7600 Euro Porsche zahlt Mitarbeitern Rekordprämie

Die Porsche-Mitarbeiter dürfen sich über einen Rekordprämie freuen. Foto: dapd

stuttgart - Beschäftigten in der Autoindustrie winken angesichts glänzender Zahlen Prämien in einmaliger Höhe: Mit 4100 Euro Bonus je Mitarbeiter hat der Autobauer Daimler vorgelegt, Nachbar Porsche setzt noch einen drauf und zahlt seinen Tarifbeschäftigten 7600 Euro Erfolgsbonus. Allerdings steht dieser erstmal nur rund 8500 Mitarbeitern in der Porsche AG zu, die vor allem am Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen und im Weissacher Entwicklungszentrum arbeiten. Von der Daimler-Prämie profitieren bundesweit über 120.000 Beschäftigte. Von der VW-Premiumtochter Audi wird gar eine Sonderzahlung bis zu 10.000 Euro erwartet.

„Nicht vom Himmel gefallen“

Mit knapp 119.000 verkauften Sport- und Geländewagen hat Porsche 2011 einen Verkaufsrekord aufgestellt, entsprechend üppig fällt auch der Bonus aus. Zuvor waren 6000 Euro Sonderzahlung für 2008 Rekord. Dass es diesmal mehr geworden ist, begründete Porsche-Chef Matthias Müller mit dem „überdurchschnittlich hohen Einsatz und der Flexibilität“ der Mitarbeiter. Beides habe eine Rekord-Sonderzahlung verdient. Betriebsratschef Uwe Hück ergänzte, der Absatz sei „nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde von der Belegschaft hart erarbeitet“.

In zwei Wochen legt der Autobauer Ergebnisszahlen für 2011 vor, dann beraten auch die Porsche-Tochterbetriebe über Erfolgsprämien. Bundesweit arbeiten weitere 5000 Menschen bei Firmentöchtern, unter anderem im Leipziger Werk. In den vergangenen zwei Jahren erhielten dortige Mitarbeiter laut einem Porsche-Sprecher ebenso viel Prämie wie die AG-Beschäftigten.

Urteil: Schwerer Verstoß Piëchs gegen seine Pflichten als Aufsichtsrat

Unterdessen musste Porsche vor dem Oberlandesgericht eine herbe Niederlage hinnehmen. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Großaktionär Ferdinand Piëch schwerwiegend gegen seine Pflichten als Aufsichtsrat verstoßen habe, weil er während des Machtkampfs um VW erklärt habe, er kenne nicht die Risiken, die der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking eingegangen sei.

Damit habe er selbst behauptet, sich nicht ausreichend informiert zu haben, wie es seine Pflicht sei. Selbst wenn diese Aussage als pointierte Meinungsäußerung gemeint gewesen sei, habe er die Kreditwürdigkeit von Porsche gefährdet. Das Gericht erklärte deshalb die Entlastung des Porsche-Aufsichtsrats aus dem Jahr 2010 für nichtig.

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