70 neue Wohneinheiten in Schorndorf Gewerbe- und Mischgebiet wird zum Wohngebiet

Das seitherige Misch- und Gewerbegebiet im Bereich der Carl-Zeiss-Straße in Weiler soll in Wohngebiet umgewandelt werden. Foto: Schneider / ZVW

Schorndorf. Rund 70 neue Wohneinheiten sollen im seitherigen Gewerbe- und Mischgebiet im Bereich Carl-Zeiss-Straße in Weiler nach der Umwandlung in Wohngebiet entstehen. Der Gemeinderat soll entsprechend der Empfehlung des Technischen Ausschusses am Donnerstag die Auslegung des dafür erforderlichen Bebauungsplans beschließen. Die überbaubare Fläche ist etwa 12 000 Quadratmeter groß.

Möglich wird die Umwandlung des Gebiets durch den Wegfall beziehungsweise Wegzug der bisher in diesem Bereich ansässigen Gewerbebetriebe. Wobei es, wie der Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Baurecht, Manfred Beier, im Zusammenhang mit der Aufstellung des Bebauungsplans kritisch angemerkt hat, von jeher keine glückliche Entscheidung gewesen sei, am Südzipfel von Weiler ein Gewerbegebiet anzusiedeln, dessen verkehrliche Erschließung nur durch ein Wohngebiet möglich (gewesen) sei. Durch die Planänderung sei folglich auch eine Verbesserung für die in Richtung Ortsmitte liegenden Wohngebiete zu erwarten, hatte Beier gesagt, ohne damit alle Bedenken bezüglich der unvermindert starken Belastung der Pfarrstraße zerstreuen zu können.

Lkw und Pkw raus: „Alles auf einmal geht nicht“

Verschiedene Stadträte hatten seinerzeit gefordert, über eine andere Erschließung des neuen Wohngebiets in Richtung Winterbach – eventuell unter Einbeziehung des ebenfalls geplanten Baugebiets „Schölleräcker“ – nachzudenken. Woraufhin Oberbürgermeister Matthias Klopfer deutlich gemacht hatte, dass 70 neue Wohneinheiten, die gleichbedeutend mit circa 100 zusätzlichen Fahrzeugen seien, kein Grund sein dürften, über eine neue durchs Vogel- und Naturschutzgebiet führende Erschließungsstraße nachzudenken.

„Den Lkw-Verkehr raus, 70 neue Wohnungen bauen und gleichzeitig noch den Pkw-Verkehr verringern – alles auf einmal geht nicht“, hatte Klopfer festgestellt und hinzugefügt: „Wir werden die grundlegende Frage der Erschließung von Weiler nicht lösen können, außer wir leiten einen Schrumpfungsprozess ein.“ Was sich in der derzeitigen Situation, da der Stadt über 500 Anfragen Bauwilliger vorliegen, niemand vorstellen kann – außer vielleicht Grünen-Stadtrat Andreas Schneider, der als Einziger im Gemeinderat auch in diesem Fall Bedenken gegen die vorgeschlagene Umwandlung von Gewerbe- und Mischgebiet in Wohngebiet angemeldet hatte.

Dass für dieses Gebiet auf eine Umweltprüfung und einen Umweltbericht verzichtet wird, ändert nichts daran, dass den Belangen des Umweltschutzes Rechnung getragen werden muss. So wird im Bebauungsplan festgesetzt, dass je 150 Quadratmeter angefangener versiegelter Grundstücksfläche ein standortgerechter Baum und je 100 Quadratmeter Grundstücksfläche ein ortstypischer Strauch gemäß einer vorliegenden Pflanzenliste anzupflanzen ist.

Um die Flächenversiegelung in einem vertretbaren Rahmen zu halten, schreibt der Bebauungsplan außerdem vor, dass Zufahrten und Stellplätze mit einem wasserdurchlässigen Belag herzustellen sind. Auch für die Ränder des Baugebiets und die Übergänge in die freie Landschaft gibt es Pflanzgebote.


Vorkaufsrecht

Um die gewünschte städtebauliche Entwicklung sicherzustellen und Einfluss darauf zu haben, dass im Falle einer Bebauung durch einen Bauträger das städtische Wohnraumversorgungskonzept umgesetzt wird, wonach ein Fünftel der Wohnungen als kostengünstige Mietwohnungen zur Verfügung gestellt werden müssen, will sich die Stadt mittels einer Satzung, die der Gemeinderat ebenfalls am Donnerstag beschließen soll, ein besonderes Vorkaufsrecht für zwei ganz bestimmte Flurstücke einräumen lassen.

Je nachdem, was die derzeitigen Eigentümer vorhätten, könne die Stadt dann entweder ihr Vorkaufsrecht ausüben oder darauf verzichten, wenn mit dem potenziellen neuen Eigentümer ein entsprechender städtebaulicher Vertrag zustandekomme, sagt die Leiterin des Fachbereichs „Wirtschaftsförderung und Grundstücksverkehr“, Gabriele Koch. Für alle anderen Grundstücke beziehungsweise mit allen anderen Eigentümer seien solche Verträge schon abgeschlossen.

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