VfB Stuttgart

Gnadenlose Effizienz und ein überragender Torhüter

Mario Gomez und Christian Gentner_0
Kapitän Christian Gentner: „Wir können jetzt ganz befreit und ohne Druck aufspielen." © ZVW/Danny Galm

Leverkusen.
Um den Champions-League-Anwärter Bayer 04 Leverkusen zu schlagen, benötigte der VfB Stuttgart lediglich einen einzigen Torabschluss – und einen überragenden Torhüter.

Beim 1:0-Sieg in Leverkusen bewiesen die Minimalisten von Trainer Tayfun Korkut einmal mehr ihre gnadenlose Effizienz. Mit nur einem Zähler Rückstand auf den 7. Platz dürfen die Schwaben deshalb im Endspurt von Europa träumen.

Wie der VfB Stuttgart zu seinem Auswärtssieg in Leverkusen kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse

Formation und Aufstellung

Trainer Tayfun Korkut wird auch im Liga-Endspurt auf personelle Experimente verzichten und so schickte der 44-Jährige gegen seinen Ex-Club Leverkusen dieselbe Startelf wie in der Vorwoche beim 2:0-Heimsieg gegen Bremen auf den Rasen. 

Soll heißen: Timo Baumgartl vertrat im 4-4-2-System erneut den verletzten Andreas Beck auf der Rechtsverteidigerposition. „Er kann marschieren, macht lange Wege und flankt ordentlich“, lobte Korkut seinen flexiblen Blondschopf im Vorfeld der Partie.

Erik Thommy (links) und Kapitän Christian Gentner (rechts) kamen wie gewohnt über die Flügel und im Sturmzentrum begannen Daniel Ginczek und Mario Gomez. 

Spielidee und Taktik

Aus einer kompakten Defensive heraus wollten die Schwaben auch die Werkself fordern. Bei gegnerischem Ballbesitz verzichteten die Stuttgarter auf ein aggressives Gegenpressing und zogen sich geordnet zurück, um den Ball dann über ein kompaktes Positionsspiel zu erobern. Die beiden Viererketten knüpften vor dem VfB-Tor so ein engmaschiges Netz. 

Einzig wenn sich sich Bayer-Keeper Bernd Leno den Ball zum Abstoß hinlegte, rückten die VfB-Profis tief in die Leverkusener Hälfte und versuchte alle möglichen Anspielmöglichkeiten zu zustellen.

Im Offensivspiel setzte die Korkut-Elf auf ein variables Flügelspiel und lange Bälle in Richtung der beiden wuchtigen Zentrumsstürmer Daniel Ginczek und Mario Gomez.

Spielentscheider

Waren an diesem Samstagabend die gnadenlose Effizienz der Stuttgarter und der überragende Torhüter Ron-Robert Zieler. Mit zahlreichen Paraden hielt der ehemalige Nationalkeeper die Null und wurde so zum Mann des Spiels. Dieser Titel hätte auch an Kapitän Christian Gentner verliehen werden können, der wie schon in der Vorwoche gegen Bremen mit dem Kopf das 1:0 erzielte.

In Leverkusen ging das Defensivkonzept der Schwaben in Halbzeit eins fast perfekt auf. Die Werkself tat sich enorm schwer aus dem Spiel heraus für Gefahr zu sorgen und vergab ihre beste Chance vom Elfmeterpunkt.

In der zweiten Hälfte wackelte die VfB-Abwehr dann einige Male bedenklich. Doch auf Torhüter Zieler war Verlass – und auch auf Kapitän Gentner, der den ersten und einzigen Stuttgarter Torabschluss sehenswert mit einem wuchtigen Flugkopfball im Leverkusener Tor unterbrachte.

Auf den Punkt gebracht

„Wer so viele Chancen liegen lässt, hat es auch nicht verdient zu gewinnen“, ärgerte sich Leverkusens Kapitän Lars Bender nach dem Abpfiff am Sky-Mikrofon. VfB-Stürmer Mario Gomez erklärte mit einem Augenzwinkern: „Wir waren heute Real Madrid.“ Die Mannschaft habe „leidenschaftlich gespielt und verteidigt“, so der Nationalstürmer.

Im Hinblick auf den Endspurt wollte sich der Routinier nicht zu einem neuen Saisonziel überreden lassen: „Wir lassen uns überraschen und genießen den Moment.“ Ähnlich sah es auch Kapitän Christian Gentner: „Wir können jetzt ganz befreit und ohne Druck aufspielen. Die Fans dürfen träumen.“ 

Matchwinner Zieler sprach den etwa 3.000 mitgereisten Fans ein Sonderlob aus: „Wir haben das abgeliefert, was wir aktuell können und sind als Einheit aufgetreten. Darüber hinaus war die Unterstützung unserer Fans heute erneut überragend.“

Ausblick

Im letzten Heimspiel der Saison geht es für den VfB Stuttgart am nächsten Samstag gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Anpfiff in der Mercedes-Benz Arena ist um 15.30 Uhr. Bayer Leverkusen muss am 33. Spieltag auswärts beim SV Werder Bremen ran (Samstag/15.30 Uhr).