VfB Stuttgart

Gründungshaus des FV Stuttgart 1893 in der Kernerstraße: Wo die Wurzeln des VfB liegen

VfB-Gedenktafel in der Kernerstraße
VfB-Präsident Claus Vogt enthüllte die Tafel am Mittwoch im Rahmen einer kleinen Feier. Anwesend waren auch Nachfahren aus der Familie des Gründungsmitglieds und ersten langjährigen Präsidenten Alexander Glaeser. Hier auf dem Bild die jüngsten Vertreter der Familie Glaeser Coco Sophie und Amadeus Max. © Danny Galm

Es war im Herbst 2019, als sich Claus Vogt in seinen Wagen setzte und von seinem Heimatort Waldenbuch-Glashütte im Schönbuch in den Stuttgarter Talkessel fuhr. Dort parkte er sein Auto vor einem unscheinbaren Gebäude in der Kernerstraße 8, schnaufte kurz durch und lief anschließend die rund viereinhalb Kilometer zum Clubzentrum des VfB Stuttgart an der Mercedesstraße in Bad Cannstatt.

Fusion mit dem Kronenklub Cannstatt

Schweißgebadet kam er an, stellte sich dem Vereinsbeirat als einer der Anwärter für das Amt des Präsidenten vor. Mit Erfolg. Er wurde als einer von zwei Kandidaten zur Wahl gestellt und im Dezember zum Präsidenten des größten Sportvereins in Baden-Württemberg gewählt – und kehrte am 9. September 2020, dem 127. Geburtstag des Vereins, in die Kernerstraße zurück. Dort, wo die Wurzeln des Vereins liegen.

VfB-Präsident Claus Vogt
VfB-Präsident Claus Vogt. © Danny Galm


Am 9. September 1893 wurde im Gasthaus „Zum Becher“ in der Kernerstraße der FV Stuttgart 1893 gegründet, der ältere der beiden Vorgängervereine des VfB. Fast 20 Jahre später, am 12. April 1912, fusionierte der FV Stuttgart schließlich im Hotel Concordia in Bad Cannstatt mit dem Kronenklub Cannstatt zum VfB Stuttgart. Nach einer „bewegten Sitzung“, wie es in der Jubiläumsschrift zum 60-jährigen Bestehen des VfB heißt. Als Vereinswappen wurden die drei stilisierten Hirschgeweihe aus dem Wappen des Hauses Württemberg festgelegt.

Weitere Projekte sind geplant

Auf Initiative des amtierenden Präsident Claus Vogt wurde jetzt an dem Gebäude des ehemaligen Gasthauses „Zum Becher“ in der Kernerstraße eine Erinnerungstafel angebracht. Im Beisein der Nachfahren aus der Familie des Gründungsmitglieds und des ersten langjährigen Präsidenten Alexander Glaeser (1984 bis 1908) wurde die Tafel am Mittwoch (09.09.) enthüllt.

Gedenktafel an der Kernerstraße 8
Die Gedenktafel prangt jetzt am Haus in der Kernerstraße 8. Den Rechtschreibfehler im ersten Satz will der Verein schnellstmöglich korrigieren. © Danny Galm


„Seit den jugendlichen Rugbyspielern von damals ist viel Zeit vergangen. Der Fußball-Sport ist ein anderer geworden, die Vereine größer und professioneller und die Fangemeinde leidenschaftlicher denn je“, sagte Vogt, „doch unsere Wurzeln hier in Stuttgart sind geblieben. Gerade dort, wo sich viel verändert, ist es wichtig, dass wir uns selbst treu bleiben, dass wir nicht aus den Augen verlieren, wo wir herkommen und wie wir einmal gestartet sind.“

Vogt findet, dass die Gedenktafel in der Kernerstraße „in Zukunft für jeden VfBler zum Pflichtprogramm eines Stadtrundgangs in der Landeshauptstadt gehören sollte.“ Der Präsident möchte den VfB und seine bewegte Historie im Stadtbild der Landeshauptstadt noch präsenter machen. Weitere Projekte sind geplant, spruchreif ist allerdings noch nichts. VfB-Archivar Dr. Florian Gauß dürfte in jedem Fall nicht langweilig werden.