VfB Stuttgart

Glanzleistung in der Heimat

Fußball Bundesliga VfB Stuttgart vs. Bayer 04 Leverkusen_0
Hielt bei der Rückkehr in die Heimat mit mehreren starken Paraden seinen Kasten sauber: Leverkusens Torhüter Bernd Leno. © Danny Galm

Stuttgart.
Ausgerechnet ein ehemaliger Stuttgarter hatte großen Anteil daran, dass der VfB Stuttgart den heimischen Rasen am Freitagabend nach 361 Tagen ohne Heimniederlage mal wieder als Verlierer verlassen musste: Leverkusens Torhüter Bernd Leno.

Michael Reschke holte Leno 2011 nach Leverkusen

„Wenn man in die alte Heimat zurückkehrt, muss der Trainer mich nicht wirklich motivieren", sagte der 25-jährige Torhüter direkt nach dem Spiel gegen seinen Ausbildungsverein dem TV-Sender Eurosport.

Und Lenos Bilanz gegen seinen Ex-Verein kann sich durchaus sehen lassen: Bislang hat der Torhüter noch kein einziges Spiel gegen den VfB Stuttgart verloren (acht Siege, drei Unentschieden).

Acht Jahre lang trug Leno das Trikot mit dem roten Brustring. Erst 2011 lotste ihn ausgerechnet der heutige VfB-Sportvorstand Michael Reschke unters Bayer-Kreuz. 30 Karten für Familie und Freunde hatte der in Bietigheim-Bissingen geborene Keeper für das Flutlichtduell besorgen müssen – und der kleine Bernd-Leno-Fanclub kam an diesem bitterkalten Freitagabend voll auf seine Kosten.

Wolf: „Bernd Leno hat fantastisch gehalten“

Nachdem die Schwaben in der ersten Hälfte keinen einzigen Torschuss abgefeuert hatten, stand der sechsfache Nationalkeeper zu Beginn der zweiten Hälfte im Kreuzfeuer und hielt mit vier starken Paraden die Null - eine Glanzleistung in der Heimat. Leno nach dem Spiel: „Übersteht man eine Phase wie nach der Pause ungestraft, dann geht ein Sieg in Ordnung.“ Angestachelt wurde der 1,90-Hüne auch vom Stuttgarter Publikum, das den Torhüter bei jedem Ballkontakt mit einem gellenden Pfeifkonzert bedachte.

„In der Halbzeit haben wir uns noch einmal eingeschworen und wollten offensiver, aggressiver und mit mehr Mut agieren“, gab VfB-Trainer Hannes Wolf einen kleinen Einblick in seine Halbzeitansprache.

„Am Ende brauchst du das Quäntchen, um den Ball dann rein zuschießen“, haderte Wolf, „da waren ein paar Abschlüsse, die man noch besser ziehen kann, aber Bernd Leno hat auch fantastisch gehalten.“ Kritisch merkte der Cheftrainer an: „Diese 20 Minuten waren aber auch die einzige Phase in der wir Torgefahr entwickelt haben. Das ist in der Summer natürlich ein bisschen dünn.“

Lob für Anastasios Donis

Mit Simon Terodde in der Sturmspitze und Anastasios Donis auf dem rechten Flügel wollte der 36-jährige Fußballlehrer die Werkself knacken. „Wir wussten, dass Leverkusen in vielen Phasen auch tief stehen wird und da wollten wir mit Simon einen Wandspieler haben. Einen klassischen Stürmer, der Bälle ablegen kann und bei Flanken da ist“, erläuterte Wolf seinen Matchplan im Nachgang.

Mit Anastasios Donis, der die meisten Stuttgarter Torschüsse abgab (3), war Wolf hochzufrieden: „Tassos hat nach vorne viel entwickelt und sehr viele Eins-gegen-Eins-Duelle klar gewonnen und mit seiner Dynamik viele gute Szenen gehabt.“

Wir wollen mit 20 Punkten in die Winterpause gehen“

Aggressivität im Spiel gegen den Ball und Mut im Passspiel vermisste Wolf vor allem in den lethargischen ersten 45 Minuten: „Um gegen Leverkusen etwas zu holen, müssen wir ein Top-Spiel abliefern. Das haben wir nicht gemacht.“

Mit Blick auf das schwere Restprogramm bis zur Winterpause (Hoffenheim, Bayern, Mainz) gelobt der Trainer baldige Besserung: „Wir werden alles reinlegen. Hoffenheim hat durch die Euro League auch ein krasses Programm und wir sehen absolut die Chance, dort zu punkten.“ Denn die Zielvorgabe ist klar: „Wir wollen mit 20 Punkten in die Winterpause gehen und dafür brauchen wir noch einen Sieg.“