VfB Stuttgart

„Ich könnt Konfetti kotzen, so happy bin ich“: Die Stimmen zur VfB-Gala gegen Borussia Dortmund

Fußball   Bundesliga   Borussia Dortmund vs. VfB Stuttgart
Grenzenloser Jubel: Torschütze Tanguy Coulibaly (li.) und Mittelfeldmotor Wataru Endo. © Pressefoto Baumann

Nicht der BVB, sondern der Aufsteiger aus Stuttgart bot am Samstagnachmittag ein Spektakel und schlug den hohen Favoriten mit 5:1 (1:1). Ohne großen Widerstand ergab sich der vermeintliche Titelaspirant vor allem in der zweiten Halbzeit dem Tempospiel der Gäste.

"Die Stuttgarter haben es uns vorgemacht, wie wir eigentlich spielen wollten", klagte BVB-Kapitän Marco Reus und fand ähnlich deutliche Worte wie Trainer Lucien Favre: "Das war beschämend. Wir haben alles vermissen lassen, was wir brauchen. Stuttgart war uns in allen Belangen überlegen. So dürfen wir uns nicht noch einmal präsentieren."

Der wohl größte Coup seit dem Wiederaufstieg bereitete Pellegrino Matarazzo große Freude: "Wir haben brutal als Einheit funktioniert und mit Dominanz und Überzeugung unseren Fußball gespielt. Ich bin stolz auf die Jungs", schwärmte der VfB-Coach. Als Erklärung für den steten Aufwärtstrend in seinem Team machte er den Trainingsfleiß seiner Profis aus: "Wir machen sehr gute Schritte in guter Geschwindigkeit. Es ist ein enormes Trainingsniveau und Engagement. Das ist der Grund, warum wie so schnell vorankommen."

Alle Stimmen zum Gala-Auftritt des Aufsteigers:

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo: "Ich bin stolz auf die Leistung der Mannschaft. Wir sind gut ins Spiel reingekommen, haben es in der ersten Hälfte vielleicht verpasst, unsere Führung noch auszubauen. Nach dem Seitenwechsel hat das Team eine enorme Mentalität gezeigt, indem sie genauso dominant, selbstbewusst und mit Überzeugung aufgetreten ist, wie sie es in der ersten Hälfte getan hat. Das beweist auch den Charakter der Mannschaft. Wir wollten uns heute auch ein Stück beweisen, dass wir für ein Top-Team wie Dortmund nicht nur ein unangenehmer Gegner sein, sondern auch gewinnen können. Die Mannschaft tritt als Einheit auf, alle elf Spieler sind in den einzelnen Spielphasen involviert. Aktuell sind wir auf einem guten Weg. Wir sollten aber auf dem Boden bleiben und jedes Spiel demütig angehen, mit dem Respekt vor dem Gegner, aber auch mit der Überzeugung von den eigenen Qualitäten."

BVB-Coach Lucien Favre: "Das Spiel ist eine Katastrophe für uns. Wir haben heute zu viele schwerwiegende Fehler gemacht. Der VfB hat ohne Zweifel gut gespielt, wir waren aber zugleich heute sehr schlecht. Nach dem Ausgleich müssen wir es einfach besser machen, kassieren aber ein dummes Gegentor, das Unruhe ins Team bringt. Stuttgart hat auf Konter gewartet und wir haben ihnen die Bälle zu leicht überlassen." 

VfB-Mittelfeldspieler Philipp Förster: "Bereits vor zwei Wochen gegen den FC Bayern haben wir eine ähnliche Leistung wie heute auf den Platz gebracht. Damals haben wir unsere Chancen nicht genutzt, was heute zum Glück der Fall war. Wir haben das Spiel verdient gewonnen, da wir am heutigen Tag den besseren Plan als der Gegner hatten. Trotz des deutlichen Sieges sind wir gut beraten, uns Woche für Woche auf uns zu konzentrieren und unsere Leistung auf den Platz zu bringen."

BVB-Kapitän Marco Reus: "Man muss einfach sagen, dass wir in der Höhe verdient verloren haben. Stuttgart hat uns vorgemacht, wie wir eigentlich spielen wollten. Stuttgart war aggressiv. Sie standen sehr kompakt, haben bei Ballverlust direkt umgeschaltet und vorne super zusammengespielt. Das ist kein Zufall. Wir haben einfach alles vermissen lassen, was wir eigentlich brauchen auf dem Platz. Es ist ein sehr, sehr schwerer Abend. Den müssen wir jetzt erstmal verdauen. Wir spielen zuhause. So dürfen wir uns nicht präsentieren. Darüber müssen wir sprechen und die Fehler anzeigen."

VfB-Torhüter Gregor Kobel: "Es hat heute großen Spaß gemacht. Ich bin stolz auf meine Teamkollegen. Wir waren mutig und haben den Ball gut laufen lassen. Ein, zwei Kleinigkeiten in der Defensive hätten wir unter Umständen besser machen können, aber das fällt heute nicht ins Gewicht. Die Mannschaft hat gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Dass wir unser Spiel so von der ersten bis zur letzten Minute durchziehen können, war nicht zu erwarten. Dieser Sieg macht Mut und bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den wir weitergehen wollen."

VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger:

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BVB-Abwehrspieler Mats Hummels: "Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt, kommen aber mit einem glücklichen 1:1 in die Pause. Dann legen wir die Gegentore reihenweise vor. Das 2:1, 4:1 und 5:1 war jeweils ein Ballverlust von uns, die uns nie passieren dürfen. Das 3:1 spielt Stuttgart dann noch richtig gut, das muss man sagen. Stuttgart hat das hier hervorragend gemacht, wie die ganze Saison schon. Sie haben einen guten Plan gehabt, waren aggressiv und zielstrebig. Wir waren es nicht. Uns fehlt unteranderem die Konzentration. Wir versuche immer klein klein durch enge Räume durchzuspielen. Wir haben dabei eine riesig hohe Ballverlustquote. Wenn es klappt, dann sieht es gut aus. Es klappt leider in den wenigsten Fällen. Wir haben zu wenig Tiefe im Spiel und machen uns gegenseitig die Räume zu eng."

Der Blick auf die Tabelle