17 Monate nach der Wahl Schaffer ist offiziell Bürgermeister von Plüderhausen

Der neue Bürgermeister ist auch der alte: Andreas Schaffer (links) legt bei der Einsetzung in seine fünfte Amtszeit einen Eid ab, das Wohl von Plüderhausen zu fördern. Verpflichtet wurde er von Gemeinderat Ulrich Scheurer (Mitte), Landrat Richard Sigel (rechts) sprach ein Grußwort. Foto: ZVW/Mathias Ellwanger

Plüderhausen. Auf diesen Tag hatte der Bürgermeister von Plüderhausen lange warten müssen: 17 Monate nach der denkwürdigen Wahl wurde Andreas Schaffer nun, zusammen mit dem neuen Gemeinderat, offiziell ins Amt eingesetzt. Damit ist dieses kuriose Kapitel nun endgültig abgeschlossen.

Zu der langen Verzögerung war es gekommen, weil zwei seiner Mitbewerber - Friedhild Anni Miller und Thomas Hornauer - die Wahl angefochten hatten. Beide Anfechtungen wurden mittlerweile abgewiesen. In der Zwischenzeit hatte der dritte Mitbewerber Christian Maier in den sozialen Medien die Ansicht verbreitet, Schaffer sei Amtsverweser und würde rechtswidrig bei Gemeinderatssitzungen abstimmen (was nicht stimmte, er blieb einfach weiter und rechtmäßig im Amt, ein Verweser hätte nur bei einem Amtswechsel eingesetzt werden müssen).

Eine der interessantesten Phasen von Schaffers Amtszeit

All das ist jetzt Schnee von gestern und der neue, alte Bürgermeister froh, dieses Kapitel nun endgültig abgeschlossen zu haben. „Ich bin damit sicher einer der ganz wenigen Bürgermeister, die vor der Amtseinsetzung 25 Gemeinderatssitzungen, 15 Einweihungen, drei Spatenstiche, drei Theaterpremieren und sicher insgesamt über 1000 Termine absolviert haben.“

Die 17 Monate nach der Wahl hätten so auch zu den „interessantesten, arbeitsintensivsten und auch zu den erfolgreichsten Monaten meiner gesamten bisherigen Amtszeit“ gehört. Dies sei aber nicht alleine sein Verdienst. Solche dynamischen Entwicklungen seien nur möglich, wenn alle im Ort wirkenden Kräfte zusammenarbeiten. „Dazu gehören Gemeinderat, die Gemeindeverwaltung, die Vereine, Kirchen, Schulen und sonstigen Verbände, natürlich auch Wirtschaft, Handel und Gewerbe – und vor allem auch der einzelne Bürger.“

In diesem Sinne wolle er sich auch weiter mit „Herzblut, Erfahrung und Kompetenz“ für Plüderhausen einbringen.

Bürgermeisteramt - ein Traumjob

Auch wenn seine Arbeit heute deutlich schwieriger geworden sei, so könne das Amt des Bürgermeisters in Baden-Württemberg nach wie vor als Traumjob gelten, sagte Ulrich Scheurer, der vom Gemeinderat für die Einsetzung verpflichtet wurde. Denn, so habe es einst Ministerpräsident Erwin Teufel gesagt: „Nicht jeder Minister hat eine solche Gestaltungsfreiheit wie ein Bürgermeister.“ Als einziges Mitglied des Gemeinderats sei er in alle drei Phasen des kommunalen Geschehens eingebunden: die Entscheidungsvorbereitung, die Beratung sowie die rechtsgültige Entscheidung.

Für die zukünftige Zusammenarbeit im Gemeinderat empfahl Scheurer Offenheit, Transparenz und Sachlichkeit als den besten Weg. „Bürgerinnen und Bürger sollen wissen, wie es um die Belange der Gemeinde steht, was sie erwarten können, aber auch, was von ihnen im Interesse einer zukünftigen Entwicklung zum Nutzen aller erwartet wird.“ Im Vordergrund sollten dabei vor allem die Zukunftschancen, weniger die Risiken und Belastungen stehen.

Eine fünfte Amtszeit sei selten, sagte Landrat Richard Sigel in seinem Grußwort (genau zwei Prozent der Bürgermeister würden diese erreichen). So selten, dass Schaffer damit aktuell der dienstälteste Schultes im Kreis ist. „Die Vermutung liegt nahe, dass man ein echter Schaffer sein muss, um das zu erreichen“ – was beim Plüderhäuser Bürgermeister ja gleich doppelt zutreffe.

Einer der zentralen Motoren des Projekts Remstal-Gartenschau

Sigel wählte bei der Lobrede auf seinen Duzfreund dann den Fußballvergleich. Das dürfe er, weil beide bereits gemeinsam auf dem Platz standen, „wobei ich zugeben muss: Er kickt deutlich besser.“ Und Schaffer agiere seit mehr als drei Jahrzehnten in Plüderhausen auf vielen Positionen: als Teammanager für den Gemeinderat, Spielertrainer für die Rathausmannschaft, Teamplayer für die Plüderhäuser Bürgerinnen und Bürger – und manchmal auch als Platzwart und Psychologe. Sein Ziel sei dabei nicht der Klassenerhalt, sondern die Meisterschaft.

Dies habe sich insbesondere bei der Gartenschau gezeigt, bei der Schaffer von Anfang an einer der zentralen Motoren gewesen sei. „Ohne dich wäre es mit der Gartenschau nicht das geworden, was wir heute erleben“, sagte Sigel.

Er sei mit Leib und Seele Schultes. Und sich dabei, wenn Not am Mann sei, auch nicht zu schade, die Rolle des Sachbearbeiters zu übernehmen. Was gerade in den letzten Jahren öfters der Fall gewesen sei. Denn neben der Gartenschau wolle das Alltagsgeschäft ja auch noch erledigt sein. Wenn es sein muss, kümmere Schaffer sich höchstpersönlich um die Sorgen der Bürger. Das spüre man schon bei der ersten Begegnung – und das merke, wer ins Rathaus komme.

Er habe ihn stets als fairen Sportsmann kennen- und schätzen gelernt. Und auch als erfahrenen Schultes, der einen Jungspund wie ihn (Sigel wurde mit 37 Landrat, da war Schaffer bereits 28 Jahre im Amt) nach der Amtseinführung durchaus manch guten Rat habe geben können.

 


Fünf neue Gemeinderät für Plüderhausen

  • Carlo Fritz (FW-FD) ist ein alter Bekannter. Er saß bereits mehrfach im Gemeinderat und wurde nun, nach fünf Jahren Pause, erneut gewählt.
  • Peik Reitler (FW-FD) war 24 Jahre in der Plüderhäuser Gemeindeverwaltung tätig, wechselte kürzlich in den Nachbarort Urbach und wurde mit dem zweitbesten Stimmenergebnis auf seiner Liste in das Gremium gewählt.
  • Marcel Schindler ist Ortsvorsitzender der SPD in Plüderhausen und sitzt jetzt nicht nur für seine Partei im Gemeinderat, er wurde auch zum dritten stellvertretenden Bürgermeister gewählt. (Erster Stellvertreter ist Ulrich Scheuer, CDU, Zweite Stellvertreterin Claudia Jensen, FW-FD).
  • Nick Schuppert (SPD) hat den Wahlbezirk Walkersbach gewonnen – und wird dort nun auch Ortswart. 30 Jahre lange hatte Gerda Rost das Amt inne, hatte diesmal aber nicht mehr kandidiert.
  • Elke Dannenhauer (Grüne Liste Umwelt) ist selbstständige Einzelhandelskauffrau und über einen Ausgleichssitz in das Gremium gewählt worden.
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