VfB Stuttgart

Großer Aufwand, geringer Ertrag

VfB Stuttgart gegen Dynamo Dresden, 02.04.2017_0
Der VfB Stuttgart ist wieder Tabellenführer und hat vor den punktgleichen Verfolgern Eintracht Braunschweig und Union Berlin (alle 50 Zähler) die beste Ausgangssituation aller Aufstiegskandidaten. © Danny Galm

Stuttgart.
Nein, die Zahlen lügen nicht: 57 Mal schoss der VfB Stuttgart in der laufenden Bundesliga-Saison aufs gegnerische Tor. Ein ordentlicher Durchschnittswert mit Blick auf die Werte der anderen Bundesligisten. Das Problem: Nur drei Mal schlug die Kugel bislang ein. 19 Versuche benötigt der Aufsteiger für einen Treffer. Der Aufwand ist groß, der Ertrag gering.

Terodde weiter torlos 

Befürchteten viele VfB-Fans vor dem Bundesliga-Start, dass die schwäbische Defensive im Oberhaus massive Probleme bekommen könnte, so hakt es nach fünf Spieltagen vor allem in der Offensive.Einzig Chadrac Akolo und Holger Badstuber durften sich in dieser Saison bislang in die VfB-Torschützenliste eintragen. Simon Terodde, immerhin mit je 25 Toren der Torschützenkönig der vergangenen beiden Zweitliga-Spielzeiten, wartet immer noch auf seinen Premierentreffer in der ersten Liga.

Die Balance im Stuttgarter Spiel stimmt noch nicht

Woran hapert es aktuell im Schwaben-Sturm? „Ich würde mir mehr Sorgen machen, wenn wir keine Chancen hätten“, erwiderte Hannes Wolf gegenüber der Bild. Wolf weiter: „Wir arbeiten weiter daran, wie wir nach vorne spielen und vorne reinkommen. Natürlich müssen wir ihn dann auch reinschießen, aber das kommt nicht, wenn man drüber redet, sondern wenn man es trainiert.“

Nach den bisherigen Auftritten lässt sich feststellen: Dem VfB mangelt es an Durchschlagskraft und Kreativität im Spiel nach vorne. Die Balance im Stuttgarter Spiel stimmt noch nicht: Der Spagat zwischen konzentrierter Abwehrarbeit und kontrolliertem Offensivspiel gelingt den Roten noch nicht.

Laufstarker Simon Terodde

Auch das neue Stuttgarter Spielsystem geht zulasten der offensiven Wucht: Im neuen 5-2-2-1/3-2-2-2-1-System sind sieben (!) Spieler vorrangig mit Defensiv-Aufgaben betreut. Darunter leiden die drei Offensivspieler und allen voran die einzige Sturmspitze Simon Terodde.

Der Angreifer muss viel mit nach hinten arbeiten und reißt in jedem Spiel etliche Kilometer – im Schnitt 10,6 Kilometer pro Partie. Zum Vergleich: Bayerns Tormaschine Robert Lewandowski legt im Schnitt „nur“ 9,6 Kilometer pro Spiel zurück, Pierre-Emerick Aubameyang sogar nur 8,9 Kilometer. Dafür haben der Pole und der Gabuner aber schon sechs bzw. fünf Mal eingenetzt.

Wolf: „Für mich ist entscheidend, dass er immer hundert Prozent gibt"

Doch Teroddes Wert für die Mannschaft bemisst sich nicht nur an Toren. Der Stürmer ist mit seiner aufopferungsvollen Spielweise ein elementarer Bestandteil der Mannschaft. „Für mich ist entscheidend, dass er immer hundert Prozent für das Team gibt, dass er anläuft, Kopfbälle führt, sich anbietet, sich aufreibt“, lobte Trainer Hannes Wolf seinen Stürmer im kicker.Zudem mangelt es im Angriff an Alternativen. Daniel Ginczek fehlt seit Wochen verletzt und wird auch für die nächste Partie am Samstag gegen Augsburg (15.30 Uhr/ZVW-Liveticker) ausfallen. Chadrac Akolo, der zwei der bisher drei Saisontreffer erzielte in Gladbach aber aufgrund von Oberschenkel-Problemen passen musste, wird am trainingsfreien Donnerstag behandelt und trainieren, um am Samstag wieder einsatzbereit zu sein. 

Hoffnung bei Holger Badstuber

Holger Badstuber könnte für die Partie gegen den FCA ebenfalls wieder eine Alternative sein. "Er hat schon viel trainiert, auch intensive Sachen", so Hannes Wolf. "Holger ist schon gesprintet und hat auch schon Bälle gespielt."

Gegen den FC Augsburg will der VfB seine starke Heimbilanz (2017 zuhause noch ungeschlagen) weiter ausbauen. Dafür wollen die Schwaben gegen den FCA mehr ins Risiko gehen - und so ihrem Torjäger endlich den ersten Bundesliga-Treffer auflegen.