Protest in Stuttgart

Große Mehrheit lehnt Demos gegen Corona-Maßnahmen ab

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Corona-Kundgebung
Kundgebung der Initiative «Querdenken 711» im Stuttgarter Schlossgarten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © Sebastian Gollnow
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«Querdenken»-Demonstration in Stuttgart
In Stuttgart gibt es erneut Protest gegen die Corona-Maßnahmen - an diesem Samstag mit einigen hundert Teilnehmern. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © Sebastian Gollnow
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Protest gegen Impfungen
An der Demonstration nehmen unter anderem Impfgegner teil. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © Sebastian Gollnow
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Demonstrationsteilnehmer
Die Demonstrationen in Stuttgart hatten zuletzt immer weniger Zuspruch gefunden. In Berlin hatten am vergangenen Wochenende jedoch Zehntausende demonstriert. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © Sebastian Gollnow

Berlin (dpa) - Die Demonstrationen gegen die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus werden nach einer Umfrage von einer großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt.

In einer am Samstag veröffentlichten Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag der Mediengruppe RTL gaben 91 Prozent an, kein Verständnis für die Proteste zu haben. Nur 9 Prozent äußerten sich dem «RTL/ntv-Trendbarometer» zufolge zustimmend. Eine klare Mehrheit (87%) war auch der Meinung, dass die Menschen, die gegen die Maßnahmen auf die Straße gehen, nur eine Minderheit der Bevölkerung repräsentieren.

Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen versammelten sich am Samstag in Stuttgart zu einer «Querdenken»-Demo. Die Polizei sprach am Nachmittag von mehreren Hundert Teilnehmern, die Veranstalter nannten die Zahl 5000. Zunächst hatten sich die Teilnehmer bei großer Hitze auf dem Marienplatz versammelt und zogen dann Richtung Innenstadt. Demonstranten zeigten Transparente mit Aufschriften wie «Mit Maske - Ohne Mich» oder «Wir haben Euch durchschaut». Sie skandierten «Freiheit, Freiheit». Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative «Querdenken 711».

Die Polizei sprach am Nachmittag von einem ruhigen Verlauf. Die Teilnehmer seien bemüht, die geforderten Mindestabstände einzuhalten. In Berlin hatten am vergangenen Wochenende Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, hatte die Polizei die Kundgebung aufgelöst.

«Polizei und Versammlungsbehörde haben ein waches Auge auf die Teilnehmer und den Umgang mit den Vorgaben», warnte deshalb ein Sprecher der Stadt im Vorfeld des Stuttgarter Protestes. Für die Stuttgarter Demos gebe es aber keine Maskenpflicht - aber es müsse Abstand gehalten werden.

Eine weitere Veranstaltung von Kritikern der Verordnungen ist für den Sonntag in Dortmund geplant. Dort werden rund 1500 Menschen erwartet.

© dpa-infocom, dpa:200808-99-89094/7