VfB Stuttgart

„In mich werden große Hoffnungen gesetzt“

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Steven Zuber soll auf den offensiven Außenbahnen des VfB für mehr Tempo und Druck sorgen. © ZVW/Danny Galm
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VfB-Neuzugang Steven Zuber mit Sportvorstand Michael Reschke.

Stuttgart. Höflich und zurückhaltend, aber gleichzeitig auch selbstbewusst und mit klaren Ansagen hat sich Steven Zuber am Mittwoch der Stuttgarter Presse präsentiert. Der Schweizer Nationalspieler will nach einem unbefriedigenden halben Jahr in Hoffenheim wieder regelmäßig spielen und mithelfen, den VfB aus dem Tabellenkeller zu führen. An sich selbst stellt der 27-Jährige dabei hohe Ansprüche: „Ich bin geholt worden, um etwas zu liefern und will meiner Rolle gerecht werden.“

Nach Alexander Esswein (kam auf Leihbasis von Hertha BSC Berlin) ist Zuber der zweite Flügelspieler den VfB-Sportvorstand Michael Reschke in der Winterpause nach Stuttgart gelotst hat. Die beiden Neuzugänge sollen dem in der Hinrunde extrem lahmen Offensivspiel der Schwaben Flügel verleihen. „Wir wollten Optionen schaffen – speziell auch auf den Außenbahnen“, sagt Michael Reschke. Zuber habe „eine gewisse Vielseitigkeit“ und schon bewiesen, „dass er auf Bundesliga-Niveau ein richtig guter Spieler ist.“

Für 600.000 Euro Leihgebühr hat der 61-Jährige den Schweizer Nationalspieler bis zum Saisonende zum VfB geholt. Eine Kaufoption konnte der Stuttgarter Manager nicht heraushandeln. „So entgegenkommend waren die Hoffenheimer dann doch nicht“, so Reschke.

Die Leihe vom Champions-League-Aspiranten aus dem Kraichgau zum abstiegsbedrohten schwäbischen Traditionsclub habe er ganz bewusst gewollt, erklärte Zuber bei seiner offiziellen Vorstellung am Mittwoch. Die Tabellensituation des VfB sei ihm dabei „scheißegal“ gewesen: „Ich habe mich für den VfB und gegen andere Optionen entschieden.“

VfB-Debüt am Samstag gegen Mainz?

Wegen einer Kapselverletzung im Sprunggelenk reiste der 27-Jährige nicht mehr ins Winter-Trainingslager der Schwaben nach La Manga nach. Inzwischen ist die Blessur aber gut verheilt und einem Einsatz im ersten Rückrundenspiel gegen Mainz am Samstag (15.30 Uhr / ZVW-Liveticker) steht eigentlich nichts mehr im Weg. Zuber: „Der Knöchel ist gut. Ich konnte gestern Teile des Trainings absolvieren und hoffe, dass ich heute das ganze Training mitmachen darf. Es könnte auf jeden Fall bis Samstag reichen.“Für das kommende halbe Jahr in Stuttgart hat sich der flexibel einsetzbare Flügelspieler, der sich selbst auf dem linken Flügel am stärksten einschätzt, klare Ziele gesetzt: „Ich komme schon mit gewissen Erwartungen an mich selber hier her. Ich will der Mannschaft helfen, da unten raus zu kommen.“ In Hoffenheim kam Zuber im letzten Halbjahr nicht mehr regelmäßig zum Einsatz. Ein Tapetenwechsel musste also her und der VfB ist wohl genau die richtige Herausforderung für den selbstbewussten Schweizer.

„Man kann auch in einem halben Jahr vieles bewegen“

„Stuttgart ist ein Verein, der nicht da hingehört, wo er momentan steht“, sagt Zuber und hofft auf regelmäßige Startelf-Einsätze unter Trainer Markus Weinzierl. Das unterstreicht der Olympia-Teilnehmer von 2012 mit klaren Ansagen: „Ich bin geholt worden, um etwas zu liefern und will meiner Rolle gerecht werden. In mich werden große Hoffnungen gesetzt.“  Die will Zuber erfüllen - auch wenn das Kapitel VfB Stuttgart im Sommer mit großer Sicherheit wieder zu Ende gehen wird.

„Ich freue mich auf die Aufgabe, habe vieles vor und im Sommer schauen wir dann weiter“, sagt Zuber und schiebt - ganz der abgezockte Profi mit 82 Bundesliga-Spielen auf dem Kerbholz - noch hinterher: „Im Fußball kann man auch in einem halben Jahr vieles bewegen.“


Über Zürich und Moskau in die Bundesliga

  • Steven Zuber wurde am 17. August 1991 in Winterthur in der Schweiz geboren. Seine ersten fußballerischen Schritte ging der Flügelspieler beim FC Wülfingen/Wiesendangen, dem FC Kollbrunn-Riko und dem FC Winterthur, ehe er im Alter von 14 Jahren in die Jugend von Grashopper Club Zürich wechselte.
  • Für die Züricher spielte er von 2006 bis 2013. Unter Trainer Hanspeter Latour debütierte er 2008 im Profikader der Grasshopper. Im Juli 2013 wechselte Zuber nach Russland, wo er mit dem ehemaligen Armeeklub ZSKA Moskau direkt den russischen Supercup und ein Jahr später die russische Meisterschaft gewann.
  • 2014  wechselte Zuber in die Bundesliga. Für die TSG 1899 Hoffenheim kam er bislang in 99 Pflichtsielen zum Einsatz (8 Tore / 8 Vorlagen). Im Winter 2019 folgte nun die Leihe zum VfB Stuttgart.  
  • Von der U16 an durchlief Zuber alle Schweizer Nationalmannschaften und debütierte 2017 in einem WM-Qualifikationsspiel gegen Lettland (1:0) für die A-Nationalmannschaft. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland gehörte er zum Aufgebot der Schweiz. Er kam zu drei Einsätzen und erzielte dabei ein Tor in der Auftaktpartie gegen Brasilien zum 1:1.