VfB Stuttgart

Große Probleme mit den Kleinen: Verrennt sich der VfB im Aufstiegskampf?

Fußball  2. Bundesliga  VfB Stuttgart vs. VL Osnabrück
Auch gegen den VfL Osnabrück stolperten Philipp Förster (li.) und Wataru Endo - wie so oft gegen einen kleinen Herausforderer. © Pressefoto Baumann

Wer dachte, der VfB Stuttgart hätte im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga mittlerweile den richtigen Kurs eingeschlagen, sieht sich getäuscht. Nach den Siegen gegen Hamburg (3:2) und in Dresden (2:0) war das 0:0 gegen Osnabrück am Sonntag ein herber Rückschlag für die Schwaben.

Rückfall in alte Muster

Wieder mal stolperte der große Favorit über einen kleinen Herausforderer. Wieder mal liefen die meisten seiner zaghaften Angriffe ins Leere. 69 Prozent Ballbesitz verzeichnete der VfB gegen Osnabrück, seine ernstzunehmenden Torabschlüsse konnte man aber an einer Hand abzählen. "Der letzte Punch hat gefehlt", sagte Torhüter Gregor Kobel. Wie schon im Hinspiel gegen die Niedersachsen (0:1) im November. Oder bei den Pleiten in Wiesbaden (1:2) und Kiel (2:3) direkt nach der Corona-Pause. In der Summe holten die Stuttgarter aus den sechs Partien gegen die drei Underdogs gerade mal einen Zähler. Dazu kommen die Fehltritte in Sandhausen (1:2) oder Fürth (0:2).

Die gleichen Probleme wie unter Ex-Trainer Tim Walter

Der VfB hat große Probleme mit den Kleinen. Und womöglich auch mit seiner Einstellung? Sportdirektor Sven Mislintat winkt ab. "Wir brauchen nicht immer über Einstellung reden", sagt er: "Es geht um technisch-taktische Aufgaben. Darum, sie besser umzusetzen, deutlich mehr Torchancen herauszuspielen und das Spiel zu gewinnen." Tiefstehende Gegner seien eben schwer zu bespielen.

Das spürte der VfB schon unter Ex-Trainer Tim Walter. Und das spürt er auch unter dessen Nachfolger Pellegrino Matarazzo. Weder unter dem einen, noch unter dem anderen brachte der durchaus stattliche Kader, dessen Markwert auf knapp 60 Millionen Euro geschätzt wird, sein großes Potenzial bislang konstant auf den Platz. Zu oft berauschen sich die Spieler an ihrem eigenen Passspiel, verlieren dabei aber ihr eigentliches Ziel aus den Augen. Zu oft vermitteln sie den Eindruck, als bekämen sie ihre wöchentlichen Pflichtaufgaben schon irgendwie geregelt. Doch dafür ist vier Spieltage vor Schluss kaum noch Zeit.

VfB steht vor Baden-Württemberg-Derby unter Druck

"Dreier ziehen, nach Hause fahren", formuliert Mislintat die Zielsetzung fürs Derby kommenden Sonntag beim akut abstiegsbedrohten KSC (ab 13.30 Uhr im ZVW-Liveticker). Beim nächsten Kleinen. "Es ist ein anderes Derby ohne Zuschauer. Ein leichter Vorteil für uns, weil es natürlich schon schwieriger ist, in einer extrem aufgeheizten Atmosphäre zu spielen", meint er. Nur: In Wiesbaden oder Kiel wusste der VfB das zuletzt nicht zu nutzen.

Aufstiegsrennen: Quartett kämpft um Platz in Bundesliga

Im Rennen um die Aufstiegsplätze in der 2. Fußball-Bundesliga wächst die Spannung. Noch vier Spieltage stehen aus. In Arminia Bielefeld (57 Punkte), VfB Stuttgart (52), Hamburger SV (50) und 1. FC Heidenheim (48) kommen bei realistischer Betrachtung nur noch vier Mannschaften für den Aufstieg infrage. Spitzenreiter Bielefeld hat mit dem Nachholspiel gegen Dynamo Dresden noch fünf Partien zu absolvieren und wird sich einen der direkten Aufstiegsplätze vermutlich nicht mehr entgehen lassen. Nimmt man die derzeitigen Platzierungen der Gegner als Gradmesser für die Schwere des Restprogramms, so hat Heidenheim die komplizierteste und Stuttgart die leichteste Aufgabe zu bewältigen. 

Das Restprogramm:

  • Arminia Bielefeld: Sandhausen (A), Dresden (H), Darmstadt (H), Karlsruhe (A), Heidenheim (H)
  • VfB Stuttgart: Karlsruhe (A), Sandhausen (H), Nürnberg (A), Darmstadt (H)
  • Hamburger SV: Dresden (A), Osnabrück (H), Heidenheim (A), Sandhausen (H)
  • 1. FC Heidenheim: Regensburg (H), Fürth (A), Hamburg (H), Bielefeld (A)