VfB Stuttgart

Grünes Licht für Geisterspiele: Wie es jetzt für den VfB weitergeht

Mercedes-Benz-Arena, Stadion, VfB-Stadion, Gottlieb-Daimler-Stadion, Neckarstadion, Stadion
Symbolbild. © ZVW/Danny Galm

Angela Merkel übermittelte die erlösende Nachricht für den deutschen Profifußball fast beiläufig. Man habe beim Politik-Gipfel mit den Ministerpräsidenten auch über die 1. und 2. Bundesliga gesprochen, "die den Spielbetrieb ab der zweiten Maihälfte wieder führen darf", sagte die Bundeskanzlerin am Mittwoch (06.05.) nach der rund viereinhalbstündigen Video-Schalte ohne viel Pathos. Damit dürfte der Ball in der 1. und 2. Bundesliga schon am Wochenende vom 15. bis 17. Mai wieder rollen - neun Wochen nach der Aussetzung der Saison wegen der Corona-Krise. "Wir wissen auch, dass das sehr kontrovers ist. Ich halte diesen Kompromiss für mehr als vertretbar", sagte Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder.

Die Entscheidung der Politik für Geisterspiele sorgte in der Milliarden-Branche für große Erleichterung. Dies sei "eine gute Nachricht", sagte DFL-Boss Christian Seifert. "Spiele ohne Stadion-Zuschauer sind für niemanden eine ideale Lösung. Es ist in einer für einige Clubs existenzbedrohenden Krise allerdings die einzige Möglichkeit, den Fortbestand der Ligen in ihrer jetzigen Form zu bewahren."

So reagiert VfB-Boss Thomas Hitzlsperger

Mit großer Erleichterung reagierte auch der junge Vorstandsboss der Schwaben auf das Go für die Geisterspiele: "Wir haben immer betont, welche Bedeutung die Fortsetzung der Saison für den Fußball hat. Dementsprechend froh sind wir über die getroffene Entscheidung. Gleichzeitig wissen wir, welche Verantwortung mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs einhergeht. Dieser Verantwortung wollen und werden wir gerecht werden und weiterhin sehr genau auf die Einhaltung der vorgegebenen Richtlinien achten." 

Der Spielplan

Wann es exakt losgeht, kann nun die Deutsche Fußball Liga bestimmen. Dies wird am Donnerstag (07.05.) auf der Mitgliederversammlung mit den 36 Vereinen ebenso Thema sein wie der genaue Spielplan für die ausstehenden 163 Spiele ohne Publikum in beiden Ligen. Sollte die Bundesligasaison chronologisch mit dem 26. Spieltag fortgesetzt werden, stünde unter anderem das Revierderby Borussia Dortmund gegen Schalke 04 zu Beginn auf dem Programm. Für den VfB würde die Saison dann mit einem Auswärtsspiel in Wiesbaden weitergehen.

Die Quarantäne

Dem Bundesliga-Neustart vorweggehen muss eine Quarantänemaßnahme bei allen Vereinen, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers. Diese im DFL-Konzept festgeschriebene Maßnahme machte die Politik ebenso zur Bedingung wie die strikte Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen. Im Falle eventuell notwendiger Testungen für den Spielbetrieb sei sicherzustellen, dass aus dem Gesundheitswesen angemeldete Testbedarfe jederzeit mit Priorität behandelt werden.

Das Restprogramm für den VfB

Folgende neun Gegner warten noch auf die Matarazzo-Elf: Wehen Wiesbaden (A), Kiel (A), HSV (H), Dresden (A), Osnabrück (H), Karlsruhe (A), Sandhausen (H), Nürnberg (A), Darmstadt (H).

Die Situation an der Tabellenspitze

Mit 51 Punkten führt Arminia Bielefeld die Tabelle der 2. Liga an. Nach 25 Spieltagen folgen der VfB Stuttgart (45 Punkte) und der Hamburger SV (44 Punkte) auf den Rängen zwei und drei. Hinter der Aufstiegszone tummeln sich Heidenheim (41 Punkte), Fürth und Darmstadt (beide 36 Punkte).

Die zentralen Punkte des DFL-Hygienekonzepts

  • engmaschige und regelmäßige Testung der Spieler, die in der Vorwoche begonnen hat. Vor der Wiederaufnahme des Teamtrainings soll jeder Verein seine Spieler mindestens zweimal getestet haben, um neue Ansteckungen zu verhindern. Zwei negative Tests sind für Spieler Voraussetzung, um in den Trainingsbetrieb zurückkehren zu können.
  • auch Kontaktpersonen der Profis sollen freiwillig in größeren zeitlichen Abständen getestet werden. Alternativ können Personen, die dies nicht wollen, schriftlich jeden Kontakt dokumentieren.
  • wenn ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss nicht automatisch die ganze Mannschaft in Quarantäne. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen (Dauertestung) könnten Spieler und Betreuer in die Kategorie II (geringeres Infektionsrisiko) eingeordnet werden, die «optional anzuwendende informatorische und kontaktreduzierende Maßnahmen» statt einer Gruppenquarantäne zur Folge hat. Die lokalen Gesundheitsämter entscheiden darüber.
  • rund um die Stadien sollen sich bei Spielen noch etwa 300 Personen befinden. Diese sollen etwa gleichmäßig auf die drei Zonen Innenraum, Tribüne und Stadiongelände verteilt werden.
  • die Aufenthalte in den Kabinen sollen auf ein Minimum reduziert werden. Rituale wie das gemeinsame Einlaufen, Maskottchen oder Mannschaftsfotos entfallen.
  • alle Anwesenden - aktive Spieler und Schiedsrichter ausgenommen - sind im Stadion verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Spielbälle sollen vor und während des Spiels desinfiziert werden.
  • Spieler werden angehalten, sich in eine Quasi-Quarantäne zu begeben. Es sollen unter anderem keine Kontakte zur Nachbarschaft mehr geben, keine Besuche empfangen und keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden.
  • positive Corona-Fälle sollen nicht automatisch an die Presse gemeldet werden, da «Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen».
  • die DFL rät den Clubs, für einen «ausreichend großen Kader» für das Saisonfinale zu sorgen.