VfB Stuttgart

Feinmotoriker mit Startproblemen: Kommt Borna Sosa beim VfB nun endlich in Fahrt?

Borna Sosa vom VfB Stuttgart in Aktion
Borna Sosa vom VfB Stuttgart in Aktion. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © dpa

Mario Gomez erkannte das Potenzial seines jungen Mitspielers gleich. „Der legt mir sicher sechs, sieben Tore auf in dieser Saison“, soll der frühere Stürmerstar des VfB Stuttgart im Sommer 2018 über Neuzugang Borna Sosa gesagt haben. So erzählt es jedenfalls der ehemalige Sportvorstand der Schwaben, Michael Reschke, im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Letztlich wurde es eine Torvorlage für Gomez, die Sosa in der Saison 2018/2019 beisteuerte - und an deren Ende der Kroate mit dem Club aus der Bundesliga abstieg.

Trainer Matarazzo: „Ich bin mit seiner Entwicklung zufrieden“

Inzwischen sind Sosa und der VfB zurück im deutschen Fußball-Oberhaus. Und es wirkt, als hätten sich beide ein ganzes Stück weiterentwickelt, als könne der Außenverteidiger die Erwartungen nun erfüllen.

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Beim 2:2 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt vergangenen Samstag zeigte Sosa eine seiner bislang besten Leistungen im Stuttgarter Trikot, schlug tolle Flanken und Freistöße in den Strafraum - und arbeitete auch fleißig nach hinten mit.

„Borna hat ein gutes Spiel gemacht. Er hat immer wieder für Gefahr gesorgt, hat Angriffe entstehen lassen – durch ein Tempodribbling oder einen guten Pass“, lobte Trainer Pellegrino Matarazzo. „Er lernt auch immer besser zu verteidigen. Ich bin mit seiner Entwicklung zufrieden.“

Der Start beim VfB war kein leichter

Sicher auch aufgrund vieler Verletzungen, aber eben auch wegen enormer Leistungsschwankungen kam Sosa in seinen ersten beiden Spielzeiten beim VfB nur auf jeweils zwölf Liga-Einsätze. In denen deutete er immer wieder an, welch feinen Fuß er hat - und welch fehlenden Biss in Sachen Defensivarbeit.

Kopie von VfB präsentiert Pablo Maffeo, Borna Sosa und Marc Oliver Kempf_1
Michael Reschke lotste Borna Sosa 2018 an den Neckar. © ZVW/Danny Galm

Dass der heute 22-Jährige „in puncto Aggressivität und Zweikampfverhalten zulegen muss“, sei ihm klar gewesen, als er ihn vor zweieinhalb Jahren für rund sechs Millionen Euro von Dinamo Zagreb loseiste, sagt Reschke. „Aber genauso begeistert waren wir über sein technisches Repertoire.“

Sosa habe „keinen leichten Start beim VfB“ gehabt, sagt Reschke, der inzwischen als Technischer Direktor beim FC Schalke 04 arbeitet. „Der Club steckte in einer schwierigen Situation.“ Dazu seien die schon erwähnten gesundheitlichen Rückschläge gekommen.

Der spielfreudige VfB-Stil kommt Sosa zugute

Ob Sosa nun endlich richtig in Fahrt kommt? Das System und der spielfreudige Stil von Trainer Matarazzo scheinen ihm zu liegen. „Man muss ganz klar sagen, dass er seine beste Position im 3-5-2 hat, weil dort seine offensiven Qualitäten besser zum Tragen kommen“, findet auch Reschke.

Aktuell weilt Sosa bei der kroatischen U21-Nationalelf. Wenn er mit der unterwegs war, lieferte er in der Vergangenheit durchaus mal Gesprächsstoff, kritisierte Ex-Stuttgart-Trainer Markus Weinzierl oder sprach über einen möglichen Abschied vom VfB. Bei dem soll er nun endlich und nachhaltig auch auf dem Platz für Aufsehen sorgen.