Alfdorf-Adelstetten Sicherer Weg über die Ortsdurchfahrt

Symbolbild/Archiv. Foto: Bernhardt / ZVW

Alfdorf-Adelstetten. Für die Überquerungshilfe in der Ortsdurchfahrt Adelstetten gibt es nun endlich einen Vorentwurf. Insbesondere Gemeinderat Günter Mayer hatte immer wieder Verkehrsberuhigungsmaßnahmen gefordert. Im Gemeinderat wäre der Vorschlag fast vertagt worden, weil einige Gemeinderäte wegen der Lage der Querungshilfe Bedenken hatten.

Das Konzept des Planungsbüros LK&P aus Mutlangen sieht in der Mutlanger Straße auf Höhe der Bushaltestellen diese Querungshilfe vor. Die Busbuchten werden mit einbezogen, das hat zur Folge, dass der Linienbus künftig auf der Fahrbahn hält und der Verkehr so lange warten muss. Darin kann man nun entweder eine zusätzliche Verkehrsberuhigungsmaßnahme sehen oder eine Gefahrenquelle, die allerdings nur entsteht, wenn sich die Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln halten. Befürchtet wurde im Gremium gar, dass wartende Autofahrer einfach auf die Gegenspur ausweichen, sozusagen als „Geisterfahrer“. Vorteil des Konzeptes ist, dass die Straße nicht allzu umfangreich umgebaut werden muss, weil für die nötige Breite die Busbuchten künftig als Fahrbahn genutzt werden.

Vom Land gibt es dafür kein Geld

Ein weiterer Vorteil: Durch diese Lösung können Kosten gespart werden. Die behindertengerechte Überquerungshilfe kostet voraussichtlich 138 000 Euro. Das Regierungspräsidium hat bereits mitgeteilt, dass eine Kostenbeteiligung des Landes aufgrund der geringen Fußgängerzahlen nicht möglich ist. Anscheinend konnten bei einer Fußgängerzählung im April 2016 in der Zeit von 7 bis 8 Uhr nur vier querende Schüler auf Höhe der Einmündung Schlossgasse entdeckt werden. Eine Zahl, die von den Gremiumsmitgliedern stark angezweifelt wurde. Dennoch hat die Verwaltung vorgeschlagen, die Mittel für den Umbau im Haushalt 2019 aufzunehmen.

Wer nun dachte, der Beschluss zu diesem Thema sei nur Formsache, der irrte. Zunächst erläuterte Hauptamtsleiter Wolfgang Fauth die Lösung und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sehr schwer sei, in der kurvigen Ortsdurchfahrt einen guten Standort zu finden.

Widmann: "In Adelstetten wird viel zu schnell gefahren"

Dem von Gemeinderat Mayer gewünschten 30-Kilometer-Limit als zusätzliche Maßnahme erteilte Bürgermeister Michael Segan eine Absage. Erfahrungsgemäß werde dies von der Verkehrsbehörde nicht genehmigt. Auch am Haghof habe nur vorübergehend Tempo 30 gegolten, bis die Überquerungshilfe gebaut worden sei. Mayer sprach von einer ganz anderen Situation im Haghof, weil dort der Straßenverlauf gerade sei, in Adelstetten fahre man in Schlangenlinien durch den Ort. Mayer bedankte sich bei der Verwaltung für das vorgeschlagene Konzept: „Es macht Sinn, die Haltestellen zu nutzen.“

Gemeinderätin Birgit Wiedmann (CDU) meinte, es sei an der Zeit, dass in Adelstetten endlich was unternommen werde. Sie regte als Alternative Fahrbahnverengungen an den Ortseingängen an. „In Adelstetten wird viel zu schnell gefahren.“ Eine Aussage, die Bürgermeister Segan nicht stehenlassen konnte. Eine verdeckte Geschwindigkeitsmessung an fünf Tagen über jeweils 24 Stunden habe vor einigen Jahren ergeben, dass von 6119 Fahrzeugen plus 362 Lastwagen nur 15 Prozent zu schnell gefahren seien. Die Maximalgeschwindigkeit lag demnach bei 63 Kilometer in der Stunde.

Stefan Erhardt fordert Gesamtkonzept

Gemeinderat Stefan Ehrhardt (Freie Wähler) ist nach eigenem Bekunden ein großer Freund von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, „aber dann bitte in allen Ortsteilen“. Er wünscht sich dafür eine Prioritätenliste. Außerdem solle jedes Jahr in den Haushalt ein fester Betrag für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen eingestellt werden, vergleichbar der Feldwegunterhaltung. Doch der Vergleich hinkte. Die Feldwegunterhaltung wird im Verwaltungshaushalt ausgewiesen, Umbau von Straßen im Investitionsplan der Gemeinde. Und dort kann, wie Kämmerer Norbert Kronberger erläuterte, nur eine konkrete Investition aufgenommen werden und nicht ein Geldbetrag pauschal.

„Wo der Bürger am lautesten ruft, da wird die Verwaltung tätig“, meinte Ehrhardt weiter. Deshalb sei ein Gesamtkonzept nötig, in dem alle Ortsteile berücksichtigt werden. „Das gewünschte Konzept haben wir aufgrund eines früheren Gemeinderatsbeschlusses bereits in Auftrag gegeben“, antwortete Bürgermeister Segan. Die Verwaltung könne die Projekte nur Schritt für Schritt abarbeiten. Nachdem das Sportzentrum für 10,8 Millionen Euro saniert und erweitert werde, sei das Geld, das die Gemeinde auf die hohe Kante gelegt habe, auch schnell wieder weg. „Dann sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.“

Ewald Biber: Verkehr wird in der Endersbacher Straße zunehmen

Als kritisch stuft Gemeinderat Michael Lauber (FW) den Wegfall der Busbuchten ein. Er sprach sich dafür aus, den Straßenraum so zu erweitern, dass die Busbuchten erhalten bleiben. Gemeinderat Ewald Biber (CDU) befürchtet, dass künftig noch mehr als bisher die Enderbacher Straße als Schleichweg und Zufahrt zum Industriegebiet von den Pendlern genutzt werde.

„Wir müssen in Adelstetten etwas machen“, sagte Gemeinderat Wolfgang Hipp (CDU-Liste) und schlug vor, ähnlich wie in Rienharz am Ortseingang eine Verkehrsinsel zu installieren. Außerdem solle die Gemeinde einen Zebrastreifen beantragen. Doch für diesen Wunsch liegen die Hürden zu hoch, wie Segan und Fauth erläuterten.

Ebenfalls kritisch sah Gemeinderat Martin Köngeter (Freie Wähler) den Wegfall der Bushaltestelle. Er fragte, wie viele Busse täglich dort halten. Hauptamtsleiter Fauth schätzte zwischen zwölf und 15.

Das Thema „nicht zerreden“, appellierte am Schluss Gemeinderat Hans-Dieter Folter (Freie Wähler). Nur Ewald Biber und Dr. Wolfgang Hipp enthielten sich bei der Abstimmung der Stimme, alle anderen hoben für das Konzept die Hand.


Bisher kein gesicherter Überweg

Adelstetten ist der östlichste Teilort der Flächengemeinde Alfdorf und liegt an der Grenze zum Ostalbkreis. Die Ortsdurchfahrt verläuft als Landesstraße von Osten von der Bundesstraße 298 Schwäbisch Gmünd – Gschwend nach Westen Richtung Hauptort Alfdorf und weiter Richtung Welzheim.

In Adelstetten selbst gibt es für Fußgänger keinen gesicherten Übergang über die Ortsdurchfahrt. Deshalb soll vor dem westlichen Ortsausgang eine Mittelinsel installiert werden.

Vor Gebäude 21 kurz vor dem westlichen Ortsausgang liegen die Busbuchten. Der Verkehr soll künftig seitlich an der Mittelinsel, teilweise auf der bestehenden Fahrbahn und teilweise über die vorhandenen Busbuchten geführt werden. Die Busbuchten sollen so umgebaut werden, dass Busse auf der Fahrbahn zum Ein- und Aussteigen anhalten müssen und die anderen Fahrzeuge auch. Dadurch soll der Verkehr beruhigt und ein sicheres Überqueren der Durchgangsstraße ermöglicht werden.

  • Bewertung
    3
 

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!