0:3-Pleite in Düsseldorf Der VfB weiter ohne Sieg: Trainer Weinzierl wackelt

, aktualisiert am 10.02.2019 - 22:18 Uhr
Kenan Karaman köpfte die Fortuna gegen den VfB in Führung. Stuttgarts Kapitän Christian Gentner kam den entscheidenden Schritt zu spät. Foto: Pressefoto Baumann

Düsseldorf. Die Lage im Abstiegskampf spitzt sich für den VfB Stuttgart immer weiter zu. Nach der 0:3-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf am Sonntagabend wackelt nun auch der Stuhl von Trainer Markus Weinzierl. Seine Mannschaft präsentierte sich gegen den Aufsteiger über weite Strecken nicht bundesligatauglich und so muss der 44-Jährige nach zehn Niederlagen in 14 Spielen um seinen Job bangen.



Auf die Frage nach seiner Zukunft sagte Weinzierl dem TV-Sender Sky: "Das interessiert mich jetzt nicht. Die Mannschaft strotzt jetzt nicht gerade vor Selbstvertrauen. Es gilt, so schnell wie möglich eine Reaktion zu zeigen." Ganz anders war die Gemütslage bei seinem Gegenüber: "Das war noch kein entscheidender Schritt, aber wir gehen jetzt optimistisch in die nächsten Wochen", sagte Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel. "Der Klassenerhalt hätte den größten Stellenwert in meiner Karriere."

Die Düsseldorfer sind dem VfB inzwischen auf zehn Punkte enteilt. Und auch der Abstand auf die direkten Abstiegsplätze schrumpft nach und nach zusammen. Nur noch ein Punkt trennt die Stuttgarter - aktuell auf dem Relegationsplatz - und Hannover 96 auf dem 17. Tabellenplatz. In drei Wochen kommt es in der Mercedes-Benz-Arena zum direkten Duell. Einzig der FC Augsburg, der am Sonntagnachmittag mit 0:4 in Bremen verlor, scheint aktuell noch in Schlagdistanz.

Vier Ex-VfB-Profis in der Düsseldorfer Startelf

Seinen Startformation veränderte der Stuttgarter Cheftrainer im Vergleich zum 2:2 gegen den SC Freiburg lediglich auf einer Position: Daniel Didavi rückte für Anastasios Donis in die erste Elf. Dennis Aogo (Wadenprobleme), Mario Gomez (Gelb-Rot-Sperre) und Timo Baumgartl (leichte Gehirnerschütterung) fehlten im Stuttgarter Aufgebot. Bei der Fortuna standen mit Marcin Kaminski, Kevin Stöger, Matthias Zimmerman und Jean Zimmer gleich vier Ex-VfB-Profis in der Startelf. Insgesamt wechselte Coach Friedhelm Funkel, der gegen den VfB zum 800. Mal als Spieler oder Trainer ein Bundesliga-Spiel erlebte, im Vergleich zum 1:4 im DFB-Pokal auf Schalke auf acht Positionen.

Mit wackeligen Knien begannen die Schwaben ihr wichtiges Auswärtsspiel im Rheinland. Die Hausherren waren vom Anpfiff weg gut in der Partie, standen organisiert in der Defensive und brachten die VfB-Abwehr schon in der ersten halben Stunde arg in Bedrängnis. Ständiger Unruheherd war der 21-jährige Dodi Lukebakio. Stuttgarts Torhüter Ron-Robert Zieler musste gegen den Düsseldorfer Toptorjäger Kopf und Kragen riskieren (24.) und wenige Minuten später war Winter-Neuzugang Ozan Kabak in einem intensiven Laufduell gefordert (26.).

Karaman köpft die Fortuna in Führung

Der Druck auf die schwäbische Viererkette nahm von Minute zu Minute zu - und fast schon folgerichtig gingen die Fortunen in der 34. Minute in Führung: Lukebakio hatte den Ball unbedrängt vom linken Flügel ins Zentrum flanken können, wo sich der gebürtige Stuttgarter Kenan Karaman im Kopfballduell gegen Christian Gentner durchsetzte und wuchtig einköpfte. Den quirligen Lukebakio bekamen die Stuttgarter auch in der Folge nicht zu fassen. In der 42. Minute traf der 21-Jährige aus spitzem Winkel nur das Außennetz. 

Wie dünn das Nervenköstum der VfB-Profis war, zeigte sich kurz vor dem Pausenpfiff, als sich Alexander Esswein und Santiago Ascacibar nach einer Rudelbildung die Gelbe Karte abholten. Die Halbzeitführung der Funkel-Elf war hochverdient. Die Schwaben präsentierten sich wie schon in den letzten Wochen fehlerhaft in der Defensive, schlampig im Aufbauspiel und harmlos in der Offensive. Mit anderen Worten: nicht bundesligatauglich.

Die Stuttgarter Profis ergeben sich ihrem Schicksal

VfB-Coach Markus Weinzierl reagierte auf den blutleeren Auftritt seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten und brachte Anastasios Donis für den erneut blassen Steven Zuber. Doch die Düsseldorfer kamen mit einem Knall aus der Pause. Jean Zimmer spazierte durch das Stuttgarter Mittelfeld, lieferte die Kugel bei seinem Kapitän Oliver Fink ab und der schlenzte den Ball aus 17 Metern rechts oben in den Knick (49.). Und die Fortuna blieb einfach weiter auf dem Gaspedal. Dodi Lukebakio verpasste nur knapp den dritten Düsseldorfer Treffer (54.). 

Die Mannschaft von Trainer Urgestein Friedhelm Funkel spielte die Partie souverän zu Ende, ließ nur vereinzelt Halbchancen der Stuttgarter zu und setzte immer wieder Nadelstiche - und der eingewechselte Raman sorgte in der 85. Spielminute nach feinem Zuspiel von Kevin Stöger für die Entscheidung. Negativer Höhepunkt auf VfB-Sicht: Der junge Nicolas Gonzalez sah in der Nachspielzeit eine Rote Karte, weil er sich abseits des Spielgeschehens zu einer Tätlichkeit gegen Düsseldorfs Kaan Ayhan hinreißen ließ. 

Unterm Strich stand ein hochverdienter und zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdeter Düsseldorfer Heimsieg. Die mitgereisten rund 5000 VfB-Fans sahen eine Stuttgarter Mannschaft, die sich im zweiten Durchgang fast wehrlos ihrem Schicksal ergab - mit Ausnahme der Roten Karte für Gonzalez in der 94. Minute.


Fortuna Düsseldorf - VfB Stuttgart 3:0 (1:0)

Düsseldorf: Rensing - Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann - Bodzek - Zimmer (76. Raman), Fink (65. Morales), Stöger, Karaman (83. Hennings) - Lukebakio

Stuttgart: Zieler - Pavard, Kabak, Kempf, Insua - Ascacibar, Gentner (64. Thommy) - Esswein (82. Akolo), Zuber (46. Donis) - Didavi - Gonzalez

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 40.211

Tore: 1:0 Karaman (34.), 2:0 Fink (49.), 3:0 Raman (85.)

Gelbe Karten: Kaminski (15.), Ayhan (94.) / Pavard (5.), Ascacibar (45.), Esswein (45.), Kabak (67.)

Rote Karte: Nicolas Gonzalez (94.)

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