Kochen & Rezepte

Häschen, Lämmchen und bunte Eier

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Lecker saftige Osterlämmle. © Habermann/ZVW
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Ursula Russ zaubert Osterköstlichkeiten. © Habermann/ZVW
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Eier in Zwiebelsud gefärbt. © Habermann/ZVW
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Orangencreme – gestürzt auf dem Tellerchen oder im Einmachglas. Beides ist hübsch und lecker. © Habermann/ZVW

Schorndorf. Und damit schon beim Frühstück am Ostersonntag klar ist, dass jetzt Schluss mit der Fasterei ist, steht bei Familie Russ schon morgens ein gebackenes Osterlämmle auf dem Tisch. Weil Ursula Russ die aus Biskuitteig hergestellten zu trocken sind, backt sie die süßen Ostergrüße aus feinem Rührteig.

In einer Schüssel rührt sie dafür 200 Gramm Fett und 200 Gramm Zucker schaumig. Nach und nach gibt sie vier Eier hinzu. Dann kommen 125 Mehl und Mondamin mit einen Teelöffel Backpulver dazu. Und am Ende fehlt nur noch ein Esslöffel Rum. Die Lämmchenform streicht sie mit Butter aus und bestäubt sie mit Mehl. Dann erst gibt sie den Teig hinein und backt das Lämmchen bei 170 Grad über eine halbe Stunde hinweg. Der Teig, der nicht ins Lämmchen passt, kann zusätzlich in einer kleinen Kastenform mit in den Ofen geschoben werden. Ist das Lämmchen ausgekühlt, schneidet Ursel Russ es unten gerade ab, damit es auf dem Ostertisch stehen kann. „Und ich schneid’ es immer von hinten an, damit es länger hübsch aussieht.“

Handgeschriebene Rezepte

Außerdem kommen aus ihrer österlichen Backstube kleine Mürbteighäschen. Das Rezept hat sie vor mehr als 60 Jahren bei einem Praktikum in einer Schorndorfer Konditorei abgestaubt. In ihrer Lehrzeit hat sie so viele freiwillige Praktika wie möglich gemachte – immer dort, wo sie hoffte, viel für ihre eigene Küchenarbeit zu lernen. Für die Häschen rührt die erfahrene Köchin nun 175 Gramm Puderzucker mit zwei Eiern und 250 Gramm Butter zu einer schaumigen Masse. Anschließend kommen 500 Gramm Mehl, acht Gramm Backpulver und eine Prise Salz dazu. Der glatt gerührte Teig muss nun zwei Stunden im Kühlschrank kalt stehen. Anschließend wellt sie den Teig aus, sticht Hasen aus, gibt ihnen kleine Rosinen-Augen und bestreicht sie mit Eiermilch. Die Häschen werden bei 170 Grad etwa eine Viertelstunde gebacken.



Eier natürlich gefärbt

Ja, und was wäre ein Osterfest ohne selbst gefärbte Eier? Eben. Nichts. Ursula Russ sammelt dafür schon seit Weihnachten Zwiebelschalen. Sie färben Eier ganz natürlich in einem leuchtenden rötlichen Braunton. Sie legt die Zwiebelschalen in kaltes Wasser ein und lässt die Mischung aufkochen, dann gibt sie die Eier hinzu und kocht sie zehn Minuten, bis sie hart und rotbraun gefärbt sind. Wer besonders ambitioniert ist, kann außerdem angefeuchtete kleine Gräser oder Blätter auf die noch rohen Eier legen. Das Ganze müsste dann mit dem Stück einer Feinstrumpfhose eng zugebunden werden, so dass die Farbe nicht unter das Blatt oder das Gras gerät und am Ende das Ei an dieser Stelle weiß bleibt. „Aber wir wollen ja alles so einfach wie möglich machen“, neckt Ursula Russ sich selbst und grinst.