150 Einsatzkräfte im Einsatz Großbrand in Hegnach macht Familie obdachlos

Bei der Brandbekämpfung waren rund 150 Kräfte der Feuerwehr, Polizei, des Rettungsdienstes und der Stadt im Einsatz. Foto: Benjamin Beytekin

Waiblingen-Hegnach. Ein Großbrand hat in der Nacht zum Mittwoch eine Familie in Hegnach obdachlos gemacht. Alle Familienmitglieder – Großeltern und Eltern mit einem Baby – konnten sich vor dem Feuer ins Freie retten. Inzwischen sind sie bei Verwandten untergekommen. Die Feuerwehr hat das Feuer mit mehr als 114 Einsatzkräften gelöscht und das Übergreifen auf das Nachbarhaus verhindert. Doch das Haus in der Hohenacker Straße sieht verheerend aus.

Am Mittwochvormittag ist die Hohenacker Straße für den Verkehr noch immer gesperrt. Schaulustige Fußgänger stehen an der Straße. Auf der Fahrbahn rinnt das Löschwasser, der Brand selbst ist gelöscht. Doch das Haus, in dem ein Hegnacher Feuerwehrmann mit seiner Familie gelebt hat, ist verwüstet. Ein Regal, in dem an Passanten Obst und Gemüse verkauft wurde, steht noch. Und wie durch ein Wunder hat eine gelbe Plastikgießkanne an der Hauswand das Feuer überstanden. Doch der Dachstuhl ist ausgebrannt, die Fenster sind zerborsten, die Rollläden verschmort.

Aus dem zerstörten Dach dringt immer wieder Rauch von den letzten Glutnestern. Zersprungene Dachplatten liegen im Hof. Drinnen tropft das Löschwasser von der Decke. Und das sind nur die offensichtlichen Spuren, die der Brand hinterlassen hat. Wie hoch der Schaden durch den Brand und das Wasser tatsächlich ist, kann noch keiner sagen. Nach vorläufigen Schätzungen der Polizei dürfte er aber im Bereich zwischen 600 000 und 700 000 Euro liegen.

Beide Gebäudeteile brannten lichterloh, als die Wehr eintraf

Auch die Brandursache ist noch unklar. Während die Feuerwehrmänner die letzten Glutnester löschen, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Klar ist bis jetzt: Am Dienstag wurde bei der Waiblinger Feuerwehr gegen 23.25 Uhr der Wohnhausbrand gemeldet. Als die ersten Rettungskräfte eintrafen, standen beide Gebäudeteile des landwirtschaftlichen Hauses, die über einen Gang miteinander verbunden sind, nahezu in Vollbrand. Im Gebäudeteil an der Straße wütete das Feuer im Dachstuhl, der hintere Teil brannte lichterloh. „Es war ein großes Glück, dass sich alle Bewohner unverletzt retten konnten“, sagt der Einsatzleiter und Waiblinger Feuerwehrkommandant Jochen Wolf. Die Hausbewohner wurden zunächst von Einsatzkräften des DRK betreut. „Inzwischen sind sie bei ihrer Familie untergekommen“, sagt Wolf.

Im Einsatz waren sämtliche Waiblinger Feuerwehrabteilungen mit 17 Fahrzeugen und mehr als 114 Einsatzkräften, denen dieser Einsatz wohl besonders nahe ging. Betroffen ist nämlich ein Kollege, „eine Führungskraft der Feuerwehrabteilung Hegnach“, sagt Jochen Wolf. Die Löscharbeiten, bei denen auch eine Drehleiter im Einsatz war, zogen sich bis weit in die Nacht hinein. Die Gefahr sei groß gewesen, dass das Feuer auf das Nachbarhaus übersprang, erklärt der Kommandant. Durch einen massiven Wassereinsatz – „eine Wasserwand zwischen den beiden Gebäuden“ – konnte verhindert werden, dass das Feuer übersprang. Gegen 3.30 Uhr sei der Brand unter Kontrolle gewesen.

Anwohner vormittags ohne Strom

Um die Wasserversorgung sicher zu stellen, mussten die Hauptstraße und die Neckarstraße zeitweise gesperrt werden. Auch Mitarbeiter des Betriebshofes Waiblingen, der Stadtwerke sowie der Straßenmeistereien Weinstadt und Ludwigsburg waren im Einsatz, um die durch Löschwasser eisglatte Fahrbahn zu streuen und um Absperrmaßnahmen zu unterstützen. Bis zum Mittwochvormittag waren die Anwohner in der Straße ohne Strom. Bei den unmittelbaren Nachbarhäusern dauerte es bis in den Nachmittag, bis der Strom wieder angestellt war. Am Nachmittag stand nur noch ein Feuerwehrfahrzeug zur Brandwache in der Straße.

Kriminaltechniker der Polizei Waiblingen haben die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Weil das Gebäude derzeit als einsturzgefährdet gilt, mussten die Untersuchungen am Mittwoch abgebrochen werden. Sobald das Gebäude wieder betreten werden kann, setzen die Kriminaltechniker vermutlich im Zusammenwirken mit einem von der Versicherung beauftragten Sachverständigen die Spurensicherungen fort. Bis dahin bleibt der Brandort beschlagnahmt.

Für die Familie, die ihr Zuhause verloren hat, ist der Alptraum noch lange nicht vorbei.


Feuerwehr im Stress

Die Waiblinger Wehr musste am Dienstag viermal ausrücken. Der erste Einsatz war einem Fehlalarm geschuldet, dann rückten die Feuerwehrleute wegen eines Autobrandes auf der Bundesstraße aus. Ein in einer Wohnung eingeschlossenes Kind musste befreit werden, bevor der Brandalarm aus Hegnach einging. Im Januar waren die ehrenamtlichen Feuerwehrleute mehr als 40-mal im Einsatz.

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