VfB Stuttgart

Gladbach schimpft über den VAR - Schiedsrichter Brych: „Stuttgart kann mit dem Elfmeter glücklich sein“

Schiedsrichter Felix Brych blickt auf einen Monitor
Schiedsrichter Felix Brych blickt beim Videobeweis auf einen Monitor. Foto: Marijan Murat/dpa © Marijan Murat

Verärgert, frustriert und zornig schimpfte Jonas Hofmann über die Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Felix Brych in der Nachspielzeit. „Das ist eine absolute Frechheit, ich weiß nicht, was er da denkt“, wetterte der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach am Samstagabend im TV-Sender Sky. „Es ist Wahnsinn, so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich weiß nicht, wofür wir den Videoschiedsrichter haben.“ Silas Wamangituka (90.+6) verwandelte einen umstrittenen Foulelfmeter und rettete dem VfB Stuttgart damit am Samstagabend ein 2:2 (0:1) gegen die Gladbacher.

„Dafür Elfmeter - geht eigentlich jetzt nicht“

Nach einem Hinweis von Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus und der Ansicht der TV-Bilder entschied Brych auf Foulelfmeter und brachte damit die Gladbacher gegen sich auf. Stuttgarts Sasa Kalajdzic soll von Ramy Bensebaini im Strafraum zu Boden gerissen worden sein.

„Das ist ja nicht mal im Mittelfeld ein Foul. Dafür Elfmeter - geht eigentlich jetzt nicht“, ärgerte sich Nationalspieler Christoph Kramer. Kalajdzic fühlte sich schon umgerissen: „Ich habe keine Schwalbe gemacht.“ Er habe gespürt, wie er am Bauch festgehalten worden sei. „Ich habe schon das Gefühl gehabt, dass ich runtergezogen wurde.“

Auch Gladbach-Coach Marco Rose stellte auf der Pressekonferenz zähneknirschend fest: „Grundsätzlich kann man sich cleverer anstellen und die Hände weglassen. Aber wenn man die Szene aus unterschiedlichen Winkeln betrachtet, dann sieht man relativ deutlich, dass Anton seinen eigenen Mitspieler ins Straucheln bringt und Kalajdzic in Bensebaini hineinfällt.“

Brych räumt Versäumnis ein

Schiedsrichter Felix Brych kann derweil den Unmut der Gladbacher verstehen. Es würden „schon ein paar Restzweifel“ bleiben, sagte Brych nach der Partie. „Es ist ein komplexe Szene, weil zwei Kontakte vorliegen. Mein Gefühl auf dem Platz heute war ganz gut. Mir war es auf dem Platz einen Tick zu wenig. Ich glaube, heute kann Stuttgart mit dem Elfmeter glücklich sein.“

Nach Hinweis aus der Videozentrale in Köln schaute sich Brych die Szene noch einmal an und gab den Elfmeter. Dabei habe er aber nicht gesehen, dass es am Fuß zuvor noch einen Kontakt von Kalajdzic mit einem Mitspieler gegeben habe. Darauf sei er auch nicht hingewiesen worden.

Mit dem Last-Minute-Ausgleich wendete der VfB Stuttgart die nächste Heimniederlage gerade noch ab. Die in der heimischen Arena weiter sieglosen Stuttgarter kamen zu ihrem fünften Remis. Die Hinrunde wird für den Aufsteiger also ohne ein Erfolgserlebnis im eigenen Stadion zu Ende gehen. Der VfB bleibt dennoch fest auf Kurs in Richtung Klassenverbleib und steht nun nach 16 Spieltagen mit 22 Punkten auf dem 10. Tabellenplatz.

Für die Gladbacher hingegen war das Remis ein Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze. Mit 25 Punkten bleiben sie auf Rang sieben. Aber in nur zweieinhalb Wochen besteht schon die Chance zur Revanche: Der VfB und Mönchengladbach treffen sich im DFB-Pokal wieder (3. Februar) und kämpfen dann um einen Platz im Viertelfinale. 

Weitere Stimmen zum Spiel:

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo: „Wir glauben immer daran, dass wir punkten können. So haben wir in dieser Saison auch schon viele Punkte in der Schlussphase geholt. Die Jungs haben alles investiert und sich am Ende wieder belohnt. Wir waren von der 20. Minute an gut im Spiel und haben nach der Pause noch etwas mutiger gepresst. Insgesamt war es eine gute Leistung, auf die wir aufbauen können.“

Borussia-Coach Marco Rose: „Wir haben insgesamt ein gutes Spiel gesehen mit viel Tempo. Wir haben es in der ersten Hälfte gut gemacht. Dann sind wir schlecht aus der Pause gekommen und waren zu passiv. Nach dem 2:1 haben wir es eigentlich gut verteidigt – leidenschaftlich, so wie es sein soll .Es ist schade für die Jungs, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, da sie viel investiert haben.“

VfB-Kapitän Gonzalo Castro: „Dass wir in der letzten Minute noch den Elfmeter bekommen und dadurch den Ausgleich erzielen, war natürlich hilfreich. Dennoch ist es schade, dass nach einem solchen Spiel nicht mehr für uns herausspringt, da wir in der zweiten Hälfte die klar bessere Mannschaft waren. Wir lassen uns nicht nervös machen und haben eine gute Moral. Das haben wir heute wieder einmal bewiesen.“

VfB-Keeper Gregor Kobel: „Nach dem gesamten Spielverlauf geht ein Unentschieden in Ordnung, wenn man betrachtet, wie dieses Remis zustande kommt, können wir glücklich über den Punkt sein.“

Der Blick auf die Tabelle