Alexander Esswein und wer noch? Die komplizierte Suche nach Verstärkungen

Kam von Hertha BSC Berlin zum VfB Stuttgart: Alexander Esswein. Foto: dpa/Sören Stache/Archiv

La Manga. Alexander Esswein ist schon da. Mit einem Cut an der Nase mischt der bislang einzige Neuzugang des VfB Stuttgart im Trainingslager in Spanien voll mit. Auf weitere Verstärkungen warten die Fans bislang aber vergebens. Die Suche ist kompliziert.

Die Erwartungen an Neuzugang Alexander Esswein sind klar umrissen. "Schnelligkeit, Dynamik, Flanken", zählte der bislang einzige Neuzugang des VfB Stuttgart am Montag im Trainingslager in La Manga die Wünsche von Trainer Markus Weinzierl an ihn auf. "Auch den Torabschluss, dass ich vorbereite und selbst Tore schieße. Meine Wucht, laufstark agieren - meine Attribute einbringen." Alle Faktoren also, die Weinzierl bei einer von ihm trainierten Mannschaft so wichtig sind, die er von Esswein aus der gemeinsamen Zeit beim FC Augsburg kennt. Und die der vom Abstieg bedrohte Traditionsverein aus Stuttgart in der Bundesliga-Hinrunde kaum zeigte. Vor allem Tempo in der Offensive fehlte den Schwaben in nahezu allen Partien seit August, sei es tatsächlich auf den Beinen oder im Kopf. Spielmacher Daniel Didavi fehlte fast die komplette Hinrunde verletzt, Flügelflitzer Anastasios Donis ebenso. Und von Mario Gomez darf man zwar deutlich mehr als seine bislang fünf Tore verteilt auf drei Spiele erwarten - aber mit seinen inzwischen 33 Jahren nicht mehr unbedingt scharfes Anlaufen der Abwehr und viele lange, intensive Sprints wie noch in seiner ersten Zeit beim VfB.

Michael Reschke steht in der Verantwortung

Didavi macht bei den Einheiten im frühlingshaften Spanien bislang einen guten Eindruck und scheint für die Rückrunde wieder einplanbar zu sein. Auch Donis ist fit, fiel in den ersten Tagen in La Manga aber mit einem verschwitzen Termin auf und durfte zur Strafe im ersten Test gegen den FC Utrecht (2:3) nicht mitspielen.

Ohnehin ist ein zweites Halbjahr in großer Abhängigkeit dieser beiden Profis ein unkalkulierbares Risiko. Sportvorstand Michael Reschke steht deswegen in der Verantwortung, den von ihm selbstbewusst gebauten, bislang aber so enttäuschenden Kader noch weiter zu verstärken und seinem Trainer mehr Optionen zu geben.

Das aber gestaltet sich schwierig. "Es ist ja bekannt, dass wir uns mit Dominic Solanke beschäftigt haben, weil er uns entscheidend hätte helfen können. Aber er hat sich entschieden, in England zu bleiben", sagte der Manager noch in Spanien über die angestrebte Leihe des 21 Jahre alten Stürmers vom FC Liverpool, der nun aber für deutlich mehr als 20 Millionen Euro Ablöse zum AFC Bornemouth wechselte. Inzwischen ist Reschke schon wieder abgeflogen, um aus der Heimat an anderen Lösungen zu arbeiten. Namen kursieren viele, kommentieren will der Verein davon aber keinen.

"Die Lage jetzt ist heftig"

Dass der Kader nicht hält, was er im Sommer versprach, leugnet auch Reschke inzwischen nicht mehr. "Einiges ist bis jetzt nicht so aufgegangen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten die klare Überzeugung von einem gesicherten Mittelfeldplatz. Die Lage jetzt ist heftig", zitierte die Bild-Zeitung aus einem Gespräch vor dem Abflug. "Wir können die Tabelle lesen. Wir wissen, in welcher extrem problematischen Situation wir sind. Wir sind uns völlig im Klaren, dass es extrem herausfordernd wird, die Liga zu halten."

Esswein war sich dieser Situation bewusst, ist nach einem halben Jahr ohne jede Bundesliga-Minute und nur Einsätzen in Herthas zweiter Mannschaft aber hochmotiviert und optimistisch: "Ich will spielen, ich will versuchen, dass der Erfolg wieder kommt und wir uns so schnell wie möglich aus dem unteren Drittel der Tabelle lösen können, und wir Punkte sammeln."

Neuzugang Esswein: Berlin vermisst er, Dardai nicht 

Esswein wird Berlin als Stadt vermissen - seinen Ex-Trainer Pal Dardai von Hertha BSC dagegen nicht. "Berlin ist schon eine super Stadt. Die werde ich vermissen. Auch meine alte Mannschaft, wir hatten gute Typen dabei", sagte der 28-Jährige. "Werde ich Pal Dardai vermissen? Im Moment wahrscheinlich eher nicht."

Unter dem Ungar stand Esswein in der Hinrunde nur ein einziges Mal im Kader des Fußball-Bundesligisten und spielte freiwillig immer wieder für das Regionalliga-Team der Berliner. "Mein letztes Spiel für Berlin war in Frankfurt, wo ich ein Tor geschossen habe. Danach habe ich nie wieder gespielt. Das ist immer schwer für einen Spieler, das zu verstehen", sagte Esswein mit Blick auf die Partie am 21. April 2018.

Der abstiegsbedrohte VfB Stuttgart hat ihn bis zum Saisonende ausgeliehen und besitzt eine Kaufoption. "Mein Ziel ist, hier zu bleiben", sagte Esswein.


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