VfB Stuttgart

"Ich habe Fehler gemacht"

VfB Stuttgart gegen 1. FC Köln (13.10.2017)_0
Angekommen beim VfB Stuttgart: Anastasios Donis. © Büttner / ZVW

Stuttgart.
Aller Anfang ist schwer. Diese Erfahrung musste VfB-Angreifer Anastasios Donis nach seinem Wechsel zum VfB Stuttgart machen. Mit der Disziplin und der Pünktlichkeit hatte der 21-jährige griechische Nationalspieler zunächst so seine Probleme. "Das ist ausgeräumt. Ich habe daraus gelernt", sagt Donis, der inzwischen in Stuttgart angekommen ist und sich beim VfB zu einem Leistungsträger entwickelt hat.  

Welche Rolle sein Vater Georgios für ihn spielt, wie er auf die ersten - zum Teil schwierigen - Wochen beim VfB zurückblickt und was mit dem VfB in dieser Saison möglich ist, verrät der Grieche im Interview:

Ihr Vater Georgios (47) war selbst Fußball-Profi, spielte bei Panathinaikos Athen, den Blackburn Rovers und Huddersfield Town – welche Ratschläge gibt er Ihnen?

Wir telefonieren nach den Spielen. Er ist immer ehrlich zu mir. Mein Vater gratuliert mir, wenn wir gewinnen und sagt mir, dass ich nicht zu traurig sein soll, wenn wir mal verlieren. Zudem gibt er mir wichtige Tipps, woran ich noch arbeiten muss.

Was hat er Ihnen am Freitag nach dem 2:1-Sieg über den 1. FC Köln gesagt?

Zunächst einmal hat er mir zu meinem ersten Bundesliga-Tor gratuliert, dann aber auch gemeint, dass ich in diesem Spiel noch ein oder zwei Tore mehr hätte schießen können, vielleicht auch müssen (schmunzelt).

Im Sommer wechselten Sie für rund 4,5 Millionen Euro vom OGC Nizza zum VfB. Wie verliefen die ersten Wochen?

Mein Start hier beim VfB war ein bisschen schwierig, aber inzwischen bin ich sehr glücklich, dass ich hier bin. Die Jungs und die Trainer sind klasse. Wir sind wie eine Familie. In jedem Training gebe ich einhundert Prozent und will mich jeden Tag verbessern. Ich bin noch lange kein fertiger Spieler. Der VfB ist genau der richtige Club für mich.

Können Sie die anfänglichen Probleme genauer beschreiben? Der Trainer warf Sie vor dem ersten Heimspiel aus dem Kader. Was lief da schief?

Ich bin jung und habe Fehler gemacht, war nicht fokussiert genug. Der Coach hat richtig entschieden. Danach war mir klar, dass ich etwas ändern muss. Von dem Moment an lief alles besser und so möchte ich jetzt auch weiter machen. Ich konzentriere mich auf die Zukunft.

Wie kommen Sie in der neuen Stadt zurecht?

Es fühlt sich sehr gut an. Stuttgart ist eine wirklich schöne Stadt. Ich habe hier schon viele Griechen getroffen und es gibt einige griechische Lokale und Cafés. Das erleichtert mir einiges. Sicherlich eine der schönsten Städte, in denen ich bisher gelebt habe.

Und die Fans im Stadion?

Die sind unglaublich. Sie unterstützen uns zu jeder Zeit und das ist für unser junges Team eminent wichtig.

Was ist mit dem VfB Stuttgart in dieser Saison möglich?

Zehn Punkte nach acht Spieltagen sind eine gute Ausbeute. Als Aufsteiger müssen wir zunächst den Klassenerhalt sichern und ich glaube auch fest daran, dass wir das schaffen. Wir haben viele junge Spieler und können uns noch weiterentwickeln.

In den WM-Play-Offs geht es nun für Sie und die griechische Nationalelf gegen Kroatien – also womöglich gegen ihren Teamkollegen Josip Brekalo...

…dafür muss er es aber erst einmal in die A-Nationalmannschaft schaffen (lacht / Brekalo spielt aktuell noch für die kroatische U 21, Anm. d. Red.). Das wird ein gutes Spiel gegen einen guten Gegner. Man weiß nie, wie es ausgeht, aber wir spielen immer mit Herz und haben eine gute Abwehr.

Was erwartet Sie und ihre Teamkollegen im nächsten Bundesligaspiel am Samstag gegen RB Leipzig?

Leipzig hat eine der besten Mannschaften in der Bundesliga und haben zuletzt gegen starke Gegner gewonnen. Das wird richtig schwer für uns. RBL hat viele Spieler mit hoher Qualität. Aber auch wir haben gute Spieler. Zunächst einmal müssen wir versuchen so lange wie möglich die Null zu halten und dann über Konter versuchen, gefährlich zu werden. Wir müssen einhundert Prozent geben und wenn wir das beherzigen, können wir auch in Leipzig etwas mitnehmen.


Anastasios Donis

  • Anastasios Donis wurde am 29. August 1996 im englischen Blackburn geboren. 
  • Der beidfüßge Angreifer machte seine ersten Schritte in der Jugend von Panathinakos Athen und wechselte 2013 nach Italien zur U 17 von Rekordmeister Juventus Turin.
  • In der A-Mannschaft der Turiner konnte Donis keinen Fuß fassen und so wechselte er nach diversen Leihstationen bei Sassuolo (2015), dem FC Lugano (2015/16) und der OGC Nizza (2016/17) für rund vier Millionen Euro Ablöse zum VfB Stuttgart.
  • Sein Vater Georgios (47) trainiert aktuell den Champions League Teilnehmer APOEL Nikosia und sein älterer Bruder Christos (23) schnürrt die Kickschuhe für Panathinaikos Athen.