VfB Stuttgart

In der Offensive drückt der Schuh

Fußball Bundesliga TSG 1899 Hoffenheim vs. VfB Stuttgart_0
VfB-Trainer Hannes Wolf vermisste von seiner Mannschaft Schärfe und Aggressivität. © Danny Galm

Sinsheim.
Der VfB Stuttgart taumelt in Richtung Winterpause und steht nach der Niederlage gegen die TSG Hoffenheim und nur einem Zähler aus den letzten vier Partien auf dem 14. Tabellenplatz. In der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena schoss TSG-Stürmer Mark Uth das goldene Tor (81.).

Warum der VfB Stuttgart gegen Hoffenheim leer ausging, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

VfB-Trainer Hannes Wolf veränderte seine Startelf im Vergleich zur Heimpleite gegen Leverkusen auf zwei Positionen: Andreas Beck und Chadrac Akolo rückten gegen Hoffenheim für Marcin Kaminski und Simon Terodde in die Startformation. Im 3-4-2-1-System durfte Anastasios Donis erstmals in der Sturmspitze ran, Benjamin Pavard rückte wieder in die Dreierkette, Andreas Beck verteidigte gegen seinen Ex-Verein hinten rechts.

Spielidee und Taktik

Die Schwaben standen vom Anpfiff weg kompakt und konzentriert in der Defensive und zwangen die Hoffenheimer durch eine gute Raumverteidigung und viel Laufarbeit immer wieder zu Rückpässen auf Torhüter Baumann. Die Abstimmung in der Dreierreihe Baumgartl-Badstuber-Baumgartl stimmte, Ascacibar und Gentner stopften gemeinsam viele Löcher und vorne lauerten die schnellen Außenbahnspieler auf ihre Chance.

Spielverlauf kompakt

  • 4. Minute: Starke Kombination auf dem rechten Flügel: Beck auf Akolo, der direkt weiter auf Özcan, doch dem 19-Jährigen fehlt alleine vor dem Tor mal wieder die Kaltschnäuzigkeit - TSG-Keeper Baumann kann klären.
  • 6. Minute: Wieder geht’s über rechts: Dieses Mal verpasst Donis nach einer Akolo-Flanke nur knapp.
  • 25. Minute: Die TSG findet langsam ins Spiel, leistet sich aber noch zu viele Ungenauigkeiten im Spiel nach vorne. Die VfB-Defensive hat Gnabry, Uth und Co gut im Griff.
  • 27. Minute: Anastasios Donis muss mit einer Gesäßmuskelverletzung vom Feld. Für den Griechen kommt Takuma Asano.
  • 31. Minute: Die erste Hoffenheimer Torchance: Gnabry tunnelt Badstuber, enteilt Baumgartl und setzt die Kugel anschließend nur haarscharf neben den linken Torpfosten.
  • 37. Minute: Auch Chadrac Akolo muss verletzt das Feld verlassen (Brustkorbprellung). Josip Brekalo übernimmt seine Position auf dem rechten Flügel.
  • 40. Minute: Emiliano Insua verliert Mark Uth im Sechzehner aus den Augen. VfB-Keeper Zieler verkürzt gut den Winkel und so setzt die Leihgabe des FC Bayern den Ball knapp am Tor vorbei.
  • 51. Minute: Mit 102 km/h drischt TSG-Außenverteidiger Kaderabek die Kugel aus halbrechter Position über den Querbalken.
  • 55. Minute: Pavard stolpert nach einem Freistoß im Strafraum von hinten in die Beine von Hübner. Bibiana Steinhaus entscheidet nach Rücksprache mit dem Videoassistenten auf Abstoß.
  • 68. Minute: Hoffenheim macht Dampf und hat jetzt mehr vom Spiel. Wieder sorgt Gnabry für Gefahr. Sein Schuss vom Strafraumeck ist allerdings zu unplatziert. Zieler klärt ohne Probleme.
  • 81. Minute Tor für Hoffenheim: Die Hausherren belohnen sich für eine Leistungssteigerung im zweiten Durchgang. Mark Uth jagt die Kugel aus dem Getümmel in die Maschen, nachdem ihm Kaderabek den Ball quer gelegt hatte. 
  • 94. Minute: VfB-Keeper Zieler stürmt bei der letzten Ecke nach vorne, Hoffenheim kann klären und den anschließenden Konter im leeren Tor unterbringen. Doch Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus nimmt den Treffer aufgrund einer Abseitsstellung zurück.

Spielentscheider

Die verletzungsbedingten Wechsel (27. Asano für Donis/37. Brekalo für Akolo) brachten die Stuttgarter Mannschaft nach einer guten Anfangsphase aus dem Tritt. Gegen unkonzentrierte und fehlerbehaftete Hoffenheimer stand die VfB-Abwehr über weite Strecken sicher und ließ nur selten gefährliche Abschlüsse zu. Aber: In der Offensive drückt der Schuh. Viele Angriffe blieben im Ansatz stecken, sind brotlose Kunst. Der VfB im zweiten Durchgang mit nur einem einzigen Schuss aufs Hoffenheimer Tor – das ist zu wenig.

Auf den Punkt gebracht

„Wir sind gut ins Spiel gekommen und hatten eine gute Chance durch Berkay. Dann mussten wir früh zweimal wechseln und haben dann den Zugriff im Pressing verloren“, erklärte VfB-Trainer Hannes Wolf nach dem Spiel. Durch eine Systemumstellung – von Vierer- auf Dreierkette – bekamen die Hoffenheimer besseren Zugriff auf die Partie und erhöhten den Druck.

Von seiner Mannschaft vermisste Hannes Wolf die nötige Schärfe und Aggressivität: „Das war insgesamt zu dünn. Mit 13 geschossenen Toren müssen wir nicht groß drumherum reden. Wir wissen, dass das ein Problem ist.“ Auch Sportvorstand Michael Reschke ärgerte sich über die dritte Pleite in Serie: "Die Niederlage ist sehr ärgerlich, da die Mannschaft viel investiert hat."

Ausblick

Am letzten Hinrunden-Spieltag geht es für den VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr) zu Hause gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Für Julian Nagelsmann und die TSG 1899 Hoffenheim geht es am Samstag um 18.30 Uhr gegen Borussia Dortmund. Während sich die Kraichgauer nach der Partie im Signal-Iduna-Park in die Winterpause verabschieden, steht für die Schwaben am Dienstag (18.30 Uhr) noch das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 auf dem Programm.


TSG Hoffenheim - VfB Stuttgart 1:0 (0:0)

Hoffenheim: Baumann - Posch, Vogt, Hübner - Kaderabek , Schulz – Geiger (62. Grillitsch), Rupp (66. Kramaric) - Demirbay - Uth, Gnabry (77. Szalai)

Bank: Kobel (Tor),Akpoguma, Zuber, Amiri

Trainer: Julian Nagelsmann

Stuttgart: Zieler - Baumgartl, Badstuber, Pavard - Beck, Insua - Gentner, Ascacibar – Özcan (80. Aogo), Akolo (37. Brekalo) – Donis (27. Asano)

Bank: Grahl (Tor), Kaminski, Mangala, Terodde

Trainer: Hannes Wolf

Tore: 1:0 Uth (81.)

Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Langenhagen)

Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)