4. Spieltag

Fußball-Bundesliga am Samstag: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Julian Nagelsmann
Kehrt mit vielen weiteren Ex-Leipzigern an seine alte Wirkungsstätte zurück: Bayern-Coach Julian Nagelsmann. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa © Jan Woitas

Berlin (dpa) - Nach der Länderspiel-Pause startet die Bundesliga wieder durch.

Höhepunkt zum Auftakt des vierten Spieltags am Samstag ist das Topspiel zwischen Vizemeister RB Leipzig und dem deutschen Fußball-Rekordchampion FC Bayern. Neben Julian Nagelsmanns Rückkehr an den alten Wirkungsort stehen aber auch andere Akteure im Fokus.

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund

ROBERT ANDRICH: Zunächst schien es ein überraschender Transfer zu sein, doch in Robert Andrich hat Bayer Leverkusen nun einen Spielertypen im Team, der seit dem Karriereende von Sven und Lars Bender fehlte. Bislang kam der für sieben Millionen Euro von Union Berlin verpflichtete Mittelfeldspieler zu zwei Kurzeinsätzen, jetzt winkt ihm das Startelf-Debüt gegen Borussia Dortmund. «Er wird von Anfang an spielen. Wir brauchen diese Physis, diese Zweikampfhärte im Mittelfeld von ihm», sagte Bayer-Coach Gerardo Seoane. «Er musste sich ein bisschen gedulden, weil die anderen es sehr gut gemacht haben und wir nichts verändern wollten. Ich denke, dass er jetzt bereit ist.»

1. FC Union Berlin - FC Augsburg

RANI KHEDIRA: Im Sommer schaute Sami Khedira zu Besuch in Berlin vorbei. Das mögliche Lokalderby gegen den großen Bruder fällt nach dessen Karriereende bei Hertha BSC für Rani Khedira aber aus. Doch am Samstag gibt es für den Neu-Unioner beim Duell mit dem FC Augsburg ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Bei den Eisernen hat sich der 27-Jährige nach dem Wechsel vom FCA schnell zur Fix-Größe entwickelt, kam in allen fünf Pflichtspielen zum Einsatz und füllt die Lücke, die durch den Fortgang von Christian Gentner entstand. «Auf dem Platz spürt man ihn, auch außerhalb des Platzes trägt er seinen Teil dazu bei, wenn es um die Stimmung geht, taktische Dinge umzusetzen und zu pushen», sagte Trainer Urs Fischer.

SC Freiburg - 1. FC Köln

STEFFEN BAUMGART: Seine Spieler hat er längst mitgenommen auf den neuen Erfolgskurs. Und rund um Köln ist um den neuen Trainer des FC ein kleiner Hype entstanden. Steffen Baumgart kommt gut an, die Mannschaft spielt attraktiv und punktet. Statt Abstiegskampf erstmal Platz sechs. «Es ist schön für alle, dass hier eine Euphorie entstanden ist», sagte der 49-Jährige vor der Partie beim SC Freiburg. Baumgarts emotionale Auftritte an der Seitenlinie hat Kollege Christian Streich schon zur Kenntnis genommen. «Wenn ich die Meter machen würde und mich so hinstellen würde wie er, dieser Sumoringer, das würden ja meine Kniegelenke gar nicht aushalten», sagte der Freiburger Trainer.

TSG Hoffenheim - 1. FSV Mainz 05

ADAM SZALAI: Nach einem positiven Corona-Test in der Vorwoche hätte der Mainzer Stürmer die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte beinahe verpasst. Doch offenbar handelte es sich dabei um einen Fehler. Nachdem der 33-Jährige danach dreimal negativ getestet wurde, durfte er am vergangenen Mittwoch bereits wieder für die ungarische Nationalmannschaft spielen und erzielte beim 2:1 gegen Gibraltar prompt ein Tor. Seinem Einsatz im Gastspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim, für die Szalai von 2014 bis 2019 insgesamt 100 Liga-Spiele bestritt, steht somit nichts im Wege.

SpVgg Greuther Fürth - VfL Wolfsburg

RIDLE BAKU: Lange Zeit ging es für Ridle Baku nur bergauf. Der Wechsel aus Mainz nach Wolfsburg, der Sprung ins Nationalteam. Baku gehörte zu den Senkrechtstartern, hoffte unter Hansi Flick auch auf mehr Spielzeit im DFB-Team. Doch nach seinem schwachen Auftritt gegen Liechtenstein flog der 23-Jährige vor der Partie auf Island sogar komplett aus dem Kader. Bitter für den Flügelflitzer, der danach in Wolfsburg erst einmal wieder aufgebaut werden musste. In Fürth will er sich nun den Frust von der Seele spielen.

RB Leipzig - Bayern München

SIEBEN IM T6: «Ich werde keinen T6 mieten, um nach München zu fahren und im Schlepptau noch den einen oder anderen guten Spieler von Leipzig zu haben», sagte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann vor seinem Wechsel von RB Leipzig zum Rekordmeister. Bei seiner Rückkehr am Samstag braucht es dann aber doch einen Kleinbus. Denn neben seinem langjährigen Videoanalysten Benjamin Glück warb Nagelsmann die Co-Trainer Dino Toppmöller und Xaver Zembrod sowie den Psychologen Maximilian Pelka ab. Ende August folgte dem Abwehrspieler Dayot Upamecano auch noch RB-Kapitän Marcel Sabitzer.

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