Rasantes Schwaben-Duell Heidenheim erkämpft sich Remis gegen den VfB

Heidenheim. Kein Sieger im rasanten Schwaben-Duell auf der Ostalb: Der VfB Stuttgart hat am Sonntag beim 1. FC Heidenheim in der Schlussphase eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand gegeben und musste sich schlussendlich mit einem 2:2 (0:0) zufrieden geben. Hamadi Al Ghaddioui (52.) und Holger Badstuber (57.) hatten den VfB in Führung geschossen, doch die kampfstarken Heidenheimer kamen durch Robert Leipertz (78.) und Niklas Dorsch (84.) noch zum Ausgleich.

VfB-Trainer Tim Walter hatte bei seinem Team im Vergleich zum 2:1-Auftaktsieg gegen Hannover 96 zwei Veränderungen vorgenommen: Für den verletzten Marcin Kaminski rückte wie angekündigt Holger Badstuber in die Anfangself. Zudem saß Stürmer Mario Gomez zunächst nur auf der Bank. Im Stuttgarter 4-4-2-System durfte Orel Mangala von Beginn auf dem rechten Flügel an ran. 

Heidenheims Trainer Frank Schmidt tauschte nach dem 3:1-Erfolg beim VfL Osnabrück dreimal: Stammtorhüter Kevin Müller kehrte nach muskulären Problemen zurück in den Kasten und verdrängte Vitus Eicher auf die Bank. Außerdem begannen Kolja Pusch und Robert Leipertz für Merveille Biankadi und Patrick Schmidt (beide Bank).

Viele Chancen, keine Tore: Unterhaltsame erste Halbzeit

Die 15.000 Zuschauer in der ausverkauften Voith-Arena bekamen in den ersten 45 Minuten zwar keine Tore zu sehen, wurde aber dennoch bestens unterhalten. Der VfB spielte passsicher (88,6 Prozent Passquote) und dominierte die Partie (75 Prozent Ballbesitz), Heidenheim lauerte gut gestaffelt in der eigenen Hälfte auf Konter. Es dauerte rund 25 Minuten bis die Stuttgarter erstmals gefährlich vors Tor von Kevin Müller kamen. Zunächst verpassten Al Gahddioui und Mangala eine scharfe Didavi-Hereingabe (27.), dann prüfte Stuttgarts Kapitän Kempf FCH-Keeper Müller mit einem strammen Volleyschuss (28.). 

Der Schlussmann der Gastgeber war auch in der 32. Minute auf dem Posten und verkürzte gut den Winkel gegen Al Ghaddioui. Die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit gehörte allerdings den Heidenheimern. Nach einem Ballverlust von Pascal Stenzel konterte der FCH den VfB aus. Der spielstarke Sebastian Griesbeck legte quer auf den mitgelaufenen Robert Leipertz, der den Ball aber aus sechs Metern am leeren Tor vorbeijagte (40.). Zuvor war schon Niklas Dorsch aus spitzem Winkel an VfB-Torhüter Kobel gescheitert (36.). Ein scharfer Abschluss von Thomalla, der knapp am langen Pfosten vorbeirauschte (44.), war der Schlusspunkt unter eine abwechslungsreiche und unterhaltsame erste Halbzeit.

Stuttgarter Doppelschlag direkt nach der Pause

Das rasante Schwaben-Duell benötigte in den zweiten 45 Minuten keine Anlaufzeit. Der bullige Hamadi Al Ghaddioui köpfte den achten VfB-Eckball unhaltbar für Heidenheims Schlussmann Müller in die lange Ecke (52.). Das erste Pflichtspieltor des Marokkaners. Der FCH war jetzt merklich angeknockt - und kassierte direkt einen weiteren Gegentreffer. Wieder setzte sich Al Ghaddioui im Luftkampf durch, legte den Ball ab in die Mitte, wo Innenverteidiger Holger Badstuber den Ball humorlos in die Maschen drosch (57.). 

Nach dem Stuttgarter Doppelschlag benötigte der FCH ein paar Minuten, um wieder ins Spiel zu finden. Angetrieben von den heimischen Fans steckten die Schützlinge von Frank Schmidt noch lange nicht auf und Stürmer Robert Leipertz läutete mit seinem Treffer zum 2:1 (78.) eine hitzige Schlussphase ein.

Joker Klimowicz vergibt in der Nachspielzeit 

Die Gastgeber warfen alles nach vorne und wurden für ihren Mut belohnt. Niklas Dorsch donnerte einen Schuss aus rund 25 Metern zum vielumjubelten 2:2 in den VfB-Kasten (84.). Marc Oliver Kempf hatte das Leder mit dem Kopf unhaltbar für seinen Keeper abgefälscht.

Die Partie stand jetzt auf des Messers Schneide und der eingewechselte Mateo Klimowicz vergab in der Nachspielzeit den Siegtreffer für den VfB. Der ebenfalls eingewechselte Anastasios Donis hatte auf den kleinen Argentinier quergelegt, doch der brachte den Ball aus spitzem Winkel nicht im Tor unter. Auf der Gegenseite verpasste Beermann mit einem Kopfball nur knapp das 3:2 für den FCH. So stand unter dem Strich ein letztlich gerechtes Remis.


1. FC Heidenheim - VfB Stuttgart 2:2 (0:0)

Heidenheim: Müller - Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf (46. Fürnbach) - Dorsch, Griesbeck - Schnatterer (67. Otto), Pusch (67. Biankadi), Leipertz - Thomalla

Stuttgart: Kobel - Sosa, Badstuber, Kempf, Stenzel - Castro, Karazor, Ascacibar (74. Klement), Mangala - Al Ghaddioui (86. Donis), Didavi (89. Klimowicz)

Tore: 0:1 Al Ghaddioui (52.), 2:0 Badstuber (57.), 1:2 Leipertz (78.), 2:2 Dorsch (84.)

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach) 

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Stenzel (36.)

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