11. Winterbacher Zeltspektakel Vor seinem Auftritt: Dieter Thomas Kuhn im Interview

Dieter Thomas Kuhn. Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Winterbach. Dieter Thomas Kuhn ist praktisch schon gesetzt, von Anfang an, bei jeder Zeltspektakel-Planung. Genauso wie Gerhard Polt und die Wellbrüder. Kuhns Schlagershow ist der Schlager. Fragen an ihn vor dem Auftritt jetzt an diesem Freitag, 19. Juli.

Dieter Thomas Kuhn, Sie sind längst Kult. Jetzt sind die Karten wieder einmal vorzeitig weg. Wir haben unsere Leser gefragt, was wir Sie denn fragen sollen. Hieraus Frage eins: Was machen Sie mit all den Schlüpfern, die auf die Bühne geworfen werden?

Die schönsten Schlüpfer und BHs nehmen wir schon mal mit nach Hause. Nicht alle, denn wir haben noch Kisten voll davon aus frühen Zeiten. Was auffällt ist, das die Höschen kaum noch wahrnehmbar sind, so klein sind die geworden.

Warum kommen gerade zu Ihnen so viele junge Leute, obwohl das die Musik ihrer Mütter und Großmütter sein müsste?

Ich denke, es liegt daran, dass wir trotz fortgeschrittenem Alter die wohl sexieste Boygroup sind, die noch existiert.

Ihre Verlässlichkeit führt auch dazu, dass Sie die Lied-Reihenfolge stets beibehalten. Kann das den Sänger auch mal nerven?

Das stimmt so nicht ganz. Es werden Songs auch mal an verschiedenen Stellen gespielt und das eine oder andere Lied rausgeworfen.

Jetzt ist Costa Cordalis gestorben. Legen Sie einen kurzen Gedenkgottesdienst in Noten hin?

Ja, das hat uns sehr betroffen gemacht. Aber wir machen das im Stillen. Sonst wäre unser Konzert ja bald eine große Trauerfeier.

Der deutsche Schlager hat immer schon nebenbei eine gelingende Einwandergeschichte vorgetragen. Cordalis, Gus Backus, Gitte Haenning, Bata Illic, Karel Gott. Gehört diese Integrationsleistung nicht mal gewürdigt?

Wir würdigen das doch schon seit fast 30 Jahren, oder nicht?

Die Stimmung darf nicht mit problembehafteten Liedern gekillt werden. Das ist die Verabredung des Schlagerwesens. Da gibt es aber auch einen Roland Kaiser, der sehr wohl im deutschen Osten auftritt und dort sagt, dass Fremdenfeindlichkeit nicht geht. Auch und gerade nicht im Namen des deutschen Schlagers. Ein Vorbild?

Roland Kaiser hat das sehr gut gemacht, finde ich. Und ich würde sagen, das ist beispielhaft und mutig.

Kommt es einem nur so vor, dass der heutige Schlager rhythmisch zum Einheitsstampf neigt? Es muss was zum Mitklatschen sein. Hatte der Schlager früher mehr Varianten?

Nicht umsonst spielen wir Lieder aus den 70ern und etwas später. Mit der aktuellen Schlagerwelt bin ich nicht wirklich vertraut. Ich würde sagen, was den Schlager betrifft, war früher alles besser.

Sie sind in Tübingen aufgewachsen. Uli Keuler, der Kabarettist, hat dort studiert. Sind Sie von der gleichen Humorfraktion?

Wie darf ich das verstehen? Ich finde Uli sehr witzig, aber mein Humor ist sehr vielschichtig.

  • Bewertung
    8
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!