ADFC-Fahrradklima-Test Platz 19 ist für Winnenden noch nicht gut genug

372 Radfahrer haben beim Fahrradklima-Test die Situation in Winnenden bewertet. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Winnenden. Die Stadt belegt im deutschlandweiten Fahrradklima-Test des ADFC einen respektablen 19. Platz. Zwei Winnender Stadträte sehen trotzdem noch Verbesserungsbedarf.

292 Städte von ähnlicher Größe konnte Winnenden hinter sich lassen. Auf Landesebene liegt die Stadt gar auf Platz zwei. Positiv hat dabei die Erreichung des Stadtzentrums abgeschnitten. Außerdem gefällt den Teilnehmern, dass ein zügiges Radfahren möglich ist und der Spaß beim Radfahren in Winnenden statt des Stresses im Vordergrund steht.

Als große Schwäche beim Radnetz der Stadt sehen die Teilnehmer die Bereitstellung von öffentlichen Mietfahrrädern. Fehlende Werbung fürs Radfahren und die Streckenführung an Baustellen werden außerdem kritisch gesehen. Im Vergleich zu ähnlichen Städten wurden zudem die Sauberkeit der Radwege und die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer, die aus Sicht der Teilnehmer in Winnenden zu selten ermöglicht ist, negativ bewertet.

Im Jahr 2016 belegte Winnenden Platz 208

Einer, der es wissen muss, ist Christoph Mohr. Der Stadtrat der Ali-Fraktion erledigt nahezu alles mit seinem Rad. „Nur zum Einkaufen nutze ich mein Auto“, sagt er. Ob er den Ergebnissen der Umfrage zustimmt? „Insgesamt finde ich, dass sich das Radnetz in Winnenden in letzter Zeit gut entwickelt hat. Dass es aber einen solchen fulminanten Aufstieg im Vergleich zu 2016 gegeben haben soll, hat mich dann doch überrascht“, erklärt Mohr auf Nachfrage unserer Redaktion. Was er meint: Noch im Jahr 2016 belegte Winnenden Platz 208 von 364 Städten, mit einer Gesamtbewertung von 3,8.

Den Stadtrat, der selbst nicht an der Umfrage teilnahm, stören vor allem Autos, die auf Radwegen parken. Das beobachte er oft in der Ringstraße. „Was Fahrradstellplätze angeht, gab es in der Vergangenheit Fortschritte, aber es ist noch Luft nach oben. Beispielsweise am Marktplatz. Auf dieses Thema wurde ich in letzter Zeit oft angesprochen.“

Ein Kollege im Stadtrat von Christoph Mohr ist Hans-Dieter Baumgärtner. Auch er ist „mehrmals täglich“ mit dem Fahrrad unterwegs, wie er auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. „Ich freue mich natürlich über dieses Ergebnis und finde es gut, dass es solch eine Umfrage gibt. Subjektiv bin ich aber nicht ganz überzeugt, ob Winnenden wirklich so gut dasteht“, erklärt er. Mitgemacht hat er bei der Umfrage nicht, weil er davon gar nichts mitbekommen hat.

Baumgärtner liegt Konkurrenz zum Auto am Herzen

Probleme sieht Baumgärtner beispielsweise, wenn man als Radfahrer über die Seegartenstraße zum Edeka möchte. „Wie soll man da genau von oben runterkommen?“, fragt er. Insgesamt liegt es ihm am Herzen, dass mehr Anreize geschaffen werden „auch weichgesottene Radfahrer zu überzeugen“. Es müsse eine Konkurrenzsituation zum Auto geschaffen werden, meint der Stadtrat. In diesem Zusammenhang findet er es gut, dass es am Bahnhof Rampen gibt, die Abhilfe zum dauerdefekten Aufzug schaffen.


Weltgrößter Test zum Radfahr-Klima

  • 170 000 Fahrradfahrer haben an der Umfrage teilgenommen, 683 Städte wurden bewertet.
  • Winnenden wurde von 372 Teilnehmern bewertet und erhielt die Gesamtbewertung 3,3 (Schulnotensystem).
  • Per Fragebogen (insgesamt 32 Fragen) konnte vom 1. September bis zum 30. November 2018 online und auch in Papierform (per Post) abgestimmt werden.
  • Städte bis 100 000 Einwohner brauchen mindestens 50 Teilnehmer um ins Ranking aufgenommen zu werden.
  • Der Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit, aber nicht repräsentativ.
  • Weitere Infos zur Umfrage gibt es unter www.fahrradklima-test.de im Internet.
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