VfB Stuttgart

Gern gesehene Gäste

Fußball Bundesliga RB Leipzig vs. VfB Stuttgart_0
Die Werbebande in der RB-Arena wünscht eine gute Heimreise und Holger Badstuber schleicht geknickt vom Platz. Auswärts kommt der Aufsteiger in dieser Saison einfach nicht in die Gänge. © Danny Galm

Leipzig.
Mit seinem knallorangenen Torwarttrikot fällt Ron-Robert Zieler auf. Vor allem, wenn er sich damit im gegnerischen Strafraum aufhält. Stuttgarts Schlussmann wollte sich am Samstagnachmittag nicht mit der knappen Niederlage in Leipzig abfinden und stürmte in der Nachspielzeit mit nach vorne. Vergeblich.

Zieler: „Zum Glück sind wir so heimstark“

„Zum Glück sind wir so heimstark.“

Doch woran liegt’s? Warum ist der Aufsteiger in der heimischen Arena noch ungeschlagen und auswärts noch ohne Punkt? Warum diese zwei Gesichter? Viele Fragen, auf die keiner der Verantwortlichen eine wirklich zufriedenstellende Antwort geben kann.

Der beste Auswärtsauftritt der Saison

Sportvorstand Michael Reschke sprach nach dem Spiel im Bauch der RB-Arena vom besten Auswärtsauftritt seiner Mannschaft in dieser Saison und gab sich optimistisch: "In der Form, wie wir in Leipzig aufgetreten sind, werden wir in Kürze auch auswärts punkten. Davon bin ich überzeugt.“ 

Trainer Hannes Wolf ärgerte sich zwar über die Pleite, fand aber hauptsächlich lobende Worte für den Auftritt seiner Elf: „Inhaltlich möchte ich meiner Mannschaft dennoch ein großes Kompliment machen.“ Seine Mannschaft habe Leipzig "maximal gefordert."

„So langsam fängt das echt ein Stück weit an, zu nerven“, grummelte Torhüter Zieler nach dem Spiel. Woche für Woche hören die Stuttgarter Profis nach den Auswärtsspielen anerkennende Worte vom Gegner, müssen aber ohne Punkte die Heimreise nach Bad Cannstatt antreten. Die Schwaben sind in dieser Spielzeit bislang gern gesehene Gäste.

Fehlt der Mut zum Risiko?

In der heimischen Arena ist die schwäbische Fußballwelt im Lot. Vier Heimspiele, drei Siege, ein Remis und erst ein einziges Gegentor. In der Fremde gibt es das krasse Kontrastprogramm: Fünf Auftritte, fünf Niederlagen, zehn Gegentore und erst zwei erzielte Treffer. In der Heimtabelle steht der Aufsteiger auf Rang fünf, in der Auswärtstabelle mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Liegt es vielleicht am fehlenden Mut zum Risiko? Im Spiel beim amtierenden Vizemeister standen sieben gelernte Defensivspieler in der Stuttgarter Startelf. Torhüter Zieler nicht mit eingerechnet. Eine Maßnahme, die gegen die offensivstarken Leipziger sinnvoll und auch erfolgreich war.

Zielstrebigkeit und das nötige Quäntchen Glück

In der RB-Arena stand die schwäbische Defensive auch dank der drei Sechser (Burnic, Ascacibar, Mangala) über weite Strecken sicher und solide. Mit zunehmender Spielzeit wurde der Aufsteiger mutiger und entwickelte so im zweiten Durchgang mehr Offensivpower.

Auch die offensiven Wechsel (Brekalo für Beck, Akolo für Asano) brachten noch einmal frischen Schwung und so kam der VfB auch gegen die „Roten Bullen“ zu einigen guten Chancen. Was letztlich fehlte, war die Zielstrebigkeit im letzten Drittel und in manchen Situationen auch das nötige Quäntchen Glück (Asano an den Pfosten/56.).

Im Pokal in der Favoritenrolle

Viel Zeit zum Nachdenken bleiben Hannes Wolf und seiner Mannschaft nicht. Bereits am Mittwoch geht es in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Kaiserslautern weiter. Um 18.30 Uhr. Auswärts.  

Auf dem altehrwürdigen Betzenberg sind die Schwaben klar in der Favoritenrolle und in der Pflicht. Gegen den Zweitligisten müssen die Schwaben das Spiel machen. „Das erinnert mich an die zweite Liga. Was uns da erwartet, kennen wir“, sagt Trainer Hannes Wolf und hofft, dass sein Torhüter am Mittwoch in der Nachspielzeit nicht mit nach vorne eilen muss, um eine drohende Niederlage abzuwenden.