1:3-Niederlage gegen RB Leipzig Der VfB leicht verbessert, aber letztlich chancenlos

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat am Samstag sein im Heimspiel gegen RB Leipzig mit 1:3 (1:1) verloren. Vor 46.072 Zuschauern präsentierte sich die Weinzierl-Elf im ersten Spiel unter dem neuen Sportvorstand Thomas Hitzlsperger zwar leicht formverbessert, doch gegen das Spitzenteam von Ralf Rangnick war für die abstiegsbedrohten Schwaben letztlich nichts zu holen. 



Yussuf Poulsen mit einem Doppelpack (6. und 74.) und Marcel Sabitzer (68.) trafen für die "Roten Bullen". Steven Zuber hatte vom Elfmeterpunkt für das zwischenzeitliche 1:1 gesorgt (16.). Im Stadion gab es in der Schlussviertelstunde erneut massive Proteste gegen VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.

Trotz der nächsten Pleite bleibt Weinzierl im Amt 

Der Abstiegskandidat aus Stuttgart hat von den vergangenen sieben Bundesliga-Partien sechs verloren. Immerhin stimmte anders als eine knappe Woche zuvor beim desaströsen 0:3 in Düsseldorf der Einsatz. Wie lange der VfB und der neue Sportvorstand Hitzlsperger noch an Trainer Weinzierl festhalten, bleibt fraglich. Hitzlsperger schloss einen erneuten Trainerwechsel vor dem nächsten Spiel bei Werder Bremen allerdings aus. "Ich bin optimistisch, weil ich viele gute Ansätze sehe. Das Ergebnis war das Einzige, das nicht wünschenswert war."

Über eine Stunde vor dem Anpfiff gab es die erste große Überraschung: VfB-Kapitän Christian Gentner musste gegen RB Leipzig erstmals in dieser Saison auf der Bank Platz nehmen. Für den 33-Jährigen rückte Gonzalo Castro in die Startelf. Zudem standen Mario Gomez (für den gesperrten Nicolas Gonzalez) und Andreas Beck (für Daniel Didavi) von Beginn an auf dem Feld. RB-Trainer Ralf Rangnick veränderte seine Anfangself im Vergleich zum 0:0 gegen Frankfurt auf drei Positionen: Ibrahima Konaté, Emil Forsberg und Wintern-Neuzugang Tyler Adams begannen für Nordi Mukiele, Konrad Laimer und Stefan Ilsanker.

Die Schwaben begannen ihr Heimspiel gegen die Sachsen mit einer deutlich verbesserten Körpersprache als beim desaströsen 0:3 in Düsseldorf am vergangenen Sonntag - und trotzdem fing sich die Weinzierl-Elf wieder ein frühes Gegentor. Nach Vorarbeit von Ex-VfB-Stürmer Timo Werner traf Yussuf Poulsen für die Leipziger (6.). Ozan Kabak hatte die flache Hereingabe nicht verhindern können und im Zentrum sprang Innenverteidiger Kempf der Ball unglücklich durch die Beine. Doch die Stuttgarter ließen sich davon nicht aus dem Konzept bringen und verfolgten unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw konsequent ihren Plan. 

Trainer Weinzierl an der Seitenlinie „on fire“

Der sah es vor, nach Ballgewinnen im Mittelfeld schnell und schnörkellos in die Spitze zu spielen. Dort lauerten Mario Gomez und Alexander Esswein. Der kantige Gomez warf sich in zahlreiche Luftkämpfe mit RB-Kapitän Orban und holte so einen Handelfmeter für seine Mannschaft heraus. Nach einer Flanke von Emiliano Insua war dem ungarischen Nationalspieler der Ball an die Hand gesprungen, was der Videoschiedsrichter in Köln erkannte und Referee Felix Zwayer informierte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Steven Zuber sicher (16.).

Mit einer guten Ordnung gegen Ball und griffigen Zweikämpfen machte der VfB den Gästen in der Folge das Leben schwer. Die Rangnick-Elf spielte ihre Angriffe nicht konsequent zu Ende und wurde immer wieder in hitzige Zweikämpfe verwickelt. Auch Trainer Markus Weinzierl war draußen an der Seitenlinie „on fire“ und trieb seine Truppe nach vorne. Kurz vor dem Pausenpfiff köpfte Ozan Kabak nach einem Castro-Freistoß den VfB fast in Führung. Sabitzer klärte in höchster Not (46.). 

Große VfB-Chance: Ascacibar scheitert an RB-Keeper Gulacsi

Auch im zweiten Durchgang stand die VfB-Defensive über weite Strecken sicher. Das war vorrangig der Verdienst der drei zweikampfstarken Innenverteidiger Pavard, Kempf und Kabak. Selbst Rechtsverteidiger Andreas Beck schlug sich gegen den pfeilschnellen Werner ordentlich. Die Stuttgarter zogen die Leipziger auf ihr Niveau herunter und hatten durch Santiago sogar Ascacibar die große Chance, in Führung zu gehen. Gomez hatte den Ball im Fallen auf den kleinen Argentinier abgelegt, der mit seinem satten Volleyschuss an RB-Keeper Gulacsi scheiterte (64.).

Die Leipziger ließen sich davon aber nicht beeindrucken und warteten geduldig auf ihre Chance. Und die kam in der 68. Minute. Marcel Sabitzer schlenzte einen Freistoß aus 18 Metern gefühlvoll über die Mauer. 2:1 für die „Roten Bullen“. Ein Nackenschlag für die Stuttgarter. Jetzt wurden die Beine schwer und die Räume für die konterstarken Leipziger größer - und RB schlug direkt noch einmal zu.

Yussuf Poulsen enteilte Ozan Kabak und schob den Ball vorbei an VfB-Keeper Zieler zum 3:1 in die Maschen. Die Vorentscheidung, doch der VfB steckte den Kopf nicht in den Sand und spielte die Partie engagiert zu Ende. Der vermeintliche Anschlusstreffer von Mario Gomez (84.) wurde zurecht wegen einer Abseitsposition nicht gegeben.


VfB Stuttgart - RB Leipzig 1:3 (1:1)

Stuttgart: Zieler - Insua (86. Sosa), Kempf, Pavard, Kabak, Beck (80. Donis) - Ascacibar, Castro (74. Didavi), Zuber, Esswein - Gomez

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Konaté, Orban , Halstenberg - Adams, Demme - Sabitzer, Forsberg (58. Bruma) - Poulsen (90. Cunha), Werner (78. Ilsanker)

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 46.072

Tore: 0:1 Poulsen (6.), 1:1 Zuber (16./HE), 1:2 Sabitzer (68.), 1:3 Poulsen (74.)

Gelbe Karten: Castro (21.) / Sabitzer (24.)

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