„Die Vereine der 1. und 2. Liga sollten mit gutem Beispiel vorangehen“

Seit vielen Jahren werde das Thema bei ihrem Herzensverein mit großer Zurückhaltung und Verweis auf die Finanzen und die Infrastruktur behandelt. „Die Vereine der 1. und 2. Liga sollten mit gutem Beispiel vorangehen und auch in den Frauenfußball investieren“, plädiert Dieter Meinkuss, der 2. Vorsitzende des Leutenbacher Fanclubs. Gehör findet die Idee auch beim größten VfB-Fanclub im Ländle, dem OFC Rot-Weiße Schwaben Berkheim 1977. Deren Vorsitzender Joachim Schmid bringt ein Lösung nach „Frankfurter Vorbild“ ins Spiel: „Es muss wohl eine existierende Fußball-Abteilung eines Sportvereins unter das Dach des größten Fußballvereins in Baden-Württemberg schlüpfen, ähnlich wie jetzt der 1. FFC Frankfurt mit der großen Eintracht verheiratet werden soll.“

Mit dem VfL Sindelfingen (Oberliga), der SpVgg Stuttgart Ost (Oberliga) und dem VfB Obertürkheim (Regionalliga Süd) hat der VfB gleich drei höherklassige Damenteams in der Nachbarschaft, die sich für eine Kooperation anbieten würden. Die ersten „sichtbaren Schritte für eine mögliche Umsetzung“ wünschen sich die Fanclubs jetzt am Sonntag auf der Mitgliederversammlung.